Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
14. bis 27. März 2011

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


März in der Mongolei

Präsident ehrt kasachische Mitbürger
Anlässlich des kasachischen Frühlingsfestes „Nauryz" hatte die Vertretung des Bayan-Ulgii-Aimags in Ulaanbaatar am 22. März verdiente Bürger der kasachischen Minderheit ins „Elite" – Zentrum eingeladen.
Präsident Ts. Elbegdorj nahm die Gelegenheit wahr, den kasachischen Mitbürgern für ihren Beitrag zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Mongolei zu danken.
Der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes B. Nergui übermittelte seinerseits die Glückwünsche des Präsidenten an die Bewohner des Bayan-Ulgii-Aimags, wo die zentralen Nauryz-Feierlichkeiten stattfanden.


MP Batbold in Korea

Südkoreareise des Ministerpräsidenten
Auf Einladung seines südkoreanischen Amtskollegen Kim Hwang - Sik stattete Ministerpräsident s. Batbold vom 23. bis zum 26. März der Republik Korea einen offiziellen Besuch ab. Zu seiner Begleitung zählten unter anderem die Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft sowie Gesundheit Yo. Otgonbayar und S. Lambaa, Außenminister G. Zandanshatar und der Minister für Verkehr, Bauwesen und Städtebau, Battulga.


Vertragsunterzeichnung in Seoul

Im Mittelpunkt standen Gespräche über die bilaterale Zusammenarbeit sowie die Zusammenarbeit in der Region und in der Welt.
Die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Korea und der Mongolei umfassen die Wirtschaft, den Handel, Kultur und Bildung, Medizin und humanitäre Angelegenheiten.
Das „Mongolisch-Koreanische mittelfristige Kooperationsprogramm" soll demnächst verabschiedet und unterzeichnet werden.
Beide Seiten betonten, die bisher sich stets ausweitende gute Zusammenarbeit werde in Zukunft noch vertieft werden. So erklärte sich Korea bereit, die Mongolei beim Transport seiner Bodenschätze auf dem Wasserweg zu unterstützen. Gemeinsam wollen Korea und die Mongolei sich an der Umsetzung des Programms „Grüne Entwicklung für die Welt" beteiligen.
Korea sagte zu, die Bibliotheksgebäude im geplanten Studentenstädtchen in Ulaanbaatar zu bauen.


Vertragsverhandlungen in Seoul

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen wird in Korea ein „Jahr der Mongolei", in der Mongolei ein „Jahr der Republik Korea" gefeiert werden. Am 25. März wohnten beide Regierungschefs der Eröffnung des Jahres im koreanischen Nationaltheater in Seoul bei.
Zum wiederholten Male bekräftigten beide Seiten auch eine enge Kooperation in Sicherheitsfragen auf der koreanischen Halbinsel.
Während seines Besuches nahm der mongolische Regierungschef am koreanisch-mongolischen Businessforum teil, traf sich mit in Korea lebenden Mongolen.
Zum Abschluss seines Besuchs lud Batbold Kim Hwang-Sik zu einem Besuch in die Mongolei ein.


J. Gurragchaa

Der erste Mongole im All
Am 21. und 22. März feierten die Mongolen den 30. Jahrestag des ersten Weltraumfluges von J. Gurragchaa.
Aus diesem Anlass waren seine russischen Kollegen - Generalmajor V. A. Janibekov, V. V. Gorbatko, V. V. Kovalyonok und V. V. Liakov – mit denen er gemeinsam dieses Weltraumabenteuer bestanden hatte, in die Mongolei gereist, um an den Jubiläumsfeierlichkeiten teilzunehmen.
Präsident Ts. Elbegdorj zeichnete M. Ganzorig, den zweiten mongolischen Flieger, der sich auf einen Weltraumflug mit den russischen Kosmonauten vorbereitete und ebenfalls alle Prüfungen bestanden hatte, mit dem Titel „Held der Arbeit" aus.
Dieser Weltraumflug hätte die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Mongolei gelenkt und positive Auswirkungen auf die Entwicklung von Wissenschaft und Technik in der Mongolei gehabt.
Den drei russischen Kosmonauten überreichte er den Rotbannerorden für Militärische Verdienste. Außerdem zeichnete er den Fotografen von „Montsame" S. Batsukh, der damals beeindruckende Fotos von den Vorbereitungen und den Ergebnissen des Weltraumfluges aufgenommen hatte, mit dem Rotbannerorden aus.
Der Präsident äußerte seine Freude darüber, dass die gesamte Crew des damaligen gemeinsamen Weltraumflugprogramms der Einladung nach Ulaanbaatar gefolgt sei.
Gurragchaa sei der erste Mongole im Weltraum und der 101. insgesamt gewesen.
Die Mongolei war das 10. Land, das einen Kosmonauten ins Weltall entsandt hatte.
Janibekov und Gurragchaa starteten ihren Weltraumflug am 21. März 1981 in einer Soyus 39 Weltraumkapsel von Baikonur. Beide Kosmonauten führten insgesamt 25 Experimente aus und landeten nach 124 Erdumkreisungen, sieben Tagen, 20 Stunden und 42 Minuten sicher 170 Kilometer südöstlich von Jeskasgan in Kasachstan.


