Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
31. Januar bis 6. Februar 2011

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Präsident Elbegdorj nimmt die Glückwünsche von Ministerpräsident Batbold entgegen. 03.02.11. PA d. Reg

Neujahrsglückwunschzeremonie
Traditionsgemäß überbrachten die drei Staatsspitzen, der Staatspräsident, der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung und der Ministerpräsident am Morgen des ersten Tages des neuen Jahres nach dem Tierkreiskalender dem Oberlama des Gandanklosters D. Choijamts ihre Glückwünsche und nahmen den Segen des faktischen Oberhauptes der lamaistischen Kirche in der Mongolei entgegen.


Im Staatsger am 03.02.11. PA d. Reg

In diesem Jahr gab es einige Abweichungen von der Tradition.
Präsident Elbegdorj war zwar bei der Errichtung des Neujahrsmandalas im Gandankloster zugegen, doch die hohen geistlichen Würdenträger mit den Khamba Lamas vom Gandan- und vom Dashchoilin-Kloster D. Choijamts und Ch. Dambajav an der Spitze, erteilten ihren Segen beim Empfang im Festger im Regierungspalast.


Khamba Lam Dambajav

Nachdem Ministerpräsident S. Batbold vor der neunschwänzigen weißen Staatsstandarte Volk und Staat seine Ehrerbietung erwiesen hatte, begab er sich ins Staatsger, um Präsident Ts. Elbegdorj und dem Vorsitzenden der Großen Staatsversammlung seine Glückwünsche zum Jahr des weißen Metallhasen im XVII. Jahrsechzig zu überbringen und um gemeinsam mit ihnen die Glückwünsche der geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur entgegen zu nehmen. D. Tserendorj, der auserwählte Spieler der „Kaiserpferdekopfgeige, begleitete die Zeremonie auf dem Instrument, das nur zu besonderen Anlässen von seinen Ehrenplatz im Staatsger entfernt wird.
In diesem Jahr verzichteten die drei „Staatsoberen" darauf, die ältesten Bürger der Stadt mit einem ganzen Tross an Begleitern in ihren Gers bzw. Wohnungen zu besuchen. Stattdessen wurden verdienstvolle Pensionäre ebenfalls in den Staatsempfangssaal im Regierungspalast geladen. Der neue Staatsempfangssaal war wie die neue Staatsjurte zum Tsagaan Sar 2009 im Chinggis-Komplex eingeweiht worden.
In Fernseh- und Rundfunkansprachen drückten Präsident, Parlamentschef und Regierungschef die Hoffnung aus, das neue Jahr möge für die Mongolen ein friedliches, glückliches und Wohlstand mehrendes werden.


Gruppenbild mit Veteranen. 03.02.11. PA d. Reg

Ehrentitel für Rennpferdetrainer
Auf Erlass von Präsident Ts. Elbegdorj wurden 14 Pferdetrainer mit den Ehrentiteln „Beste Rennpferdetrainer" ausgezeichnet.
Die Auszeichnung am 02. Februar im Säulensaal des Regierungspalastes nahm der stellvertretende Ministerpräsident und Präsident des Pferdesportverbandes der Mongolei Shadar Said M. Enkhbold vor.


Die Künstler auf dem Tsagaan-Sar-Fest in Bärstadt

250 Gäste bei Tsagaan-Sar-Feier in Schlangenbad-Bärstadt
Auch in diesem Jahr hatte der Deutsch-Mongolische Kulturverein Rheingau Taunus (DMKV) zur Tsagaan-Sar-Feier geladen.
250 Gäste waren der Einladung am 05. Februar ins Bürgerhaus Bärstadt gefolgt.
Die Mongolen sorgten für die traditionellen mongolischen Gerichte, die Deutschen steuerten Salate und Desserts bei.
Ein mongolischer Sänger und eine mongolische Kabarettistin sorgten für Stimmung, so dass die zeit von 18:00 bis 23:30 Uhr bei Musik, Gesprächen, Essen und Trinken und natürlich dem Austausch von Glückwünschen für das Hasenjahr wie im Fluge verging.
Das jährliche Mongoleifestival des DMKV wird in diesem Jahr im Rahmen der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Gründungsjubiläum des Vereins organisiert.
Damit möglichst viele Interessenten und Gratulanten am Ereignis teilnehmen können, wurde es auf das Wochenende am 09. und 10. April 2011 gelegt.
Gefeiert wird im Bürgerhaus.
Für einen Teil des kulturellen Rahmenprogramms konnte die burjatische Sängerin Namgar gewonnen werden.

