Neues aus der Mongolei
29. Juli bis 4. August 2013

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Sommerwiese in der Mongolei

Präsident Elbegdorj begnadigt MRVP-Vorsitzenden
Am 01. August, 11:20 Uhr MEZ, wurde in Ulaanbaatar die Meldung verbreitet, Präsident Ts. Elbegdorj habe Nambaryn Enkhbayar aufgrund seine schlechten Gesundheitszustandes begnadigt und die Justizbehörden angewiesen, ihn unverzüglich freizulassen.
Enkhbayar war vor fast genau einem Jahr zu 2,6 Jahren Haft wegen Amtsmissbrauch und Korruption verurteilt worden.
Seitdem kämpfte die MRVP, die nach den Wahlen 2012 in die Innovationsregierung von N. Altankhuyag (DP) eingetreten war, für seine Freilassung, da das Urteil politisch motiviert sei.
Namhafte Mitglieder der MVP wie D. Terbishdagva waren nach der Verhaftung des Vorsitzenden der MRVP (2010 Abspaltung von MVP) in einer Nacht- und Nebelaktion im April 2012 aus der MVP aus- und in die MRVP eingetreten.
Der sich ständig verschlechternde Gesundheitszustand des Inhaftierten führte schließlich dazu, dass Enkhbayar in die Gefängnisabteilung im Krankenhaus Nr. 2 eingeliefert wurde.
Die Mehrheit der Bevölkerung begrüßte die Entscheidung des Präsidenten.
Es gibt auch Kritiker, die fürchten, der Gnadenerlass führe zu einer Abschwächung des Kampfes gegen die Korruption.
Unmittelbar nach der Bestätigung des Präsidentenerlasses begaben sich Familienmitglieder, der Vizeministerpräsident D. Terbishdagva, Gesundheitsministerin N. Udval und Abgeordnete der MRVP ins Krankenhaus.
Udval dankte dem Präsidenten, nun bestehe die Chance, das Leben Enkhbayars zu retten. Die Abgeordnete Bayasgalan meinte, die Freilassung sei nur ein erster Schritt, nun müsse die Rehabilitation erfolgen.

UNFPA-Repräsentantin überreicht Beglaubigungsschreiben
Am 21. Juli hat Außenminister L. Bold die Ständige Vertreterin des UN-Bevölkerungsentwicklungsprogramms (UNFPA) Naomi Kitahara zum Antrittsbesuch empfangen.
N. Kitahara arbeitete von 2006 bis 2007 für JICA, die japanische Agentur für internationale Zusammenarbeit, ehe sie zu UNFPA wechselte.
Von Juli 2012 bis Juli 2013 war sie die Ständige UNFPA-Vertreterin in Malawi.
Die Mongolei ist seit 1978 Mitglied der UNFPA.

UNICEF kritisiert Mongolei
Trotz verschärfter Sicherheitsvorschriften für die jungen Reiter und Reiterinnen bei den diesjährigen Naadamrennen, verloren zwei Kinder ihr Leben.
Kein Nationalfest kann wichtiger sein, als das Leben und der Schutz von Kindern.
Die Maßnahmen reichten nicht aus, erklärten die Vertreter von UNICEF in der Mongolei, es gelte die Bestimmungen der UN-Kinderrechtskonvention sorgfältiger zu befolgen.
Der Einsatz von Kindern bei den zahlreichen Pferderennen mongoleiweit, die für Prestige und Gewinn der Pferdebesitzer und –trainer ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, müsse verhindert werden.
Beim Naadam im Ugiinuur Sum im Arkhangai-Aimag war ein neunjähriger Junge nach einem Sturz vom Pferd gestorben, im Jargalant-Sum im Tuv-Aimag ein siebenjähriger Junge.

Einheitliches Adressverzeichnis-System
Auf ihrer Sitzung am 03. August beschlossen die Regierungsmitglieder die „Ordnung für ein einheitliches Adressenverzeichnis von Straßen, Wegen, Plätzen und Immobilien".
Verantwortlich für die Erarbeitung des Projekts ist der Leiter des Amtes für Kartographie und Geodäsie A. Khurelshagai, verantwortlich für die Kontrolle der Minister für Bauwesen und Stadtentwicklung Ts. Bayarsaikhan.


MVP-Parteigebäude

VIII. MVP-Parteikonferenz
Am 05. August, 15:00 Uhr, fünf Stunden später als geplant, hat die VIII. Parteikonferenz der MVP begonnen.
Die Einberufung der Parteikonferenz war von den Mitgliedern der Gruppe „Shinjilye" erzwungen worden.
Sie fordern grundlegende Reformen, die nur durch die Wahl einer neuen Parteiführung erfolgversprechend sein könnten.
Dazu sei die Einberufung eines Parteitages erforderlich.
Der Medienandrang im Parteigebäude war groß, zumal der Exparteivorsitzende und Exministerpräsident S. Bayar eigens aus dem Ausland in die Mongolei zurückgekehrt war, um an der Parteikonferenz teilzunehmen.
Der ehemalige Generalsekretär U. Khurelsukh – Initiator der Umbenennung der Partei von MRVP in MVP und Intimfeind von Expräsident N. Enkhbayar, jetzt Vorsitzender der MRVP – war hingegen nicht erschienen. Auch er war kurz vorher aus dem Ausland herbeigeeilt, wohin er sich nach der verheerenden Wahlniederlage seiner Partei 2008 begeben hatte. Offenbar versuchte er, sich an die Spitze der Reformergruppe zu setzen
Von seinem Amt als Generalsekretär war er seinerzeit zurückgetreten und auch sein Abgeordnetenmandat hatte er zurückgegeben.
Nach dem Hauptreferat, in dem der Parteivorsitzende U. Enkhtuvshin Fehler und Versäumnisse einräumte, setzten die Mitglieder der Parteikonferenz ihre Versammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit fort. Auf einer Pressekonferenz wurde als Hauptaufgabe der Konferenz die Diskussion eines Termins für den Parteitag und die Erhöhung der Delegiertenzahlen genannt.
Aktuell sind 712 Delegierte vorgesehen. Diese Zahl sollte auf 220 erhöht werden. Immer noch hätte die erste politische Partei der Mongolei 220 000 Mitglieder.
Als Terminvorschlag für den Parteitag wurde der 27. Oktober genannt.

