Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
7. bis 13. März 2011

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)

Beileidsbekundungen
Präsident Ts. Elbegdorj hat dem japanischen Kaiser Akihito angesichts des starken Erdbebens und der Tsunamikatastrophe, die Todesopfer, Verletzte und starke Zerstörungen forderten, in seinem und im Namen des mongolischen Volkes sein tiefempfundenes Beileid ausgedrückt.
Auch der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung D. Demberel und Regierungschef S. Batbold übermittelten Beileidsschreiben an ihre japanischen Amtskollegen.

Sondersitzung der Regierung und der Katastrophenschutzbehörde
Seit dem 11. März beraten Regierung und Katastrophenschutzbehörde nahezu pausenlos über Hilfsmaßnahmen für das von der schwersten Naturkatastrophe seit Jahren heimgesuchte Japan sowie die Rückführung mongolischer Bürger aus dem Katastrophengebiet Miyagi im Nordosten Japans.
Shadar Said M. Enkhbold, Außenminister G. Zandanshatar, Verkehrsminister Kh. Battulga, Verteidigungsminister L. Bold und der Chef der Katastrophenschutzbehörde Kh. Amgalanbayar wurden beauftragt, alle nötigen Maßnahmen in die Wege zu leiten. Wie die USA, Russland und China werde auch die Mongolei eine Rettungsmannschaft nach Japan entsenden.
Als Sofortmaßnahme wurden am 12. März 2 500 Decken und fünf Tonnen Hilfsgüter vom Flugplatz Buyant Ukhaa auf den Weg gebracht.
5 370 Mongolen lebten und arbeiteten in Japan, davon 900 in der Katastrophenregion.
Bis zur Stunde habe das japanische Außenministerium noch keine Meldungen über mongolische Opfer gesandt.
Aufgrund der unterbrochenen Telefonverbindungen hätte die mongolische Botschaft in Tokio zunächst nicht zu allen Mongolen Verbindung aufnehmen können. Für die 150 Mongolen in Sendai gelte das noch immer.
Alle rückkehrwilligen Mongolen würden kostenlos in die Heimat oder nach Seoul geflogen.
Für die auf dem internationalen Flughafen Narita bei Tokio gelandete MIAT-Maschine hätten sich 160 mongolische Bürger registrieren lassen. Die erste Maschine ist mittlerweile in Ulaanbaatar eingetroffen. Eine zweite werde voraussichtlich in der Nacht zum 15. März in Ulaanbaatar landen.
Außenministerium in Ulaanbaatar und Botschaft in Tokio haben Notrufnummern geschaltet sowie Kontonummern angegeben, auf die hilfswillige mongolische Bürger ihre Spenden einzahlen können.

„Nationale Bewegung zur Unterstützung des japanischen Volkes" gegründet
Die mongolische Jugendorganisation „Demokratie" hat am 13. März zu einer Solidaritätskundgebung für das von einer der schwersten Naturkatastrophen in seiner Geschichte betroffene Japan aufgerufen.
Um 21.00 Uhr versammelten sich auf dem Sukhbaatarplatz Menschen, um ihr Beileid zu bekunden und um Hilfe anzubieten.
In der neu gegründeten „Bewegung zur Unterstützung für das japanische Volk" sind 20 Organisationen, Schulen und Unternehmen vertreten.

Ultimatum an englische Botschafterin
Im Zusammenhang mit der Verhaftung und der drohenden Auslieferung des Mitarbeiters im nationalen Sicherheitsrat der Mongolei B. Khurts hat die NGO "Ehrliche Bürgerjustiz" die britische Botschafterin I. E. Torda Abbot-Bott aufgefordert, Rede und Antwort über die Hintergründe des Falls zu stehen.
Die Veranstaltung war für den 07. März vorgesehen. Außerdem sollten daran die Staatliche Führungsakademie, der Jugendverband "Chinggis" sowie der Verband der freien Richter und Rechtsanwälte beteiligt sein.
In ihrem Antwortschreiben erklärte die Botschafterin, der Fall sei noch nicht abgeschlossen und sie könne deshalb keine Stellungnahme abgeben. Die diplomatischen Beziehungen der Mongolei und Großbritanniens seien überdies durch diese Angelegenheit nicht berührt.
Der Vorsitzende von "Irgenii Shuudraga Shuukh" kündigte die Fortsetzung der Protestmaßnahmen an.


