Neues aus der Mongolei
4. bis 11. März 2012

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Präsident Elbegdorj zeichnet verdiente Frauen aus. Foto Präsidialamt

Internationaler Frauentag 2012
Präsident Ts. Elbegdorj hat aus Anlass des Internationalen Frauentages Mitarbeiterinnen im Bildungs- und Gesundheitswesen, in den Bereichen Kultur und Dienstleistungen sowie in der Industrie und Landwirtschaft ausgezeichnet.
Während einer festlichen Veranstaltung im Regierungspalast am 08. März verlieh der Präsident u. a. der Leiterin der Augenklinik im Mutter- und Kind-Forschungszentrum Dr. M. Altankhuu den Titel „Verdiente Ärztin der Mongolei", der Sängerin J. Uranchimeg den Titel „Verdiente Künstlerin der Mongolei" und der Leiterin des 54. Kindergartens in Ulaanbaatar S. Oyuntsetseg den Titel „Verdiente Lehrerin der Mongolei".
In seiner Rede dankte Elbegdorj den Frauen und Mädchen für ihren Beitrag bei der Entwicklung des Landes und lobte ihr Engagement bei der Verteidigung der demokratischen Errungenschaften.

Lehrerstreik abgewendet
Auf der außerordentlichen Parlamentssitzung am 07. März beschlossen die Abgeordneten die von der Regierung vorgeschlagenen Ergänzungen zum Staatshaushaltsplan.
Danach werden Löhne und Gehälter sowie Renten rückwirkend ab 01. Februar angehoben: 80 000 Tugrug monatlich mehr für Staatsangestellte (darunter Lehrer und Ärzte) und 53 Prozent mehr für die Rentner.
Gewerkschaftspräsident S. Ganbaatar dankte Ministerpräsident S. Batbold für die Entscheidung. Der angekündigte Lehrerstreik sei damit vom Tisch.
Er hoffe, die Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen Regierung und Gewerkschaften werde sich in Zukunft verbessern.
S. Batbold erklärte im Gespräch mit den Gewerkschaftsvertretern, seit 2008 hätten sich die Gehälter und Löhne verdoppelt.
Am 01. Mai stehe die nächste Erhöhung der Bezüge für Werktätige, Rentner und Sozialhilfeempfänger an.
Die 4. Lesung zum Staatshaushaltsplan umfasste unter anderem auch die Posten Verteidigung, Sozialversicherung, örtliche Haushalte.
Insgesamt haben die Abgeordneten Mehrausgaben in Höhe von 158,3 Milliarden Tugrug beschlossen.
S. Ganbaatar kündigte an, die nächste Aufgabe der Gewerkschaften sei es nun, für die Erhöhung der Löhne in der Privatwirtschaft sowie für die Erhöhung der Mindesteinkommen einzutreten.

Keine Mehrheit für Entlassung des Verteidigungsministers
Die von DP-Abgeordneten geforderte Ablösung von Verteidigungsminister J. Enkhbayar, dem sie Verrat von Staatsgeheimnissen vorwerfen, wurde auf der Sondersitzung der Staatsversammlung (05.-09.03.) von der Mehrheit der Abgeordneten abgelehnt.

Gegen Atomkraft
Aus Anlass des ersten Jahrestages der Tsunami- und Erdbebenkatastrophe in Japan am 11. März 2011, die schwere Unfälle und Störungen im Atomkraftwerk Fukushima zur Folge hatte, organisierte die Anti-Atombewegung der Mongolei eine Protestkundgebung auf dem Sukhbaatarplatz.
Die Unfallserie hatte mit dem Tohoku-Erdbeben am Nachmittag des 11. März 2011 gleichzeitig in vier Reaktorblöcken begonnen. In den Blöcken 1 bis 3 kam es zu Kernschmelzen.
150 000 Menschen mussten zeitweise oder dauerhaft evakuiert werden, Hunderttausende Nutztiere verendeten.
Die Aktivisten der mongolischen Anti-Atomkraftbewegung fordern die mongolische Regierung auf, die Uranförderung und den Uranexport sowie sämtliche Atomprojekte zu stoppen.

The Zeitgeist Movement Mongolia
Zum zweiten Mal wird die Zeitgeist-Bewegung Mongolei einen Zeitgeist-Tag in der Mongolei organisieren.
In der 2008 gegründeten und als Graswurzelbewegung organisierten „The Zeitgeist Movement" engagieren sich Aktivisten aus 200 Ländern für eine sozialere Gesellschaft.
Dabei unterstützen sie aktiv die Occupy-Bewegung.
Die Internetgemeinde „Anonymus" kritisiert die Zeitgeistbewegung als Scientology nahestehend und wirft ihr vor, die Occupy-Bewegung unterwandern zu wollen.


ITB 2012

ITB Berlin 2012
Sieben Reiseunternehmen und drei Fluggesellschaften aus der Mongolei beteiligten sich an der 46. Internationalen Tourismusbörse in Berlin.
Am 06. März eröffnete Wirtschaftsminister Philip Rösler die ITB 2012. Neben dem Präsidenten des Deutschen Tourismusverbandes Klaus Läpple, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit, dem Generalsekretär des Internationalen Tourismusverbandes Taleb Rifai sprachen auch der Tourismusminister Ägyptens, dem diesjährigen Partnerland der ITB, Mounir Fahkry Abdel Nour Begrüßungsworte.


