
Der Wolf und die sieben Geißlein im Kindergarten Nr. 25
Ausbildungsjahr
2013/14
Die Renovierungsarbeiten an neun
Schulen, sechs Kindergärten und dem Internat einer allgemeinbildenden Schule in
der Hauptstadt könnten nicht bis zum 01. September beendet werden, wodurch sich
der ordnungsgemäße Schuljahresbeginn verzögerte. Die Schüler würden auf andere
Schulen verteilt, der Betrieb in den betroffenen Kindergärten könne nicht vor
November aufgenommen werden.
Nichtsdestotrotz begann an den meisten Bildungseinrichtungen, einschließlich der
Kindergärten, am 01. September, einem Sonntag, das neue Ausbildungsjahr.
2013/14 lernen 504.200 Kinder an den 755 staatlichen und privaten
allgemeinbildenden Schulen des Landes, davon 54.600 Abc-Schützen.
Überall stand „Die Geheime Geschichte der Mongolen" auf dem Programm des ersten
Unterrichtstages.
Präsident Ts. Elbegdorj hielt seinen traditionellen Teleunterricht zum
Schuljahresbeginn zum Thema: „Gute Regierungsführung und die Beteiligung von
Kindern und Jugendlichen".

Vor der Lehrerausbildungsfakultät der Universität für Bildung
Erste
mongolisch-französische Regierungskonsultationen
Am 02. September gingen die ersten
mongolisch - französischen Regierungskonsultationen in Paris zu Ende.
Die mongolische Arbeitsgruppe leitete der Staatssekretär im Außenministerium G.
Tsogtsaikhan, die französische Arbeitsgruppe vom Direktor der Abteilung Energie
und Klimaveränderung im Ministerium für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und
Energie Laurent Michel.
Im Focus der Gespräche standen Diskussionen über die Schaffung von
Beratungsmechanismen und die Bereiche der bilateralen Zusammenarbeit und die
Abfassung eines Memorandums im Zusammenhang mit der Beteiligung des
französischen Energieversorgungskonzerns „GDF Suez" am Bau des Heizkraftwerks
Nr. 5.
Die Zusammenarbeit vertiefen wollen beide Seiten bei der Nutzung erneuerbarer
Energien, in der Landwirtschaft, bei der Entwicklung der Infrastruktur in der
Mongolei, bei der Wiederaufforstung, beim Kampf gegen die Austrocknung der Böden
und bei der Schaffung der dafür notwendigen Bewässerungssysteme.
Gespräche führten die Mitglieder der mongolischen Arbeitsgruppe auch mit dem
Staatssekretär im Außenministerium Pierre Sellal und mit dem Büroleiter von
Energieminister Philippe Martin, Gilles Ricono.
Rücktritt der
Regierung gefordert
Auf einer Pressekonferenz am 30.
August in Ulaanbaatar forderte die Reformkommission der MVP den freiwilligen
Rücktritt der Regierung unter Ministerpräsident N. Altankhuyag innerhalb der
nächsten 14 Tage.
Von Erneuerung könne keine Rede sein, die wirtschaftliche Situation und die
Sicherheitslage des Landes hätten sich im vergangenen Jahr aufgrund falscher
Beschlüsse und Entscheidungen der Regierung verschlechtert. Als Beispiele führte
die MVP die Hindernisse an, die einen für die Mongolei profitablen Betrieb von
Tavantolgoi und Oyutolgoi verhinderten. Tausende Menschen hätten ihre
Arbeitsplätze verloren, das allgemeine Geschäftsklima in der Mongolei
verschlechtere sich zusehends.
Die 1,5 Milliarden teure Staatsanleihe („Chinggis-Bond") hätte ihre Wirkung
verfehlt, Löhne, Gehälter und Renten stagnierten, der Tugrug verliere an Wert.
Allein in den letzten Monaten hätte er gegenüber dem USD 240 Tugrug verloren.
Die Studiengebühren seien demgegenüber um 15 bis 20 Prozent gestiegen, die
Wohnungspreise stiegen ebenfalls unaufhörlich, das Außenhandelsdefizit hätte
einen neuen Rekordwert erreicht.
Sollte die Regierung nicht zurücktreten, würde die MVP ihren „Kampf" gegen die
Regierung verschärfen.
Tony Blair besucht
die Mongolei
Auf Einladung der mongolischen
Regierung stattet der ehemalige britische Ministerpräsident Tony der Mongolei am
07. Und 08. September einen Arbeitsbesuch ab.
Die „Tony-Blair-Stiftung" berät die Regierung unter anderem auf den Gebieten
Bildung, Gesundheit, der Schaffung von Arbeitsplätzen, bei der Gewinnung von
Direktinvestoren und vor allem bezüglich der Ausgestaltung nachhaltigen
Finanzpolitik.