Mitglieder der MRVP bitten um Aufnahme in die MVP
Mitglieder und Unterstützer der MRVP haben am Montag auf einer Pressekonferenz in Ulaanbaatar die Wiedervereinigung von MVP und MRVP gefordert.
Der Streit Weniger hätte zur Spaltung geführt und den Niedergang eingeleitet.

Nur 7,6 Prozent der Hauptstädter verfügen über Bodeneigentum
Nach dem „Gesetz über das Privateigentum an Boden" von 2003 haben die mongolischen Einwohner Ulaanbaatars das Recht auf die kostenlose Übereignung von 0,07 Hektar.
Nach Informationen der Stadtverordentenversammlung haben bisher 93 291 Bürger oder 7,6 Prozent von diesem Recht Gebrauch gemacht.
Den Stadtbezirksverwaltungen wurde die Auflage erteilt, Privatisierungsflächen auszuweisen und den Bürgern die Möglichkeit zu verschaffen, das Gelände für Wohn- und Arbeitszwecke zu nutzen.

Anwälte der Ex-MIAT-Führung legen Berufung ein
Die wegen Geldwäsche und Unterschlagung zu Haftstrafen zwischen zehn und 13 Jahren verurteilten Mitglieder der ehemaligen MIAT-Führung - die Direktoren B. Erdenebileg (13 Jahre und ein Monat), B. Bat-Erdene (12 Jahre und ein Monat), Ts. Orkhon (elf Jahre und ein Monat) sowie der Vizedirektor Ch. Khorolsuren (13 Jahre und ein Monat), sein Bruder Ch. Suuritogtokh, ehemals Direktor von „Mongolian Airlines" (zehn Jahre und ein Monat) und ein Bankangestellter (elf Jahre und ein Monat) haben gegen die Urteile Berufung eingelegt.


Grünanlage am Studentenwohnheim Nr. 1 in Ulaanbaatar

Pflege der Grünanlagen und Blumenrabatten in Ulaanbaatar
Besucher der mongolischen Hauptstadt konnten sich in den letzten Jahren davon überzeugen, dass es die Stadtverwaltung ernst gemeint hat mit dem Slogan „Unsere Stadt soll sauberer, farbiger und grüner werden".
Vier Fahrzeuge am Tag und drei in der Nacht sind in den Sommermonaten ständig unterwegs, um die angelegten Grünflächen und Blumenrabatten zu pflegen und ihre Unversehrtheit zu kontrollieren.

„Mongol Wunderkind 2013"
Drei mongolische Schüler hatten sich für die Weltmeisterschaften „Nationale Geographie" (The National Geographic World Championship) vom 28.- 31. Juli in Sankt Petersburg (Russland) qualifiziert.
Sie konnten sich unter 356 Teilnehmern in vier Runden bei der Olympiade „Mongol Wunderkind 2013", die gemeinsam vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft, von National Geographic Kids Mongolia sowie der Schweizer Agentur für Zusammenarbeit und Entwicklung organisiert worden war, durchsetzen.
Den ersten Platz beim nationalen Ausscheid, dessen Finalrunde im Fernsehen übertragen worden war, belegte G. Turbold von der Sant-Schule, den zweiten Platz U. Bayarbat von der Mongolisch-Türkischen Schule, den dritten Platz L. Amarbold, ebenfalls von der Sant-Schule.
Insgesamt haben Teams aus 17 Ländern teilgenommen.

Asien Grand Prix im Bogenschießen in Ulaanbaatar
160 Bogenschützen und Bogenschützinnen aus China, Russland, Indien, Malaysia und Südkorea trafen sich vom 28. Juli bis zum 02. August in Ulaanbaatar zum 2. Asien Grand Prix.
Das mongolische Männerteam mit G. Gan-Erdene, J. Gantugs und B. Dolgorsuren gewann eine Goldmedaille, das Mixed Team mit B. Urantungalag und J. Gantugs holte Silber.
Mit vier Goldmedaillen stellte Südkorea die erfolgreichste Mannschaft.

8. Mongoleifestival
Vom 06. bis 08. September 2013 lädt der Deutsch-Mongolische Kulturverein (DMKV) nach Schlangenbad-Bärstadt im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen zum 8. Mongolei-Festival ein.
Es ist das größte Open-Air und Indoor-Mongoleifestival Europas und die Veranstalter haben erneut ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles Kultur- und Informationsprogramm zusammengestellt: Diavorträge, Workshop für Obertonsingen mit Hosoo, Bogenschießen, Ponyreiten, traditioneller Ringkampf, Folklore, dargeboten von namhaften Bands und Solisten, Kaschmirmode und selbstverständlich können die Besucher auch mongolische Speisen (Buuz, Khushuur) und Getränke (Suutei Tsai) probieren.

Für mehr Informationen zum Programm und zu den Eintrittspreisen sh. auch www.mongolei-festival.de

 


   

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Last Update: 01. Januar 2017