Der mongolische Stand in Halle 26

ITB 2011
Mit dem Fest der Delphischen Spiele ging am 13. März die diesjährige ITB zu Ende.
Künstler aus Polen, dem Partnerland der ITB 2011 und aus der Mongolei, dem Kongress- und Kulturpartner der ITB 2011 gestalteten die Abschlussshow im Palais am Funkturm.
Neben der Ethnojazzgruppe "Arga Bileg" aus der Mongolei konnten die Besucher auch die Fotoausstellung "Mongolia - Truly Nomadic" bewundern.
Am Morgen des 13. März besuchte Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel den mongolischen Stand in Halle 10.1 und traf dort auf den Vorsitzenden der Großen Staatsversammlung D. Demberel, der, auf dem Weg nach Paris, die Gelegenheit wahrnahm, der ITB einen Besuch abzustatten.


Minister L. Gansukh

In den Tagen zuvor hatten Offizielle und Reiseveranstalter aus dem Land des Ewigen Blauen Himmels und Chinggis Khaans zahlreiche Veranstaltungen genutzt, die Mongolei, ihre Naturschönheiten, Kulturdenkmäler, ihre Besonderheiten und vor allem die Gastfreundschaft und Liebenswürdigkeit ihrer Bewohner zu präsentieren.
Es begann am 09. März mit dem Grußwort des Ministers für Natur, Umwelt und Tourismus L. Gansukh zur Kongresseröffnung, wurde fortgesetzt mit dem Mongoleiforum "Naturnah – kulturreich" mit Vorträgen u. A. von Prof. Jan Bemman über die Kulturdenkmäler der Mongolei und von Prof. Bernhard Wulff "Kulturnation Mongolei – der Blick von außen" sowie dem Wirtschaftsforum Mongolei, gemeinsam organisiert von der mongolischen Botschaft und der IHK Berlin.


ITB 2011. Arga Bileg

Seinen Abschluss fand der erste Tag mit einem mitreißenden Konzert der Ethnojazzgruppe "Arga Bileg", bereichert durch die Auftritte der Verdienten Künstlerin der Mongolei S. Erdenetsetseg (Langlied) und der Kontorsionistin L. Nandin-Erdene sowie einer faszinierenden Modenschau "Mosaik" und "Königinnen" im Festsaal des Roten Rathauses zu dem Minister Gansukh und Botschafter Davaadorj geladen hatten.


Botschafterinnen der Schönheit


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Einen Höhepunkt stellte sicherlich die Veranstaltung "Vom Klang der Stille – Märchen und Gesänge aus dem Land Chinggis Khaans" am 12. März dar.
Kulturbotschafter Prof. Wulff erläuterte die mongolischen Musizier- und Gesangsstile. Oberton- und Urtyn Duu seien bis heute wichtige Elemente der mongolischen Identität.
Neben diversen Reiseführern Mongolei wurden der preisgekrönte Film von D. Byambasuren und L. Falorni "Das weinende Kamel" (Ingenii Nulims) sowie "Das andere Dasein" und "Die Rückkehr" von Ch. Galsan mit dem ITB Book Award ausgezeichnet.


Schlangenmädchen Nandin-Erdene

Sämtliche Vortragsreihen wurden umrahmt von Darbietungen mongolischer Musik, traditioneller Tänze und der atemraubenden Akrobatik von Schlangenmädchen.


V. l. B. Amgalan, A. Chadraabal, Ch. Kulanda, Botschaftsrat Ts. Bolor, E. Otgonbayar

In der Zuraggalerie wurde am 10. März die Ausstellung "Stierkompositionen 2011" des Künstlers A. Chadraabal eröffnet.
In ihrer Ansprache würdigte die stellvertretende Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft Ch. Kulanda das selbstlose Engagment der jungen Künstler und vor allem des Galeriegründers E. Otgonbayar, das jede Unterstützung verdient hätte.


Trends und Events. Mongoleistand in Halle 7.1

Buddhistische Tsam-Masken und Holzschnitzereien
Am 17. März wird in der Galerie Vinogradov in Berlin die Ausstellung "Buddhistische Tsam-Masken des Künstlers Ts. Tserennadmid eröffnet.
Die Werke können bis zum 16. April betrachtet werden.

Am 18. März, 19.00 Uhr, lädt das Mongoleizentrum in Bonn zur Vernissage „Farbharmonie in Steppe und Wüste" mit Werken der Malerin Rita Walle ein.
Enkhtuya Jambaldorj sorgt für die musikalische Umrahmung, außerdem können die Besucher mongolisches Bier kosten.
Die Bilder können käuflich erworben werden. Mit dem Erlös wird der Verein „Gefährdetenhilfe e. V." unterstützt.
Die Organisatoren bitten um Voranmeldung unter
zentrum@mongolei.de
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Last Update: 01. Januar 2017