Neues aus der Mongolei
27. Februar bis 4. März 2012

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Der IX. Bogd Gegeen. Foto Gandankloster

Der IX. Bogd Gegeen ist tot
In der Nacht vom 29. Februar zum 01. März hat die 9. Reinkarnation des Bogd Jevsundamba (Javsandamba) Khutagt Jambalnamdolchoijijantsan das Zeitliche gesegnet.
Die mongolische Geschichte, und Kultur, mongolische Sitten und Bräuche seien untrennbar mit der buddhistischen Lehre verbunden und die Erleuchteten Heiligen (Bogd Gegeen) hätten einen bedeutenden Beitrag für die Einheit und Unabhängigkeit des mongolischen Volkes geleistet.
In den Verlautbarungen aus dem Gandankloster wird der Bogen gespannt von der Ernennung des I. Bogd, Zanabazar, aus dem Goldenen Geschlecht Chinggis-Khaans im Jahr 1639 bis hin zum VIII. Bogd Gegeen, der 1911 an der Spitze der Unabhängigkeitsbewegung gegen China stand und am 29. Dezember 1911 auch zum weltlichen Oberhaupt des neuen mongolischen Staates gekürt worden war.
Nach seinem Tod im Mai 1924 fasste die seit 1921 regierende Mongolische Volkspartei den Beschluss, die konstitutionelle Monarchie abzuschaffen, stattdessen eine Volksrepublik zu errichten.
In der „dunklen Zeit der stalinistischen Repressionen" wurden die meisten der 750 Klöster zerstört, Lamas, die sich weigerten, ihrem Glauben abzuschwören, ermordet.
Erst 1990, mit dem Sieg der demokratischen Revolution, erlebte der Buddhismus/Lamaismus in der Mongolei seine Wiederauferstehung.
Präsident Ts. Elbegdorj, der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung D. Demberel und Ministerpräsident S. Batbold bekundeten in einem gemeinsamen Brief ihr tiefempfundenes Beileid angesichts des Todes des Oberhauptes der lamaistischen Kirche in der Mongolei.
Der Khamba-Lama des Gandanklosters D. Choijamts erklärte, der Bogd hätte vor seinem Tod wichtige Verfügungen getroffen.
Kurz vor seinem Dahinscheiden sei ein Regenbogen über dem Kloster erschienen. Der Bogd hätte alle Lamas um sich versammelt und zwei wichtige Verfügungen verkündet: 1. Seine Wiedergeburt sei in der Mongolei zu finden, um die Lehren der „Gelben Religion" lebendig zu halten und um den Mongolen den Weg zu Glück und Zufriedenheit zu weisen. 2. Er hätte sich nicht für politische Arbeit interessiert, das möge seine Wiedergeburt ebenso halten. Sie sollte sich ausschließlich dem Bewahren und dem Verkünden der Lehre widmen.
Der Dalai-Lama erklärte sein Einverständnis mit „dem Finden des 10. Erleuchteten Heiligen in der Mongolei" entsprechend den nötigen Ritualen und Zeremonien.
Dazu wurde unter Leitung des Oberlamas (Khamba-Lam) des Gandanklosters D. Choijamts eine Arbeitsgruppe gebildet.

Ostasienforum in Ulaanbaatar
Am 02. März beschloss Botschaftsrat Dr. Ts. Batbayar das Ostasienforum in Ulaanbaatar mit der Ankündigung, in Kürze würde ein Sammelband mit den Referaten der Teilnehmer veröffentlicht werden. Das Treffen hätte dazu beigetragen, wichtige Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung in der Mongolei und in Ostasien zu diskutieren.
Hauptsächlich ging es um Probleme der Infrastruktur im Zusammenhang mit den wachsenden Bergbauaktivitäten in der Mongolei, um Umweltschutz, nicht nur in der Mongolei, sondern in ganz Asien.
Am Forum nahmen 80 Wissenschaftler aus sechs Ländern teil.

Lehrer wollen erneut streiken
Vertreter der Lehrergewerkschaft haben einen unbefristeten Streik ab dem 09. März angekündigt, sollte bis dahin der Haushaltsbeschluss über Gehaltserhöhungen ab dem 01.02. und ab dem 01.05. nicht umgesetzt sein.
Ein entsprechendes Schreiben wurde der Regierung und der Großen Staatsversammlung übergeben. Darin heißt es, sämtliche Waren würden stetig teurer, die Kaufkraft des Tugrug sinke, der Lebensstandard verschlechtere sich im gleichen Maße.
Die Versprechungen, das Wirtschaftswachstum würde zu spürbaren Gehalts- und Lohnerhöhungen führen, seien bisher nicht eingehalten worden.