ITB 2012. 1. v. l. Botschafter Davaadorj, 5. v. l. Tourismusminister Tsogtbaatar

An der Spitze der mongolischen Delegation stand der Minister für Umwelt und Tourismus D. Tsogtbaatar (bis Dezember 2012 Staatssekretär im Außenministerium).


ITB 2012

In der Halle 26 stellten die Reiseunternehmen „Juulchin", „Great Genghis Tours & Expeditions", „Mongolian Adventure Tours", „Nature Tours", Tsolmon Travel", „Selena Travel" und „Samar Magic Tours" ihre Angebote vor.


ITB 2012

Außer der nationalen mongolischen Fluggesellschaft „MIAT" präsentierten sich auch die privaten Fluglinien „Eznis" und „Mongolian Airlines Group", die nach der Neugründung durch die Bodi Group am 14. September 2011 am 18. Dezember 2011 ihren ersten Inlandsflug von Ulaanbaatar nach Bayankhongor startete. Am 19. Februar 2012 folgte der erste internationale Flug nach Tokio.
Laut Minister Tsogtbaatar soll der Tourismus zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Mongolei entwickelt werden. Dazu gehöre selbstverständlich die Präsentation auf der weltweit größten Tourismusmesse in Berlin.


ITB 2012

Tsogtbaatar führte im Rahmen seines Messebesuchs Gespräche mit dem Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dirk Niebel, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium E. Burgbacher und mit dem Präsidenten der Messe Berlin GmbH Raimund Hosch über eine engere Zusammenarbeit.


Immer begehrt. Mongolische Models

Am 08. und 09. März beteiligten sich die Mongolen mit dem Folkloreensemble „Tumen Ekh" und mit der Show „Deeltei Mongol" an einer Tourismuswerbeveranstaltung im Europazentrum. Besonders begehrt waren die mongolischen Models in ihren farbenprächtigen, an den Trachten mongolischer Königinnen orientierten Kleidern bei der Luxury Shopping Night auf dem Kurfürstendamm am 09. März.


Messerundgang des Regierenden Bürgermeisters K. Wowereit am 07. März

Die Reisebranche boomt, so das einhellige Urteil der Veranstalter nach Abschluss der Messe am 11. März. 10 644 Aussteller aus 187 Ländern, 20 Prozent mehr Fachbesucher – 113 000, davon 44 000 aus dem Ausland, 7000 akkreditierte Journalisten aus 94 Ländern besuchten die ITB 2012.


ITB 2012

Die Mongolen hoffen, nachdem sie 2011 bereits Kulturpartner der ITB waren, im Jahr 2014 zum Partnerland der ITB zu avancieren.

Mongole in IOC-Kommission gewählt
Auf einem Meeting des Internationalen Olympischen Komitees am 09. März wurden die neuen Mitglieder der einzelnen Kommissionen vorgestellt.
Zum ersten Mal gehört mit Jugderiin Otgontsagaan ein Mongole diesem Gremium an.
J. Otgontsagaan, geboren 1962, Sinologe und Sportjournalist, ist Generalsekretär des Mongolischen Olympischen Komitees und wurde in die Kommission Sport und Umwelt gewählt.

Falsche Schamanen
In den letzten Jahren habe die Zahl falscher Schamanen, die hilfesuchenden Menschen mit sinnlosen, teilweise schädlichen Praktiken das Geld aus der Tasche zögen, zugenommen. Das Präsidialamt habe deshalb eine Initiative gestartet, um die Bürger zu schützen und diesem negativen Trend entgegen zu wirken. Zu diesem Zweck sollen diesbezügliche Erkenntnisse in den Aimags, in der Hauptstadt und in deren Stadtbezirken zusammen geführt werden. Kriminelle Machenschaften müssten aufgedeckt und entsprechend geahndet werden.
Selbsternannte Schamanen versprächen Heilung von schweren Krankheiten, Abwehr von Not und Leid und sammelten damit nicht selten Millionen von Tugrug, Gold und Schmuck ein.
Sie erböten sich, hauptsächlich sehr junge Mongolinnen zu Schamaninnen „auszubilden".
Das Strafgesetz ermöglichte die Verurteilung solcher Täter. Die ersten seien bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Zu heftig gefeiert
Die Polizei musste am 08. März Männer und Frauen in Gewahrsam nehmen, weil sie unter Alkoholeinfluss in Restaurants, auf Straßen und Plätzen oder in ihren Wohnungen randalierten, andere Menschen bedrohten oder hilflos aufgefunden wurden.
In den Ausnüchterungszellen der Polizeistation an der Eisenbahn waren vorübergehend zehn Frauen untergebracht, die meisten von ihnen aus dem Songino- und Bayangol-Duureg.
Noch heftiger feierten die Männer den Frauentag. Allein in Ulaanbaatar mussten 173 die Nacht in den Ausnüchterungszellen der Stadtbezirke verbringen.


   

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Last Update: 01. Januar 2017