Neues aus der Mongolei
9. bis 15. Juni 2014

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar

Lettischer Präsident zu Gast in der Mongolei
Auf Einladung von Präsident Ts. Elbegdorj absolvierte der Präsident von Lettland Andris Bērziņš vom 11. bis zum 13. Juni einen offiziellen Staatsbesuch in der Mongolei.
Beide Seiten berieten über eine engere Kooperation im Bildungswesen, außerdem hatte die IHK der Mongolei ein Rundtischgespräch zwischen lettischen und mongolischen Unternehmensführern organisiert.


V.r. Botschafter Bolor, Minister Bat-Erdene, Militärattache D. Erdenebileg

Mongolei-Renntag in Berlin-Hoppegarten
Am vergangenen Wochenende hatten die Berliner und ihre Gäste das Glück, mongolisches Leben, Kunst, Kultur und Sport live zu erleben: Vom 08. bis zum 15. Juni war das Radialsystem V am Spreeufer Schauplatz für das Festival „Crossing Identities – Beginners, Experts, Hybrids".
Die 100 Mitwirkenden aus der Mongolei, Deutschland und anderen europäischen Ländern präsentierten Werke experimenteller, zeitgenössischer Kunst mit Performances, Ausstellungen, Musik-, Tanz-, Theater- und Filmvorführungen, Diskussionen und einem Outdoorparcours: Dream Cities oder: The Waste Land".


Außenminister L. Bold

Der deutsch-mongolische Renntag am 15. Juni in Berlin-Hoppegarten markierte einen weiteren Höhepunkt im Reigen der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 40. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Mongolei in Deutschland S. E. Tsolmony Bolor und der Generaldirektor von Hoppegarten Gerhard Schöningh konnten nicht nur den Schirmherrn der Veranstaltung, Verteidigungsminister der Mongolei und Vorsitzender des mongolischen Pferdesportverbandes Dashdembereliin Bat-Erdene begrüßen, sondern auch Außenminister Luvsanvandangiin Bold sowie Justizminister Khishigdembereliin Temuujin, Mitglieder der Großen Staatsversammlung, des Bundestages, das Mitglied des Verfassungsgerichts der Mongolei Dondovyn Gantsorig, der Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, Jörg Vogelsänger oder der Präsident der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft Dr. Dr. h.c. Ernst Pohl.


Minister Kh. Temuujin

In ihren Begrüßungsansprachen hoben sowohl der Verteidigungsminister als auch der Botschafter die außerordentlich gute, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Mongolei und Deutschland hervor, die mittlerweile das Niveau einer allumfassenden Partnerschaft erreicht hätte.
Und natürlich spielte das Pferd nicht nur in den Reden eine große Rolle.
Keine bedeutende Feierlichkeit in der Mongolei sei ohne Pferderennen denkbar.
„Mögen die Pferde schnell und wendig sein, mögen Glück und Segen die Reiter begleiten", schloss der Minister seine Eröffnungsrede, ehe die ersten Rennen die Gäste in ihren Bann zogen.
Wetter und Anlage bildeten die passende Kulisse für diesen besonderen Renntag.


G. Bayarsaikhan

Der 29-jährige Ganbatyn Bayarsaikhan (Enkhi), der einzige mongolische Rennreiter in Deutschland, war der unbestrittene Star der Wettbewerbe.
In fünf von sieben Rennen am Start, erreichte er zwar „nur" zwei dritte Plätze („Preis des Botschafters der Mongolei" und „Preis des Außenministeriums der Mongolei").


Zieleinlauf

Nichtsdestotrotz wurde er von allen – Mongolen und Deutschen - begeistert gefeiert.
Im „Preis der Mongolei", gleichzeitig sportlicher Höhepunkt der Veranstaltung, siegte der brasilianische Jockey Elione Chavez auf ALCOHUAZ aus Schweden.


O. Oyuntuya

Den Renntag nutzten Gastgeber und Gäste zudem als Plattform für Gespräche über mögliche gemeinsame kulturelle, politische und wirtschaftliche Vorhaben, so die Direktorin der mongolischen Schule „Erdem" aus Nürnberg oder das erste mongolische Topmodel und heute Repräsentantin der Mongolian Contemporary Art Support Association O. Oyuntuya, die gemeinsam mit dem Maler E. Otgonbayar und anderen den ersten mongolischen Auftritt auf der Biennale Venedig vorbereitet.
Der Bürgermeister von Baruth/Mark Peter Ilk wiederrum nutzte die Gelegenheit zur symbolischen Übergabe eines Feuerwehrautos an die mongolische Partnerstadt Murun, Zentrum des Khuvsgul-Aimags im Norden der Mongolei.


