Neues aus der Mongolei
1. bis 7. August 2011

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Grünes Ulaanbaatar

Ausbildungsjahr 2011/12
Nach Aussage von Bildungsminister Yo. Otgonbayar dürfen die Studiengebühren an den staatlichen Universitäten und Hochschulen für das kommende Ausbildungsjahr um nicht mehr als 9,4 Prozent steigen.
Gleichzeitig stellte der Minister klar, dass der Beschluss, wonach die Studiengebühren aus dem nationalen Bevölkerungsentwicklungsfonds beglichen würden, nach wie vor gültig sei.
Bezüglich der gesetzlich vorgeschrieben einheitlichen Schulkleidung seien die jeweiligen Schulen berechtigt, ihre Schuluniform sowie die Schneidereien dafür selbst auszuwählen.

Wird die Mongolei zum Abladeplatz für Atommüll?
In internationalen und mongolischen Medien häufen sich die Berichte über Verhandlungen zwischen Japan, den USA und der Mongolei über die Suche nach möglichen Endlagerstätten für Atommüll in der Mongolei.
Die Vorschläge laufen daraus hinaus, den geographisch ungünstig gelegenen Ländern wie Japan, Südkorea und Taiwan zu erlauben, ihren Atommüll in den riesigen Weiten der Mongolei zu entsorgen.


Grünanlage neben dem Gebäude Nr. 2 der Staatsuni

10. Mongolistenkongress
Vom 09. bis zum 13. August versammeln sich 200 Mongolisten aus über 100 Ländern auf dem 10. Internationalen Mongolistenkongress in Ulaanbaatar.
Der Kongress im Jahr der Vielfachjubiläen steht unter dem Thema: „Historische Denkmäler und die Außenbeziehungen der Mongolei".
Aus der Mongolei werden 100 Wissenschaftler ihre Forschungsarbeiten und –ergebnisse vorstellen.
Organisiert wird der Kongress, der alle fünf Jahre abgehalten wird und der unter der Schirmherrschaft von Staatspräsident Ts. Elbegdorj steht, vom Internationalen Verband für Mongoleistudien und der Akademie der Wissenschaften der Mongolei.
In fünf Sektionen: Vor- und Frühgeschichte, Sprache und Kultur, Politik und Wirtschaft, Außenbeziehungen und Diplomatie sowie Unabhängigkeit und Entwicklung diskutieren die Teilnehmer aus dem In- und Ausland ihre Referate.
Zum Kongressauftakt präsentieren die AdW, der Internationale Verband für Mongoleistudien und der russische Mongolistenverband den Wissenschaftsband „Russland und die Mongolei auf dem Weg zur strategischen Partnerschaft" mit Beiträgen von 16 mongolischen und russischen Mongolisten.
Der erste internationale Mongolistenkongress, der nicht nur die Sprache zum Gegenstand hatte, wurde 1959 in Ulaanbaatar abgehalten.

Erste Türkische Kulturkonferenz in der Mongolei
Das Institut für türkische Sprache plant vom 14. – 20. August gemeinsam mit der Mongolischen Staatsuniversität und der türkischen Botschaft in der Mongolei eine Konferenz zum Thema: „Perioden der türkischen kulturellen Entwicklung: der Beginn der Schrift in der Mongolei".
100 Wissenschaftler aus der Türkei, Deutschland, den USA, Tschechien, Finnland, Ungarn, Russland, Spanien, Japan, Korea, China, Kirgistan und Usbekistan Ländern sowie der türkische Botschafter haben ihre Teilnahme zugesagt.
Im Rahmen der Kulturkonferenz findet am 15. und 16. August ein wissenschaftliches Symposium zum o. g. Thema statt, zu dem 60 wissenschaftliche Beiträge über die alte türkische Sprache, Schrift Geschichte sowie auf archäologischen Funden auf dem Territorium der Mongolei basierenden Forschungsarbeiten eingereicht wurden.
Vom 17. – 19. August werden sich die Teilnehmer auf eine Reise zu den Grabungsstätten im Orkhon-Tal im Uvurkhangai-Aimag begeben.
Das Institut für Türkische Sprachstudien war 1932 auf Initiative von Kemal Atatürk, dem ersten Präsidenten der Türkischen Republik, gegründet worden.

Erhöhung der Busfahrpreise
Im Zusammenhang mit den gestiegenen Kosten für Benzin und Diesel haben sowohl die staatlichen als auch die privaten Transportunternehmen ihre Ticketpreise angehoben. Die privaten bereits vor zwei Monaten, ab 01. August kosten die Fahrkarten auch in den Bussen der staatlichen Unternehmen 400 Tugrug.
Eine von den Betreibern gewünschte Erhöhung auf 500 Tugrug pro Ticket hatte Verkehrsminister Kh. Battulga abgelehnt.