Unterzeichnung des Drei-Seiten-Vertrages

Drei-Seiten-Vertrag
Die mongolische Regierung bemüht sich darum, Unverständnis, Nichtwissen, Widersprüche und Streitereien im Zusammenhang mit der Nutzung der mongolischen Bodenschätze bereits im Vorfeld auf ein Minimum zu reduzieren. Das Wichtigste sei jedoch, die Mongolen vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren und den Schutz der Umwelt zu gewährleisten.
Ministerpräsident S. Batbold beschwor das Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten.
Am 22. März unterzeichneten die Direktorin des Bürgerallianz-Zentrums J. Zanaa, der Direktor des Arbeitgeberverbandes Kh. Ganbaatar und Staatsminister Ch. Khurelbaatar im Regierungspalast ein Abkommen über den verantwortungsbewussten Umgang beim Abbau der Bodenschätze, ihrer Nutzung sowie für die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Mongolei.
Alle Verträge mit den ausländischen Investoren sollten der Öffentlichkeit zugänglich sein. Mongolische Interessen dürften unter keinen Umständen vernachlässigt werden.


Grünenchef D. Enkhbat

Parteitage der Grünen und der Zivilcouragepartei
Auf dem IX. Parteitag der Grünen am 26. März haben sich 96,9 Prozent der 314 Delegierten für eine Vereinigung mit der Zivilcouragepartei ausgesprochen. 3,1 Prozent brachten Gegenargumente vor.
Bei der Abstimmung stimmten alle Delegierten der Vereinigung zu.
Auch auf dem Parteitag der Zivilcouragepartei am selben Tag stimmte die Mehrheit der Delegierten für eine Vereinigung mit den Grünen.
Unmittelbar im Anschluss an die Abstimmungen wurden die Parteitage im Großen Saal des Regierungspalastes als gemeinsamer Parteitag fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Debatte standen die Suche nach einem Parteinamen sowie das Statut.


S. Oyun

S. Oyun, die Vorsitzende der Zivilcouragepartei und D. Enkhbat, Vorsitzender der Grünen Partei, zeigten sich erfreut über das Votum der Mitglieder.
Angesprochen auf die Demonstration der Mitglieder und Unterstützer der „Bewegung zur Rettung der Partei" (der Grünen Partei), erklärte Enkhbat, sie hätten die Gegner eingeladen, auf dem Parteitag ihre Meinung zu äußern, doch dieser Einladung sei auch Bum-Yalagch, einer der schärfsten Kritiker der Vereinigung, nicht gefolgt.

Versöhnung von MVP und MRVP?
Einerseits beklagt die Führung der MRVP, das Oberste Gericht würde die Registrierung der Partei hintertreiben, die MVP wehrt sich vehement gegen die Vereinnahmung des abgelegten Namens und der Symbole durch die MRVP, andererseits werden Diskussionen laut, die eine baldige Wiedervereinigung der MVP mit ihren abtrünnigen Mitgliedern in Aussicht stellen.
Angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen (2012) sollten sich die zerstrittenen Flügel der Partei einigen, ihre Kräfte bündeln, da nur so ein Sieg organisiert werden könnte.
Spätestens am 28. März muss das Oberste Gericht eine Entscheidung darüber getroffen haben, ob es die MRVP als politische Partei registriert oder nicht.

Vorsitzender der Antikorruptionsbehörde zu Gefängnishaft verurteilt
Das Stadtbezirksgericht von Chingeltei hat den Vorsitzenden der nationalen Antikorruptionsbehörde Ch. Sangaragchaa am 23. März zu 2,4 Jahren Haft verurteilt und noch am späten Abend in die Strafvollzugsanstalt Gants Khudag überweisen lassen.
Sein Stellvertreter D. Sunduisuren und der Geschäftsführer Ö. Altangadas müssen für zwei Jahre ins Gefängnis. Ein vierter Angeklagter wurde freigesprochen.
Alle drei waren beschuldigt worden, ihre Kompetenzen überschritten sowie Staatsgeheimnisse verraten zu haben.
Die Anwältin Sangaragchaas D. Oyuntsetseg hat bereits angekündigt, Berufung gegen das Urteil einlegen zu wollen.

