Neues aus der Mongolei
3. bis 9. Februar 2014

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Februar in der Mongolei. Bei den heißen Quellen im Arkhangai-Aimag

Winterspiele 2014
Präsident Ts. Elbegdorj gehörte neben UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sowie Staats- und Regierungschefs aus über 80 Ländern zu den Ehrengästen bei der Eröffnung der XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi (Russland) am 07. Februar.
Bei den sportlichen Wettkämpfen wird die Mongolei von der Skiläuferin Ch. Otgontsetseg und dem Skiläufer B. Byambadorj vertreten, die am 14. bzw. 15.02. ins Wettkampfgeschehen eingreifen werden.

Kulturministerin im Gespräch mit den Bürgern
Bei den regelmäßig zweimal in der Woche stattfindenden Ministergesprächen stellte sich am 05. Februar die Ministerin für Kultur, Sport und Tourismus Ts. Oyungerel im Zentrum 11-11 den Fragen der Bürger, die sie per Telefon oder über das Internet an die Ministerin richten konnten.
3 000 machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.
Oyungerel berichtete über eine Reihe von Erfolgen.
Allein für die Renovierung von Museen in den Aimags seien zwei Milliarden Tugrug bereitgestellt worden, sieben Kulturzentren und Theater seien neu gebaut worden.
Bei internationalen sportlichen Veranstaltungen hätten mongolische Sportler und Sportlerinnen 77 Gold-, 118 Silber- und 192 Bronzemedaillen errungen.
2013 hätte die Mongolei erfolgreich als Gastgeberin für neun internationale Sportwettkämpfe mit 873 Sportlern und Funktionären fungiert und ebenso erfolgreich das „Tourismusforum 2013" organisiert.

Erste Wohnungen in Khan-Uul übergeben
Am 28. Januar erhielten die ersten 567 Familien die Schlüssel für ihre neuen Wohnungen im 9. Khoroo des Khan-Uul-Stadtbezirks von Ulaanbaatar in der Nähe des Flugplatzes.
Nach Fertigstellung soll der Wohnkomplex Buyant Ukhaa 1, bestehend aus 28 Hochhäusern, 1 764 Familien mit durchschnittlichem Einkommen Wohnungen bieten.
Außerdem sind der Bau beheizbarer Tiefgaragen für 425 Autos und die Anlage von Spielplätzen, Grünanlagen und Dienstleistungseinrichtungen geplant.
An der feierlichen Übergabezeremonie nahmen Ministerpräsident N. Altankhuyag, der Oberbürgermeister von Ulaanbaatar E. Bat-Uul sowie der Minister für Bauwesen und Stadtentwicklung Ts. Bayarsaikhan teil.
In seiner Rede erklärte der Regierungschef, es gäbe nichts, „was wir Mongolen nicht schaffen können, wenn wir ein gemeinsames Ziel verfolgen".

Keine Pferderennen im Winter
Wegen der Zunahme ernster Verletzungen für die jugendlichen Reiter bei Winter-Pferderennen hat die Verwaltung des Uvs-Aimags beschlossen, bis zum 01. Mai die Organisation von Pferderennen zu verbieten.
Der Beschluss basiere auf einer Entscheidung der Regierung vom 28. Januar 2014 und befolge die Forderung des nationalen Zentrums zum Schutz der Kinder vom 30. Januar dieses Jahres.

Gründung des Rats der mongolischen und mongolisch-deutschen NGOs in Berlin
Am 25. und 26. Januar kamen die Repräsentanten von mongolischen und mongolisch-deutschen Nichtregierungsorganisationen, Vereinen und Klubs in den Räumen der mongolischen Botschaft in der Berliner Dietzgenstraße zusammen, um über mehr Effizienz bei der Verfolgung der gemeinsamen Ziele zu beraten.
An der ersten Versammlung des Rats der Organisationen, darunter der Maidar e.V. Kulturverein, der Mongolisch-Deutsche Wirtschaftsklub, der Tsog-Klub, der Verband der mongolischen Studenten in Aachen, nahmen der mongolische Botschafter in Deutschland B. Davaadorj und der Kulturattaché Ch. Batbileg teil.
Der Botschafter informierte über die umfassenden Partnerschaftsbeziehungen zwischen der Mongolei und Deutschland und hob die Bedeutung der Arbeit der Nichtregierungsorganisationen für die weitere Vertiefung der kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern hervor.
Alle sechs Monate werde die Leitung des Rats wechseln. 2014 werden der mongolische – deutsche Wirtschaftsklub und der Tsog-Klub diese Aufgabe wahrnehmen.
Die nächste Sitzung des Rats werde im April 2014 einberufen.


