Neues aus der Mongolei
15. bis 21. August 2011

von Dr. Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Naturschutzgebiet bei Ulaanbaatar

Kooperation im Bergbau und im Gesundheitswesen
Beim Besuch des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak in der Mongolei wurden u. a. Vereinbarungen über die weitere Zusammenarbeit im Bergbau und im Gesundheitswesen unterzeichnet.
Besonders interessiert zeigten sich die Koreaner an einem Engagement bei der Nutzung der Kohlelagerstätte Tavantolgoi.
Der Besuch des südkoreanischen Staatschefs dauert noch bis zum 23. August.


Ministerpräsident Batbold empfängt J. Biden. Foto PA d. Reg.

US-Vizepräsident in der Mongolei
Auf Einladung von Ministerpräsident S. Batbold stattet US-Vizepräsident Josef Biden der Mongolei am 22. August einen offiziellen Besuch ab.
Beide Seiten besprechen die weitere Vertiefung der allseitigen Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung der umfassenden Partnerschaft zwischen beiden Ländern.
Nach den Gesprächen im Regierungspalast, an denen u. a. Außenminister G. Zandanshatar und Verteidigungsminister L. Bold teilnahmen, empfing Präsident Ts. Elbegdorj den amerikanischen Gast.

Neue Zusammensetzung der Khurts-Arbeitsgruppe
Außenminister G. Zandanshatar informierte am 18. August über die veränderte Zusammensetzung der Arbeitsgruppe, die in der Angelegenheit des Büroleiters des Nationalen Sicherheitsrates B. Khurts tätig war und sein wird.
Am 20. August war B. Khurts von London aus an Deutschland ausgeliefert worden.
Zandanshatar erklärte, der Fall würde damit von einem diplomatischen zu einem Strafrechtsfall. Deshalb würden in die Arbeitsgruppe ab sofort Mitarbeiter des Ministeriums für Justiz und Innere Angelegenheiten berufen.
In Großbritannien sei der Fall als Auseinandersetzung um die Rechtmäßigkeit der Festnahme des mongolischen Staatsbürgers Khurts in London und die Auslieferung an einen Drittstaat behandelt worden. Für die deutschen Justizbehörden ist es eine Strafrechtssache, die auf das Jahr 2003 zurückgeht.
Die Deutschen werfen Khurts die Entführung eines mongolischen Staatsbürgers aus Frankreich über Belgien und Deutschland in die Mongolei vor.
Leiter der Arbeitsgruppe bleibt Vizeaußenminister B. Bolor.

Statistik Juli 2011
Laut Informationen aus dem Nationalen Amt für Statistik ist die Inflationsrate im Juli um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, um 5,6 Prozent im Vergleich zu Ende 2010 und um 10,1 Prozent im Vergleich zum Juli 2010 gestiegen.
Gestiegen sind nicht nur die Preise für Kraftstoffe, Dienstleistungen und Transport, sondern auch die für Fleisch und Gemüse, die in den vergangenen Jahren im Juli eher gesunken waren.
Außenhandelsbeziehungen verbinden die Mongolei mit 116 Ländern. Das gesamte Außenhandelsvolumen belief sich im Juli 2011 auf 5,7 Milliarden USD, davon entfielen auf den Export 2,3 Milliarden, auf den Import 3,4 Milliarden. Das Handelsdefizit beträgt demzufolge 1,1 Milliarden USD, im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es lediglich 83 Millionen.
Erhöht haben sich die Maschinen-, Technik- und Ausrüstungsimporte, außerdem sind die Weltmarktpreise einiger der in der Mongolei benötigten Importgüter gestiegen.
In den letzten Monaten hat der Kohleexport den Kupferexport als wichtigstes Exportgut der Mongolei abgelöst. Vertragsgemäß begannen vor Wochen die Kohlelieferungen aus Ost Tsankhi (Tavantolgoi) an China. (West Tsankhi soll im Unterschied zum östlichen Teil der Tavantolgoi-Kohlelagerstätte von ausländischen Investoren betrieben werden. Der Bieterwettstreit befindet sich in der Endphase. Unklar ist noch, wer zu welchem Konsortium gehört).
In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden 40 036 Kinder geboren, 809 mehr als bis Juli 2010.
697 Kinder starben vor ihrem ersten Geburtstag, 94 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
In der Hauptstadt und in den Aimags waren 40 600 Bürger im arbeitsfähigen Alter arbeitslos gemeldet, 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Sozialhilfe bezogen 56 200 Bürger, 478 mehr als im Vorjahr,
Aus dem nationalen Bevölkerungsentwicklungsfonds wurden bis Juli 2011 413,7 Milliarden Tugrug an 2,7 Millionen Bürger ausgezahlt.
Die Polizei registrierte 11 377 Straftaten, 132 mehr als im Juli 2010. Infolge von Straftaten erlitten 4 552 Menschen Verletzungen, 714 starben, 621 mehr bzw. 29 weniger als 2010.

Studiengebühren steigen um 9,4 Prozent
Die zuständigen Behörden berieten in den letzten Wochen über den Stand der Vorbereitung auf das neue Schul- und Studienjahr.
Für die 170 000 Studenten an den staatlichen und privaten Universitäten, Hochschulen und Kollegs und die 35 000 Neuimmatrikulierten werden höhere Studiengebühren im Ausbildungsjahr 2011/12 erwartet.
An den staatlichen Einrichtungen steigen sie um 9,4 Prozent, dieser Wert entspräche der durchschnittlichen Inflationsrate zwischen September 2010 und Juni 2011, erklärte der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Yo. Otgonbayar.
Die notwendigen Reparaturen an den Unterrichtsgebäuden und Wohnheimen würden bis auf wenige Ausnahmen vor dem 01. September abgeschlossen sein.

„TAKE YOUR CHANCE!"
Unter diesem Motto organisiert die Mongolisch-Deutsche Brücke (MDB) zum fünften Mal die größte Jobmesse für hochqualifizierte mongolische Auslandsabsolventen und junge Berufsanfänger in der Mongolei.
Am 13. und 14. September stellen sich auf der „Jobfair 2011" im Chinggis-Khaan-Hotel in Ulaanbaatar renommierte mongolische und ausländische Unternehmen und Organisationen vor.
Spitzenmanager informieren über die aktuelle Wirtschaftslage und Arbeitskräftesituation in der Mongolei und geben Tipps für den Berufseinstieg und die Karriereplanung.


Wochenendsiedlung im Norden Ulaanbaatars


   

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Last Update: 01. Januar 2017