Neues aus der Mongolei
20. bis 26. Mai 2013

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


E. Oswald und L. Bold in Ulaanbaatar. Foto Reg. d. Mgl

Außenminister Bold empfängt Bundestagsvizepräsidenten
Vom 23. bis zum 30. Mai weilt eine Bundestagsdelegation unter Leitung von Vizepräsident Eduard Oswald zu politischen Gesprächen in der Mongolei.
Die Gäste folgen einer Einladung des Vorsitzenden der Großen Staatsversammlung Z. Enkhbold und trafen u.a. mit der Vorsitzenden des Petitionsausschusses und Vorsitzenden der mongolisch-deutschen Parlamentariergruppe in der Staatsversammlung R. Burmaa, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten D. Terbishdagva sowie Außenminister L. Bold zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch zusammen.
Außerdem sind Besuche im Kraftwerk Darkhan sowie in der Berufsschule der Salesianer Ordensschwestern geplant.
Begleitet wird Oswald von der Vorsitzenden der deutsch-zentralasiatischen Parlamentariergruppe im Bundestag Dagmar Enkelmann (Die Linke), MdB Ute Kumpf (SPD) und MdB Manfred Grund (CDU/CSU).

Mongolischer Verkehrsminister auf Weltverkehrsforum in Leipzig
Auf Einladung vom Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung MdB Peter Ramsauer nahm sein mongolischer Amtskollege A. Gansukh vom 22. – 24. Mai am 6. Internationalen Verkehrsforum in Leipzig teil.
Das Forum war 2006 auf Beschluss der Verkehrsminister der OECD-Mitgliedsländer gegründet worden.
In der diesjährigen Abschlussdeklaration wurde festgestellt, der Bedarf an Mobilität mit Hilfe hochwertiger Verkehrsnetze steige stetig an.
Erst eine gute Verkehrsinfrastruktur ermögliche Handel und Wirtschaftswachstum. Alle Verantwortlichen seinen deshalb aufgefordert, nach neuen Wegen zu suchen, die langfristige Finanzierung des Transport- und Verkehrssektors sicher zu stellen.
An der Veranstaltung nahmen Verkehrsminister aus den 54 Mitgliedsländern sowie 1000 Experten und Vertreter der Zivilgesellschaft teil.

Abbau illegal errichteter Gersiedlungen am Tuul-Ufer
Auf Beschluss der Bayanzurkh-Duuregverwaltung begann am Nachmittag des 23. Mai unter Aufsicht des Amtes für Bodeneigentum des Bayanzurkh-Duuregs, der Polizeibehörde und der Verwaltung des Tuul-Schutzgebietes im 11. Khoroo der Abbau von illegal errichteten Gers (Jurten).
Die Bewohner hatten ihre Behausungen im Trinkwasserschutzgebiet errichtet.
Obwohl die meisten Gerbewohner zunächst nicht zu Hause waren, wurde mit den Abbauarbeiten begonnen.
Die Eigentümer beklagten, sie seien über die Pläne nicht informiert worden, außerdem sei nicht nachzuvollziehen, wieso einige Familien über Erlaubnisscheine verfügten, anderen diese verweigert worden seien.
Der Chef des Amtes für Bodeneigentum N. Batsukh widersprach. Den Siedlern sei von Anfang an klar gemacht worden, dass sie Gesetze verletzten, sollten sie sich im Trinkwasserschutzgebiet niederlassen. Überall seien Hinweisschilder angebracht. Jetzt sei Eile geboten. 20 Familien, die allein im letzten Monat hier ihre Gers aufgebaut hätten, würden umgesiedelt, illegal erworbene Genehmigungen würden eingezogen.
Auch am Uliastai-Fluss müssten 400 Familien, die bereits seit acht bis 13 Jahren hier wohnen, mit Umsiedlungen rechnen.
Gansukh erläuterte, auch Familien mit regulären Genehmigungen müssten das Trinkwasserschutzgebiet verlassen. Es gehe um die Gesundheit des gesamten Gemeinwesens.

Renovierung der Natsagdorj-Bibliothek
Vom 01. Juni bis zum 15. September dieses Jahres bleibt die Dashdorjiin-Natsagdorj-Bibliothek in Ulaanbaatar geschlossen.
In dieser Zeit werden Gebäude und Bestände einer gründlichen Renovierung unterzogen.
Die Bibliothek war 1980 eröffnet worden und beherbergt 3000 Bücher, von denen einige dringend restauriert werden müssen.
Außerdem sollen Anstrengungen unternommen werden, verloren gegangene Bände ausfindig zu machen.
Insgesamt wurden für die „große Renovierung" 495 Millionen Tugrug veranschlagt.
Während der Restaurierungsarbeiten werden die Bestände der Natsagdorj-Bibliothek vorübergehend im amerikanischen Kultur- und Informationszentrum eine Heimstatt finden.