Logo 40 Jahre deutsch-mongolische diplomatische Beziehungen. Design Enkhbat

Ausstellung des deutschen Weltkulturerbes in Ulaanbaatar eröffnet
Anlässlich der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Mongolei und der Bundesrepublik Deutschland am 31. Januar 1974 wurde am 05. Februar eine Fotoausstellung der deutschen Stätten des Weltkulturerbes im Außenministerium in Ulaanbaatar eröffnet.
Zu den Teilnehmern gehörten neben Gastgeber Außenminister L. Bold, die Ministerin für Kultur, Sport und Tourismus Ts. Oyungerel, das Mitglied der Großen Staatsversammlung Frau Burmaa sowie Botschaftsrat Burkhard Ducoffre.
Die Ausstellung wurde gemeinsam von den nationalen Kommissionen der Mongolei und Deutschlands bei der UNESCO sowie der deutschen Botschaft in Ulaanbaatar als Wanderausstellung erarbeitet und organisiert.
Bis Ende März wird die Ausstellung im Außenministerium der Mongolei, in der deutschen Botschaft in Ulaanbaatar, in der Mongolischen Staatsuniversität und in der Universität für Wissenschaft und Technologie gezeigt werden.

Fernsehinterview mit Z. Enkhbold
Bei einem Fernsehinterview für den nationalen Fernseh- und Rundfunksender schloss der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung Z. Enkhbold nicht aus, den Jurtenviertel-Bewohnern, die ihre umweltfreundlichen Öfen verkauft hätten, das Wohnrecht in Ulaanbaatar zu entziehen.
Nach der Verfassung ist es jedem mongolischen Bürger erlaubt, seinen Wohnsitz frei zu wählen.
Wenn nun der Vorsitzende der höchsten Volksvertretung dieses Recht infrage stellt, erfordere dies eine gute Begründung, so Kritiker von Enkhbold.
Die Luftbelastung in Ulaanbaatar hätte besorgniserregende Ausmaße erreicht. Zur dringend notwendigen Luftverbesserung wären den Bewohnern der Jurtenviertel (Ger Khoroolol) sehr preisgünstig umweltfreundliche Öfen zur Verfügung gestellt worden.
Wer diese verkauft und damit das Recht seiner Mitbewohner auf gesundheitliche Unversehrtheit verletzt, müsse mit Sanktionen rechnen.
Laut Statistik lebten in den Jurtenvierteln der Hauptstadt 185 000 Familien, von denen 140 000 bereits mit raucharmen Öfen ausgestattet worden seien.
Trotzdem sei die Luftverschmutzung nicht gesunken.
Kritiker fordern, nicht nur die Haushalte zur Rechenschaft zu ziehen, die aus Existenzsicherungsgründen und nicht aus Profitstreben heraus handelten.
Untersucht werden müsste auch die Tätigkeit der kohleproduzierenden Unternehmen, denen zehn Milliarden Tugrug zur Förderung der Produktion hochwertiger Kohle zur Verfügung gestellt worden seien.
Was hätten das Umweltministerium, das Landwirtschaftsministerium sowie die verantwortlichen Ausschüsse unternommen?
Die Staatsversammlung sei verpflichtet, die Umsetzung der Gesetze zum Umweltschutz zu überwachen und zu gewährleisten.

MRVP-Parteitag im April
Das von der MRVP geplante Große Forum soll im April dieses Jahres stattfinden.
Zu diesem Termin werde auch der Parteivorsitzende N. Enkhbayar erwartet, der sich noch zur medizinischen Behandlung in Südkorea aufhalte.
Zur traditionellen Neujahrsbegrüßungszeremonie hätten sich führende Vertreter der Partei, Mitglieder der Großen Staatsversammlung und der Regierung am 09. Februar auf den Weg nach Seoul gemacht.


V. l. H. Wiester, B. Gereltuya, C. Bethke, O. Langbein

Mongoleikolloquium an der HUB
Das letzte Mongoleikolloquium im Wintersemester an der Humboldt-Universität zu Berlin 05. Februar gestalteten Mitglieder der Kunst- und Bildungsinitiative URBAN NOMADS// MONGOL CITIZENS.
Unter dem Motto: Engagiere Dich für Kunst-Bildung-Gesellschaft! entwickelt Urban Nomads//Mongol Citizens Projekte in der Mongolei, Deutschland und Österreich, die sich mit dem aktuellen sozialen Wandel in der Mongolei auseinandersetze.
Gleichzeitig versucht die Initiative die Frage zu beantworten, wie sich Bezüge zwischen der nomadischen Lebensweise der Mongolen und den sozialen Veränderungen in den westlichen Metropolen beschreiben lassen.
Vorgestellt wurden fünf Projekte, die im September 2013 in Ulaanbaatar die Aufmerksamkeit der Medien und der Bürger auf sich ziehen konnten.
großes Interesse, nicht nur der mongolischen Medien stießen.
Dazu gehörten „Noise of the City", Green Lake", „Street Art", "Ich bin Hamlet" und "Alga bolokh" (Verschwinden).
Prof. Oliver Langbein und Dr. Claudia Schinck verfolgten mit ihrer Performance „Green Lake" das Ziel, mit Studenten der Universität für Kunst und Kultur Ulaanbaatar den öffentlichen Raum (in diesem Fall ein Stück vermülltes Brachland am Rande einer riesigen Wohnsiedlung) zu „bespielen", Unrat und Müll zu sammeln und in immer neuen Arrangements zu präsentieren.
Verwendung fanden alte Jurtenscherengitter, Flaschen, Plastik, Dosen …
Aus Müll wurden Habitate gebaut, kleine Zelte, Tipis, sogar Boote.
Im Projekt Street Art geht es auch um das Kombinieren von neuen Techniken (Pixelstick) mit Malerei, Grafik, Tanz, Film und Theater. Immer mit dem Ziel, „mit den Leuten ins Gespräch zu kommen".
Der Titel des Projekts „Ich bin Hamlet" geht auf einen mongolischen Vorschlag zurück und will als „Aufruf zur kritischen Intellektualität" verstanden werden.
Der berühmte Monolog des Shakespeare-Helden „To be or not to be" wurde dabei nicht als Monolog, sondern als Chorgesang gestaltet.
Dr. Ole Frahm leitete dieses Vorhaben unter dem Thema „Es ist etwas faul im Staate …".
Batjargalyn Gereltuya schließlich nahm die Gäste mit auf eine Führung durchs Ödland, um gegen „das Verschwinden zu arbeiten".