Blick zum Natsagdorj-Denkmal und zum Bogd Khan Uul

Neues Erholungsareal im Bayangol-Duureg
Von den Bewohnern sehnsüchtig herbeigesehnt, wurde am 05. August in der Chingunjav-Straße im Stadtbezirk Bayangol ein Naherholungsgebiet eingeweiht.
Es umfasst 5 700 m², streckt sich auf einer Länge von 30 Metern, Springbrunnen mit farbig beleuchtetem Wasser, Grünpflanzen und Blumen begeistern Kinder und Erwachsene gleichermaßen.
An der Einweihungszeremonie nahmen neben zahlreichen „Bayangolchuud" auch der Oberbürgermeister von Ulaanbaatar G. Munkhbayar, die Stadtbezirksvorsitzende L. Amgalan, Vertreter der Ulaanbaatar- und Stadtbezirksverwaltungen, Bauarbeiter, Ingenieure und Architekten teil.

Auszeichnung für mongolischen Bühnenbildner
An der PQ 11 (Prager Quadriennale) vom 16. bis zum 26. Juli in Prag nahm mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie des Außenministeriums zum ersten Mal ein mongolischer Künstler teil.
Die PQ ist eine alle vier Jahre stattfindende Weltausstellung für Darstellende Künste und ihre Schauplätze. In diesem Jahr beteiligten sich Szenografen und Architekten aus 86 Ländern mit Vorträgen, Fotoausstellungen und Installationen.
S. Ariunbold, der Vorsitzende der Nichtregierungsorganisation für Szenografie „Khatan Shonkhor", hat nicht nur Bühnenbilder für die Oper „Schauspieler und Vagabunden" der Mondstein-Company entworfen, sondern auch für „Wolkenmutter" des Schauspielhauses oder für „Das Beste" des Opern- und Balletttheaters.
Die Jury zählte seine Arbeiten mit zu den 15 besten in der Kategorie „Szenografie".

Italienische Fußballlegende Baresi in der Mongolei
Auf Einladung von Oberbürgermeister G. Munkhbayar weilte Franco Baresi, von Pelé zu einem der 100 besten Fußballer der Welt gezählt, am 24. und 25. Juli in der Mongolei, um jungen mongolischen Fußballern in Gesprächen und Trainigsstunden einiges von seinem Können und Wissen zu vermitteln.
„Es ist wunderbar, mit Euch in einem echten mongolischen Ger über Fußball zu reden und als Vertreter vom AC Mailand bin ich überzeugt, etwas zur Entwicklung des Fußballs in der Mongolei beitragen zu können".
Baresi und acht weitere italienische Fußballtrainer waren im Rahmen des „Milan Junior Camp" – Programms in die Mongolei gereist. Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und 15 Jahren sollen unvergessliche Tage mit Sport, Spaß und Erfahrungssammeln verleben.
Das erste Junioren-Trainingslager in der Mongolei fand vom 25. bis zum 31. Juli statt. 200 mongolischen Jungen und Mädchen wurden mit Milantrikots beschenkt.
Nach dem Besuch Baresis übernahmen acht weitere italienische Fußballtrainer das Training mit den Spielern des FC Ulaanbaatar. Der hauptstädtische Fußballklub war erst im vergangenen Jahr gegründet worden. Nach einem Testspiel luden die Italiener vier begabte junge Fußballer aus Ulaanbaatar und dem Selenge-Aimag zum internationalen Trainingslager im Oktober nach Italien ein.
Die mongolische Band „Nisvanis" hatte seinerzeit ihren Song „Italia 90" anlässlich der Fußballweltmeisterschaft Franco Baresi, der sechsmal mit dem AC Mailand italienischer Meister wurde, gewidmet.

Die 1. Kölner Mongolen Horde lädt ein
Anlässlich des 100. Jahrestages der Unabhängigkeitserklärung der Mongolei von China organisiert die 1. Kölner Mongolen Horde am 22. August, 19.00 Uhr, eine Festveranstaltung, bei dem der Vorsitzende Michael Donovan, Honorarkonsul der Mongolei für NRW Dr. Heinrich Grosse-Sender, Herr Erdenesukh von der Uni Bonn und Frank Voßen von der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft für die Beantwortung von Fragen und Erklärungen zur Verfügung stehen. Anschließend können die originalgetreuen mongolischen Filzzelte (Gers) besichtigt werden.
Den Abschluss bildet ein Empfang mit mongolischer Musik mongolischen Speisen und kölschen Getränken.
Vom 26. bis zum 28. August lädt die 1. Kölner Mongolen Horde 1984 e. V. zum Mongolenlager 2011 ein. Dieses 14. Sommerfest steht ebenfalls unter dem Motto „100 Jahre Unabhängigkeit der Mongolei".
Ort: Köln-Heimersdorf, Festwiese Nettesheimerstraße.
Zeit: Freitag ab 18.00 Uhr, Samstag ab 14.00 Uhr, Sonntag ab 11.00 Uhr.
Für weitere Informationen sh.
www.mongolenkoeln.de


Im Gandankloster


   

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Last Update: 01. Januar 2017