Außer mit Regierungsmitgliedern wird Blair auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin,
mit dem Fraktionschef der MVP N. Enkhbold zusammentreffen.
Die Zusammenarbeit von Blairs Stiftung mit der Mongolei begann während der
Regierungszeit von S. Batbold (MVP).
Mongolische
Mitglieder im Oyutolgoi-Aufsichtsrat
Am 04. September wurden die Namen
der neuen mongolischen Mitglieder im Aufsichtsrat von Tourquoise Hill bekannt
gegeben.
G. Temuulen ist Vizedirektor von „Erdenes MGL", D. Ganbold, Geschäftsführer von
„Erdenes Oyutolgoi" und Ch. Otgochuluu Abteilungsleiter Strategie und Planung im
Bergbauministerium.
Grüne Woche 2013
Zum achten Mal organisiert die
Regierung vom 18.-24. September eine „Grüne Woche".
Zum Programm gehören neben der Verkaufsausstellung von Produkten der
Landwirtschaft und Nahrungsgüterindustrie, das Erntedankfest „Goldener Herbst
2013" im „Dunjingarav"-Handelszentrum, die Verkaufsausstellung „Spitzenvieh
2013" in Khui Doloon Khudagt sowie Symposien und Vortragsreihen zur gesunden
Ernährung, zum Pflanzenbau und zur Tierhaltung.
Mindestlohnerhöhung
Ab dem 01. September 2013 erhöht
sich der flächendeckende Mindestlohn in der Mongolei von 140 400 auf 192 000
Tugrug monatlich.
Damit wird ein Beschluss der Regierung, des Arbeitgeberverbandes und der
Gewerkschaften vom 12. April dieses Jahres umgesetzt.
Der Mindeststundenlohn beträgt 1.142,85 Tugrug.

1. Reihe, 3. und 4. v.l. L. Otgonsuren und H. Reschke
Reise in ein
unbekanntes Land
Bildung spielt im Programm der
Innovationsregierung eine herausragende Rolle und so erreichte Anfang des Jahres
eine Anfrage aus dem Amt für Bildung der Ulaanbaatar-Stadtverwaltung die
Bundesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ).
Die Mongolen interessierten sich für Strukturen und Praxis der außerschulischen
Bildung für Kinder und Jugendliche in Deutschland und wünschten sich die
Aufnahme von Partnerschaftsbeziehungen mit dem Ziel einer längerfristigen
projektorientierten Zusammenarbeit.
Die Schule der Künste e.V. Schwerin gewann die Ausschreibung und das „Projekt
Mongolei" startete mit einem Fachkräfteaustausch.
Im April dieses Jahres besuchten sieben mongolische Kolleginnen und ein Kollege
aus Ulaanbaatar und Khuvsgul die Schule der Künste und verschafften sich einen
Überblick über Arbeitsstrukturen und Methodik der kulturellen Kinder- und
Jugendbildung in Schwerin und Berlin.
Sh. auch „Neues
aus der Mongolei" vom 21.04.13

Ulaanbaatar im August 2013
Schon vier Monate
später erfolgte der Gegenbesuch.
Acht Delegierte aus Schwerin, Berlin, Frankfurt am Main und Bochum, darunter der
Direktor der SDK Holger Reschke und Susanne Herweg, Mitglied der CDU-Fraktion in
der Stadtvertretung Schwerin, weilten vom 21. bis zum 31. August in der
Mongolei, um mit ihren mongolischen Kollegen den Erfahrungsaustausch zu
vertiefen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Länder in der Praxis der
kulturellen und künstlerischen Bildung herauszuarbeiten und sie gegebenenfalls
für die eigene Arbeit nutzbar zu machen.
Die mongolischen Gastgeber - das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, die
Staatliche Universität für Bildung, die Staatliche Universität für Kunst und
Kultur, das nationale Zentrum für lebenslange Bildung, das Zentrum für
lebenslanges Lernen im Sukhbaatar-Stadtbezirk, die Schule für Blinde und
Sehschwache, ebenfalls im Sukhbaatar-Duureg, der Nationale Fernseh- und
Rundfunk, der Kindergarten Nr. 25, die 93. Schule im Bayangol-Stadtbezirk, der
Mongolische Kunstrat - hatten ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt, das
den Gästen nicht nur Einblicke in die Arbeitsweise von Lehrern, Sozialarbeitern
und Künstlern bei der Erfüllung ihres außerschulischen und schulischen
kulturellen Bildungsauftrages ermöglichte, sondern auch Wissenswertes über
Geschichte, Kultur, Sitten und Bräuche der Mongolei vermittelte.