Vor dem Auftritt. Domog

Die bereits im Radialsystem V gefeierten mongolischen Musiker der Gruppe „Domog" trugen genauso zum Gelingen dieses spannenden und unterhaltsamen Renntages bei, wie die in original mongolischen Gers angebotenen Buuz und Khushuur (mit Hammel- oder Rindfleisch gefüllte gedämpfte bzw. gebratene Teigtaschen), Suutei Tsai (Milchtee) oder Markenprodukte aus Kaschmir, Wolle und Filz sowie Geschenkartikel.


Domog

Sh. Tuvdendorj ist neuer Industrieminister
Auf der Sitzung der Großen Staatsversammlung am 13. Juni haben 85 Prozent der anwesenden Abgeordneten dem Vorschlag von Ministerpräsident N. Altankhuyag, Sh. Tuvdendorj zum Minister für Industrie und Landwirtschaft zu ernennen, zugestimmt.
Tuvdendorj wehrte die Kritik ab, mit ihm sei erneut ein „Doppeldeelträger" ernannt worden.
Präsident Ts. Elbegdorj hätte diesem Vorschlag ablehnend gegenüber gestanden.
„Ich gehöre zu den Befürwortern einer Trennung von Amt und Mandat, aber nicht mitten in einer Legislaturperiode, das würde dem Wählerwillen nicht gerecht.
Noch sei die Ausübung eines Regierungsamtes bei gleichzeitiger Mitgliedschaft in der Staatsversammlung laut Verfassung nicht verboten.
Wichtig für das Land sei eine zielgerichtete und ungestörte Regierungsarbeit.
Nun muss ein neuer Vorsitzender des Justizausschusses gefunden werden, auch die Forderung der Opposition nach Rücktritt von Wirtschaftsminister N. Batbayar ist nicht vom Tisch.

D. Ganbat als Vorsitzender des Justizausschusses vorgeschlagen
Nach der Sitzung der DP-Fraktion am 16. Juni wurde D. Ganbat als Nachfolger von Tuvdendorj als Vorsitzender des Justizausschusses nominiert.
Hoffnung auf den Posten hatten sich auch J. Batzandan und M. Zorigt gemacht, die Mehrheit entschied sich für Ganbat.
Der Vorschlag wird noch in dieser Woche im Ausschuss diskutiert werden, ehe er zur Beschlussfassung der Großen Staatsversammlung vorgelegt wird.

Gegen Kinderarbeit
Der 13. Juni wird weltweit als Tag gegen Kinderarbeit begangen.
Nach Untersuchungen nationaler und internationaler Organisationen betrug die Zahl der Kinder in der Mongolei, die arbeiten müssen, 98 000, davon 10 000, die schwere körperliche und/oder gefährliche Tätigkeiten ausübten.
Das Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit wurde beauftragt, mehr Aufmerksamkeit auf diese Probleme zu richten.
Die Ursachen für Kinderarbeit lägen in schwierigen sozialen Verhältnissen der Familien, vor allem in der Arbeitslosigkeit der Erziehungsberechtigten und der Gleichgültigkeit der Gesellschaft.

„Der Schauspieler"
Am 18. Juni, 18:00 Uhr, wird im Filmklub des französischen Kulturzentrums in Ulaanbaatar Michel Hazanavicius‘ Film aus dem Jahr 2011 „Der Künstler" gezeigt.
Der Film spielt zwischen 1927 und 1932 in Hollywood und erzählt die tragikomische Geschichte eines Schauspielers und einer Schauspielerin in der Übergangsphase vom Stumm- zum Tonfilm.

O. Gundegmaa gewinnt Weltcup
Beim Weltcup des Internationalen Schießsportverbandes (ISSF) vom 04. bis 13. Juni in München gewann die Olympiazweite von Peking O. Gundegmaa mit der Sportpistole das Finale gegen D. Munkhbayar mit 8:0. (Munkhbayar ist gebürtige Mongolin, startet jedoch seit Jahren für Deutschland, in Peking gewann sie Bronze).
Für Gundegmaa war es nach der Geburt ihrer Zwillinge der erste bedeutende Wettkampf nach Olympia 2012 in London.
Beim Weltcup für Gewehr, Pistole und Flinte vom 14. bis 20. Juni in Maribor (Slowenien) musste sie im Finale nur ihrer deutschen Rivalin M. Karsch den Vortritt lassen (5:7).
Die Weltmeisterschaften vom 06. bis zum 20. September dieses Jahres in Grenada (Spanien) gelten als wichtige Station, sich für die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro (Brasilien) zu qualifizieren.


Bezaubernd

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt Renate Bormann

 


   

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Last Update: 01. Januar 2017