Entscheidung über Auslieferung am 18. Februar
Sieben Mal tagte das Magistratsgericht von Westminster in London in der ersten Instanz, um zu einer Entscheidung über die Auslieferung des mongolischen Sicherheitsbeamten B. Khurts an Deutschland zu kommen.
Nach dem Studium weiterer Dokumente, die der Anwalt von Khurts, Alan Jones, am 03. Februar vorgelegt hat, will das Gericht die abschließende Entscheidung am 18. Februar 2011 verkünden.
Sollte Khurts an Deutschland ausgeliefert werden, müsste er sich hier in einem Strafrechtsprozess verantworten.
Wir gehen jedoch davon aus, dass Khurts bald in die Heimat zurückkehren kann", erklärte S. Bolor, Mitarbeiter im mongolischen Außenministerium.
Eine Haftentlassung gegen Kaution hatte das Gericht erneut abgelehnt.

Der IX. Bogd Gegeen im Gandankloster
Der IX. Bogd Gegeen Jambalnamdalchoijijantsan, der im vergangenen Jahr mongolischer Staatsbürger wurde und seitdem in Ulaanbaatar lebt, begab sich am ersten Tag des Hasenjahrs, am 03. Februar, ins Gandankloster, um gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen das neue Jahr zu begrüßen.
Der 9. Bogd wurde 1932 in Tibet geboren und im Alter von vier Jahren als Reinkarnation des 8. Bogd Gegeen, gestorben 1924, ermittelt. 1961 floh er nach Indien, seit 1991 lebte er in Daramsala, dem Zufluchtsort des Dalai Lama, der ihn 1992 als Nachfolger des 8. Bogd Gegeen bestätigte.

16 Neujahrskinder
Am ersten Tag des Metallhasenjahres, am 03. Februar, meldete das Mütter- und Kinderzentrum in Ulaanbaatar die Geburt von16 Kindern, acht Jungen und acht Mädchen. Mütter und Kindern geht es gut.

Kunst- und Religionsfest
Organisiert vom Jugend- und Studentenzentrum des Zavkhan-Aimags, von der Vereinigung „Berg Ochirvaani" und vom Zavkhan-Sportverband, findet am 10. Februar im Ringerpalast in Ulaanbaatar ein großes Religions- und Kunstfestival statt.
Zu den Akteuren zählen 108 Lamas und Künstler aus dem Zavkhan-Aimag, außerdem werden 32 Ringer ihre Kräfte messen.

Ozeki Harumafuji hat geheiratet
Einer der beliebtesten mongolischen Profisumoringer Ozeki Harumafuji hat am ersten Tag des neuen Mondjahres in Japan den Bund fürs Leben geschlossen.
Seine Frau M. Battuul ist Studentin an der japanischen Iwate-Universität.
Auch zwei andere mongolische Sumokämpfer der Spitzenliga, Mookonami G. Bazarsad und Kooryiu E. Munkh-Orgil haben am 29. bzw. am 30. Januar ihre Freundinnen, die beide auf den Namen Odgerel hören, geheiratet.

Haru Basho abgesagt
Nach einer Sondersitzung der Führungsgremien des japanischen Profisumoverbandes am 06. Februar informierte der Verbandspräsident die Öffentlichkeit über den Beschluss, das Frühjahrsturnier, das am 13. März in Tokio beginnen sollte (Haru Basho), abzusagen.
Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit massiven Korruptionsvorwürfen gegen Sumoringer, mit offenbar manipulierten Kämpfen und Verbindungen zu Yakuzagruppierungen (japanische Mafia).


Neunschwänzige Ehrenstandarte im Regierungspalast in Ulaanbaatar


   

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Last Update: 01. Januar 2017