Große Volksversammlung
Die Neue Nationalpartei und die Bürgerbewegung zur Einforderung der Wahlversprechen planen, im April auf dem Sukhbaatarplatz eine Große Volksversammlung einzuberufen.
Die Vorbereitungen hatten bereits vor einem Jahr begonnen. Die Teilnehmer kommen aus allen neun Hauptstadtbezirken und allen 21Aimags.

Hilfe für Japan
Präsident Elbegdorj, Parlamentsvorsitzender Demberel und Ministerpräsident Batbold dankten ihren Landsleuten für die ungebrochene Spendenbereitschaft für das von der schlimmsten Naturkatastrophe seit Jahrzehnten betroffene Japan.
Die Mitarbeiter von etwa 700 Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen in der Mongolei haben bis zum 24. März zwei Milliarden Tugrug gesammelt. Der stellvertretende Ministerpräsident Shadar Said M. Enkhbold übergab die Spenden dem japanischen Botschafter in der Mongolei. Zusätzlich spendeten die Mongolen Wolldecken und warme Kleidung.

Neuer EU-Botschafter überreicht Beglaubigungsschreiben
Am 16. März hat Markus Ederer¹, seit Januar 2011 für den neu geschaffenen Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) als Leiter der EU-Botschaft in Peking tätig und zuständig für China und die Mongolei, Präsident Ts. Elbegdorj sein Beglaubigungsschreiben überreicht.
Am selben Tag traf er mit Ministerpräsident S. Batbold zu Gesprächen über die weitere Vertiefung der Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der EU und der Mongolei zusammen.
Seit 1993 verbindet beide Seiten ein Kooperationsvertrag, der in regelmäßigen Abständen erneuert wird.

¹M. Ederer (54) ist deutscher Diplomat und war von 2005-2010 Leiter des Planungsstabs im Auswärtigen Amt.

Schwieriger Frühjahrsweidegang
Ergiebige Schneefälle in Verbindung mit starken Stürmen haben zu einer Verschlechterung der Frühjahrsweidesituation in einigen Sums der Aimags Zavkhan, Bulgan und Arkhangai geführt. Einige Pisten sind nicht mehr passierbar, das Futter für die Tiere wird knapp.
Mit Hochdruck arbeiten die Mitarbeiter der Katastrophenschutzstäbe daran, die Wege freizuschaufeln, damit die Futtertransporte passieren können.

Zusätzliche Khoroos im Bayangol-Duureg
Einer Verfügung der Stadtverwaltung und der Stadtverordnetenversammlung von Ulaanbaatar zufolge wurden die Khoroos 9, 10 und 11 in Bayangol neu eingeteilt und die Khoroos 21, 22 und 23 hinzugefügt, so dass die Ulaanbaatar-Stadtbezirke nunmehr insgesamt 23 Khoroos (Wohnviertel) umfassen.

Sumokämpfer helfen Erdbeben- und Tsunami-Opfern
Der japanische Sumoverband hat dem japanischen Roten Kreuz 50 Millionen Yen als Hilfe für die Erdbeben- und Tsunamiopfer überwiesen.
Der mongolische Großmeister Hakuho M. Davaajargal sowie der im vergangenen Jahr zurückgetretene 68. Großmeister Asashoryu D. Dagvadorj haben zusätzlich aus privaten Mitteln Unterstützung für die am schwersten betroffenen Regionen zugesagt.
Für beide sei Japan zur zweiten Heimat geworden, beide hätten zudem den Tod enger Freunde zu beklagen.

Jagd auf Schneeleoparden verboten
Aufgrund von Protesten mongolischer und ausländischer Wissenschaftler und Naturschützer hat die mongolische Regierung ihre Entscheidung von Anfang März zurückgenommen, die Jagd auf vier Schneeleoparden zum Zwecke wissenschaftlicher Forschungen zuzulassen.
Das teilte der Minister für Natur, Umwelt und Tourismus, L. Gansukh, am 24. März der Öffentlichkeit mit.
Die Schneeleoparden leben in einer Höhe zwischen 3 000 und 5 500 Meter über dem Meeresspiegel in den Bergregionen Zentralasiens. Nach Erhebungen in den Jahren 2009 und 2010 gibt es in der Mongolei noch 1 200 der vom Aussterben bedrohten Tiere.

Fotos: Korea und Drei-Seiten-Vertrag – Presse- und Informationsdienst der Regierung

P. S. Lesen sie nächste Woche bei MongoleiOnline „Gespräch mit dem Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Mongolei in der BR Deutschland S. E. B. Davaadorj". R. B.


   

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Last Update: 01. Januar 2017