Kurz nach der Landung auf dem internationalen Flughafen „Chinggis-Khaan" ging es
auf zur Stadtrundfahrt durch Ulaanbaatar und die Deutschen staunten nicht
schlecht – ihre Vorstellungen von einem beschaulichen Nomadendorf mussten sie
schnell korrigieren. Ulaanbaatar ist eine moderne Großstadt, die sich bemüht,
auch äußerlich an Attraktivität zu gewinnen.
Gandankloster, Bogd-Khaan-Museum, das sowjetisch-mongolische Ehrenmal auf dem
Zaisan-Hügel, der Buddhapark, das Zanabazar-Museum im Chingeltei-Duureg, der
Kinderpalast zur Talenteförderung dienten als Orte für Workshops zur Geschichte
sowie zum künstlerischen und kulturellen Erbe der Mongolei.
In den Schulen, im Kindergarten und im „Gegeerel" Zentrum für lebenslanges
Lernen in einem Ger-Khoroo im Sukhbaatar-Duureg gaben die Kinder und
Jugendlichen Proben ihres Könnens im Tanzen, im Singen, beim Musizieren, Cécile,
Birgit und Heidi gaben Deutsch- und Zeichenstunden, versuchten die
Vorstellungskraft der jungen Leute zu stärken und demonstrierten dabei
vielfältige Möglichkeiten des Lernens mit spielerischen Mitteln.
Ein Höhepunkt der Reise war zweifellos die Fahrt aufs Land, die Übernachtung im
Ger, die Kamel- und Pferderitte und das Pferderennen der Mädchen und Jungen aus
dem Erdene-Sum mit anschließender Siegerehrung und die Leistungsschau von
Studenten der Kunst- und Kulturuni. Mongolische und deutsche Kunstexperten
bewerteten gemeinsam, wie die jungen Menschen Stimmungen und Farben im Wechsel
der Tageszeiten wiederzugeben in der Lage waren, welche Fortschritte jeder der
15 Kunststudenten der Fakultät für Malerei aufzuweisen hatte.
Zunächst etwas skeptisch, kosteten schließlich doch alle vom Airag (gegorene
Stutenmilch) und ließen sich „Khorkhog", Hammelfleisch, Möhren, Rüben und
Kartoffeln, gegart auf heißen Steinen in einer geschlossenen Kanne, schmecken.
Nur beim Singen konnten die Deutschen nicht mithalten.
Während die Mongolen ihren staunenden Gästen ein Volkslied nach dem anderen
vorsangen, schafften es die Gäste immerhin, ein Lied textsicher vorzutragen.
Herr Arslan, gemeinsam mit seiner Frau Nergui Betreiber des Gercamps in Terelj
und Leiter des „Gegeerel"-Zentrums im Sukhbaatar-Duureg – seit Inkrafttreten des
Gesetzes über außerschulische Bildung im Jahr 1997 sind landesweit 370 dieser
Einrichtungen in den Duuregs, Sums und Aimags entstanden - bemüht sich, das Camp
zum Ferienlager für behinderte Kinder auszubauen. Notwendig dafür seien
allerdings eine sichere Wasserversorgung mittels Tiefbrunnen und der Bau von
ausreichenden sanitären Anlagen.
Bei der Bewertung des begehbaren Chinggis-Denkmals (Tsonjin Boldog), 53 km von
Ulaanbaatar entfernt, kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein, imposant
ist es allemal und bestens geeignet für einen Exkurs in die Geschichte des
Landes.
Neben dem offiziellen Programm nutzten die Teilnehmer sehr gern die Gelegenheit,
sich von Johannes Rey, Büroleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung und Frau Chogdony
Oyungerel, Repräsentantin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Ulaanbaatar, über die
aktuelle politische und wirtschaftliche Lage der Mongolei informieren zu lassen.
In den Gesprächen mit dem Mitglied der Großen Staatsversammlung Frau
Bayanselenge im Regierungspalast und mit Frau Nasanbayar, Abteilungsleiterin im
Bildungsministerium sowie dem Mitarbeiter der Abteilung L. Otgonsuren wurden die
künftigen Aufgaben der deutsch-mongolischen Zusammenarbeit in der kulturellen
Jugendbildung diskutiert.
Im Ergebnis legten die Mongolen ein Memorandum als Grundlage für die Kooperation
mit den beteiligten Institutionen in Deutschland bis 2016 vor.
Nach Abschluss des elftägigen Arbeitsaufenthalts in der Mongolei konnte von
einem unbekannten Land keine Rede mehr sein.
Die mongolischen und deutschen Kollegen verbindet inzwischen nicht nur eine
intensive, von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Arbeitspartnerschaft,
darüber hinaus sind enge freundschaftliche Beziehungen entstanden.
Für mehr Informationen zur Schule der Künste in Schwerin und zur
Mongoleireise im August 2013 sh. auch