Sommerferien
Am 10. Juni beginnt der erste Durchgang in den Sommerferienlagern für die Schüler Ulaanbaatars.
In 32 Camps im „grünen Gürtel" der Hauptstadt können sich die Kinder und Jugendlichen vom Schulstress erholen.
Eine Woche kostet für Grundschulkinder 125 000, für Schüler der Sekundarstufe 130 000 und für die der Abschlussklassen 145 000 Tugrug.

Verschwundene Ausstellungsgegenstände und Nachweisbücher
Kulturministerium und Polizei fordern von der MVP Aufklärung über den Verbleib von Exponaten des ehemaligen Leninmuseums sowie über die Bestandsnachweise.
26 Personen, ehemalige Mitarbeiter im Museum, seien in diesem Zusammenhang als Zeugen vernommen worden.
Ebenso geprüft würden Unterlagen im Zusammenhang mit dem Leninmuseum im Zentralarchiv.
Die MVP habe bisher auf keine der Anfragen und Aufforderungen reagiert.


Buddhapark am Fuße des Zaisan in Ulaanbaatar

Buddhageburtstag
Am 25. Mai feierten die Anhänger aller Richtungen des Buddhismus Empfängnis, Geburt, Erleuchtung und Tod des historischen Buddha – „der Erwachte" (560-480 v. u. Z).
Auch in der Mongolei, wo der Buddhismus-Lamaismus vom 16. Jahrhundert bis 1924 Staatsreligion war und seit 1990 seine Renaissance erlebt, wird der Tag besonders gewürdigt.
Allerdings rückt der religiös-theologische Hintergrund des „Ikh Duitsen udur" immer mehr in den Hintergrund.
Vor allem die hauptstädtische Jugend feiert das Datum als „Tag der Erfüllung der Wünsche".


Im Buddhapark

Die Gläubigen in der Mongolei sind Anhänger des Buddhismus des „Großen Fahrzeugs" (Mahayana) wie auch die Buddhisten in China, Tibet, Nepal, Bhutan und Korea.
Geboren wurde Buddha in Lumbini im heutigen Nepal. Seine Eltern aus dem Kriegergeschlecht der Shakyas gaben ihm die Namen Siddhartha
Gautama.
Siddhartha verstand sich nicht als Religionsgründer, sondern als Wegbegleiter, Lehrer (Guru, Lama) für die Menschen auf dem Weg zu Weisheit, höchster Erkenntnis und vollkommener


Museum für die Opfer des Stalinismus

Internationaler Museumstag
17 Museen beteiligten sich landesweit mit Sonderführungen, Kolloquien und Workshops am Internationalen Tag der Museen am 18. Mai.
Das Choijin-Lam-Religionsmuseum organisierte eine „Nacht des Museums", andere Museen spezielle Veranstaltungen für Kinder.
Der Eintritt in alle Museen war am 18. Mai kostenlos.


Religionsmuseum Choijin-Lam-Kloster

Videowettbewerbssieger stehen fest
Neun Studios, darunter AJU, Zaluus, Michid und Creative Trends, haben insgesamt 12 Beiträge für den Mazaalai-Videowettbewerb eingereicht.
In der Kategorie Trailer gewannen Kh. Turmunkh mit „Retten wir den Mazaalai" und G. Badral mit „Mazaalai". B. Luvsankhuu („Gobijunge"), Ts. Munkhbayar („Der unglückliche Bär") und Ts. Baatarsuren (Die Worte des Mazaalai") heißen die Gewinner in der Kategorie 5-Minutenviedeo.
Der Wettbewerb war vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz im Rahmen des Programms zum Schutz des vom Aussterben bedrohten Gobibären (Mazaalai) ins Leben gerufen worden.

Erstes Bonner Naadam
Die Abteilung für Mongolistik und Tibetstudien an der Uni Bonn lädt am 11. Juli zum 1. Bonner Naadam, dem mongolischen Nationalfest, ein.
Unterstützt wird sie bei Vorbereitung und Durchführung vom Mongoleizentrum Bonn.
Die Besucher erwarten Ringkämpfe, improvisierte Pferderennen, Knöchelspiele und Überraschungen für Kinder.
Außerdem können sie beim Aufbau eines mongolischen Gers dabei sein, mongolische Nationaltrachten anprobieren und/ oder ihren Namen in altmongolischer Schrift schreiben lassen.

Mongolischer Jiu Jitsu Champion
Bei den offenen britischen Meisterschaften im Jiu Jitsu in Birmingham am 18. und 19. Mai siegte der mongolische Sportler A. Munkhbayar in der Klasse bis 64 kg.
Munkhbayar, der in Großbritannien lebt, wird auch der mongolischen Mannschaft angehören, die an den Weltmeisterschaften in Long Beach (USA) vom 27.05. – 02.06. teilnimmt.

Sumo
Großmeister Hakuho M. Davaajargal hat das Natsu Basho der Sumoprofis in Tokio vom 12. – 26. Mai mit 15:0 gewonnen.
Den zweiten Platz teilten sich Großmeister Harumafuji D. Byambadorj und der Georgier Gagamaru Teimuraz Jugheli (jeweils 11:4).


   

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Last Update: 01. Januar 2017