V.l. C. Schink, O. Frahm, G. Altangerel

Schauplatz war der Jugendpark in Ulaanbaatar, von dem ein großes Areal offenbar Investoren überlassen wurde.
Die 12 Tiere des asiatischen Tierkreiskalenders dienten als Ausgangspunkt für 12 unterschiedliche Wege für 12 Personen mit ihren Erinnerungen, Hoffnungen, Ängsten.
Am Ende des jeweiligen Weges streuten die Teilnehmer Samen als Zeichen der Hoffnung aus.
Corinna Bethke moderierte das Kolloquium und zeigte sich immer noch etwas überrascht, ob des riesigen Medienechos der Performances in Ulaanbaatar.
140 Studenten hätten sich an den Aktionen beteiligt.
Im Rahmen der Veranstaltungen zum 40-jährigen Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und der Mongolei werden die Aktivitäten unter dem Motto „Crossing Identities – Beginners, Experts, Hybrids" auf dem Urban Nomads// Mongol Citizens-Festival vom 01. bis zum 15. Juni in Berlin fortgesetzt.
Für mehr Infos sh. auch www.urbannomads.org und www.iti-germany.de


1.v.r. A. Schkade. Foto briti bay

Berliner Mongoleistammtisch
Bald reichen die Plätze in der Jurte in der Berliner Schwedter Straße nicht mehr aus.
Von Mal zu Mal interessieren sich mehr Gäste für die Vorhaben des BerlinerRundenJurtentisches.
Vertreter von Kulturvereinen und Repräsentanten diverser Wirtschaftsunternehmen (Rohstoffforschung, Abfallbeseitigung, Umwelt- und Bergbautechnologie, Bauwesen, Wasserwirtschaft u.a.
beraten über Möglichkeiten der Zusammenarbeit in und mit der Mongolei.
Beim dritten Treffen am 07. Februar berichtete Boldgerel Tuvd über die Bildung des Rats der mongolischen Vereine in Deutschland unter Schirmherrschaft der mongolischen Botschaft, Enkhtuvshin, Vorstandsmitglied des mongolisch-deutschen Wirtschaftsklubs, stellte die Satzung des Rats vor und Achim Schkade, stellvertretender Referatsleiter in der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes (AA), verantwortlich für Kultur- und Medienbeziehungen, referierte über konkrete Vorhaben zu Ehren des mehrfach erwähnten 40-jährigen Jubiläums.
Das Jubiläumsjahr sollte genutzt werden, den Austausch zwischen den Bürgern beider Länder zu fördern, dazu seien verschiedene kulturelle und politische Veranstaltungen geplant.
Höhepunkt werde sicher die feierliche Übergabe der rekonstruierten „Großen Halle" in Karakorum sein, ein Projekt, das im Rahmen des Kulturerhaltprogramms des AA gemeinsam mit den archäologischen Instituten der Mongolei und Deutschlands sowie der Unterstützung seitens der Gerda-Henkel-Stiftung realisiert wurde.
In die Gestaltung der Jubiläumsfeierlichkeiten, die sich auf Veranstaltungen in der Mongolei konzentrierten, würden vornehmlich die Verbindungsstelle des Goethe-Instituts in Ulaanbaatar, der DAAD und die politischen Stiftungen mit einbezogen.
Die diesjährigen Kinotage in Ulaanbaatar hätten Deutschland zum Schwerpunkt, an der Musikhochschule sei mit deutscher Unterstützung ein Musiklabor eingerichtet worden, am Schauspielhaus werde eine Aufführung von Goethes „Faust" vorbereitet und der DAAD organisiere die deutsche Bildungsmesse.
Achim Schkade nahm die Gelegenheit wahr, auf das gemeinsame Jubiläumslogo hinzuweisen, das von dem mongolischen Grafiker Enkhbat gestaltet wurde.
Bereits Ende 2013 wurde Enkhbat zum Sieger im von der Botschaft organisierten Designwettbewerb gekürt und das Logo erstmals offiziell vorgestellt.


Auf der Suche nach Futter

 


   

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Last Update: 01. Januar 2017