Oyutolgoi-Inbetriebnahme
Robert Friedland, Vorstandsvorsitzender von Ivanhoe Mines Ltd., informierte in Vancouver (Kanada) darüber, dass 73 Prozent des Oyutolgoiprojektes umgesetzt seien, bezüglich der Kupferförderung 80 Prozent.
Im 4. Quartal dieses Jahres soll die Aufbereitung von Kupfer, Gold und Silber beginnen, im ersten Halbjahr 2013 die volle Produktionskapazität erreicht sein und Oyutolgoi offiziell in Betrieb gehen.
Zu den bisher investierten fünf Milliarden USD müssten weitere vier Milliarden hinzugefügt werden. Dazu seien Verhandlungen mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, mit dem IWF, BNP Paribas, der kanadischen Exportagentur u. a. aufgenommen worden.
Nach der vollen Inbetriebnahme 2013 sollen bis 2023 jährlich 544 000 Tonnen Kupfer, mehr als 600 000 Unzen Gold und etwa drei Millionen Unzen Silber gefördert werden.


Adlerfest

Festival „Winter der Nomaden – 2012"
Einem Vertrag zwischen dem Ministerium für Umwelt und Tourismus sowie dem Tourismusverband aus dem Jahr 2011 zufolge, übernahm der Tourismusverband die Werbeaktionen für die Mongolei als Tourismusland auf internationalen Messen wie JATA, KOFTA oder ITB sowie im Inland.
Im Rahmen des Festivals „Winter der Nomaden - 2012" vom 21. Februar bis zum 08. März organisierte der Verband diverse Veranstaltungen zum Mondneujahrsfest, ehe ab 01. März mit dem „Eisfest", dem „Adlerfest" und dem „Kamelfest" der zweite Teil des Nomadenwinterfestivals begann.


Adlerfest bei Ulaanbaatar

Das Adlerfest wird zum 4. Mal in der Nähe der Hauptstadt, in diesem Jahr im Feriencamp „Chinggisiin Khuree", gefeiert.
Aus Bayan Ulgii werden am 05. März 20 Adlerjäger erwartet, die ihre Künste ausländischen Touristen, in der Mongolei lebenden Ausländern und Einheimischen vorführen werden.
Das Fest beginnt mit der Parade der in festliche kasachische Nationaltrachten gekleideten Adlerjäger mit ihren ebenso prächtigen Tieren.
Daneben werden kasachische und mongolische Speisen sowie heiße Getränke angeboten und natürlich Modenschauen und Produkte kasachischer und mongolischer Handwerkskunst präsentiert.


Bayartogtokh. Foto Top-Model-Agentur

Mongolisches Model zum Asienmodel des Jahres gekürt
Zum siebten Mal in Folge organisierte der südkoreanische Modelverband den Wettbewerb „Bestes Model Asiens".
Insgesamt beteiligten sich 50 weibliche und männliche Models aus 18 Ländern am Wettbewerb.
Die 13-köpfige Jury aus Korea und Japan entschied sich bei den Männern für D. Bayartogtokh von der Agentur „Mongol Model" aus Ulaanbaatar.
Der Sieg bescherte dem jungen Mann einen Vertrag mit der koreanischen „Top-Model"-Agentur.
Bei den Frauen wurde S. Battsetseg zur „Miss Foto" gewählt.

ITB 2012
Vom 7. bis zum 11. März 2012 werden etwa 11 000 Reiseunternehmen und Organisationen aus 180 Ländern zur 46. ITB Berlin (Internationale Tourismusbörse Berlin) erwartet, die sich und ihre Produkte in 26 Hallen unter dem Funkturm präsentieren.
Seit 1987 beteiligt sich die Mongolei an der Messe und auch in diesem Jahr haben sich 13 Aussteller aus dem zentralasiatischen Land angesagt. Dabei sein werden u. a. „Samar Magic Tours", „Mongolian Adventure Tours" oder „Selena Travel" in der Halle 26. In der Halle 4.1 präsentiert sich das Unternehmen „Mongolian Luxury Tours".
Partnerland der diesjährigen ITB ist Ägypten. Alle Regionen Ägyptens stellen sich und ihre Angebote in der Halle 23 a den Fachbesuchern und den Privatbesuchern vor.

Ausstellungen im Mongoleizentrum in Berlin
Vom 03. bis zum 05. März zeigt die Zuraggalerie in Berlin-Kreuzberg die Ausstellung „where i am", Bilder auf Leinwand und Karton mit einer parallel dazu entstandenen künstlerisch inszenierten Modekollektion der Modedesignerin Hongra (B. Khongorzul).
Am 08. März wird die Ausstellung von Regine Freise „REGINEINBERLIN" und am 13. April eine mit Gemälden und Maskenbildern des Künstlers Torsten Gebhardt „MEMENTO MORI" eröffnet.
Am 17. März präsentieren Hosoo und Transmongolia und Otgo „Kunst und Musik".
Der Eintritt kostet 20 Euro.


   

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Last Update: 01. Januar 2017