Neues aus der Mongolei
17. bis 23. Februar 2014

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar
(© Text & Fotos)


Im Himmel über der Mongolei

„Tag der Patrioten"
Der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung Z. Enkhbold hat anlässlich des „Tages der Patrioten" am 01. März allen Mongolen gedankt, die sich für die Unabhängigkeit und Freiheit des mongolischen Volkes eingesetzt haben und weiter einsetzen.
Gleichzeitig wünschte er allen Mongolen Gesundheit, Glück und Wohlergehen und forderte sie auf, sich auch in Zukunft mit allen Kräften für Unabhängigkeit, Freiheit und gesellschaftlichen Fortschritt einzusetzen.
Am 09. Dezember 2004 hatte die Große Staatsversammlung das „Gesetz über die offiziellen Feiertage" verabschiedet und dabei festgelegt, den 01. März als „Tag der Patrioten" zu begehen.

Kranzniederlegung am Sukhbaatardenkmal
Am 01. März, dem „Tag der Patrioten", gleichzeitig Gründungstag der ersten politischen Partei der Mongolei – 1921 MVP, ab 1924 MRVP, ab 2010 wieder MVP – legten der Parteivorsitzende M. Enkhbold, Generalsekretär J. Munkhbat, der Vorsitzende des Seniorenverbandes der Partei S. Tumur-Ochir, die Mitglieder der Großen Staatsversammlung B. Bat-Erdene und S. Byambatsogt sowie Parteimitglieder und Unterstützer Blumen am Denkmal für den Mitbegründer der Partei Damdiny Sukhbaatar nieder und bezeugten anschließend ihre Ehrerbietung vor dem Denkmal des Staatsgründers Chinggis-Khaan.
J. Munkhbat erinnerte in seiner Rede daran, dass die Partei mit Sukhbaatar einen bedeutenden Beitrag dafür geleistet habe, die Mongolei aus bedrückender Rückschrittlichkeit in die Moderne geführt zu haben.
Heute leben wir in einem demokratischen Staat, frei und unabhängig, das sei auch ein Verdienst D. Sukhbaatars.
Leider würde heute die Geschichte der Mongolei an vielen Stellen verfälscht oder aus Sicht einer anderen Epoche wiedergespiegelt.
Der Staat und die Regierung des Landes sollten das historische und kulturelle Erbe, bei aller gebotenen kritischen Betrachtung, würdigen und nicht zulassen, dass Geschichtsklitterung betrieben werden könne.

Ausgeglichene Außenhandelsbilanz
Auf der wöchentlichen Pressekonferenz am 28. Februar „30 Minuten des Ministerpräsidenten" wiesen Ministerpräsident N. Altankhuyag und Mongolbankpräsident N. Zoljargal die Kritik der Opposition aber auch aus der DP an der Arbeit der Regierung und der wirtschaftlichen Lage zurück.
Die Minister M. Sonompil, D. Terbishdagva, Ch. Ulaan, Ts. Oyungerel, Ya. Sanjmyatav und Ch. Saikhanbileg hätten sich in den Aimags Uvs, Khovd und Zavkhan sowie in den Bergbauunternehmen Tavantolgoi und Gashuunsukhait über die konkrete Situation, Schwierigkeiten und Erfolge informiert. Altankhuyag selbst habe im Orkhon-Aimag gearbeitet.
Für die Umsetzung der Regierungspläne, Importgüter zu ersetzen und den Export zu unterstützen, seien eine Billion Tugrug ausgegeben worden.
Zoljargal erklärte, zum ersten Mal seit drei Jahren sei eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz erzielt worden.
Die Auslandinvestitionen nähmen wieder zu, von 214 Millionen USD im vergangenen Jahr auf 280 Millionen aktuell.
Das Importvolumen sei um 5-10 Prozent gesunken, das Exportvolumen, nicht nur von Kohleprodukten, steige.
Im Februar 2012 seien der Mongolbank lediglich 200 kg Gold angeboten worden, in diesem Jahr 1,3 Tonnen.
Sollte sich der Kohleexport wieder freundlicher entwickeln, sänke auch der Dollarkurs.
Trotz internationaler Wirtschaftskrise 2013 sei die mongolische Wirtschaft, dank der Maßnahmen der Regierung, um 11,3 Prozent gewachsen, auch in diesem Jahr werde die Regierung geeignete Maßnahmen ergreifen, um einer möglichen Krisenentwicklung vorzubeugen.
Die Inflation sei im Vergleich zu 2013 um zwei Prozent gesunken.
Der hohe Dollarkurs erfordere nicht nur die Aufmerksamkeit der Mongolbank. Jedes Unternehmen, und jeder Bürger können etwas für die Stabilität des Tugrug tun, indem sie auf nicht unbedingt notwendige ausländische Waren verzichten.
Auf eine entsprechende Journalistenfrage erklärte Altankhuyag, über eine angekündigte Erhöhung der Strompreise um 10 bis 15 Prozent und über eine Verdopplung der Preise für Fernwärme sei nichts bekannt.


Mongolische Namensforschung

Untersuchungen zu mongolischen Familiennamen in der südlichen Mongolei
Die Kulturwissenschaftliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München hat die Arbeit „Mongolische Familiennamen. Untersuchungen zu mongolischen Familiennamen in der südlichen Mongolei" von Geriltu Honichud im Sommersemester 2013 als Dissertation angenommen.
Die Akademische Verlagsgemeinschaft München (AVM) hat sie 2013 gedruckt und veröffentlicht.
In neun Kapiteln zu den Themen Namensforschung, Terminologie für mongolische Familiennamen, Forschungen zu Familiennamen in der Mongolei, in der VR China, in Europa und unter der Qing-Dynastie, zum Gebrauch der Familiennamen in der Mongolei, bei den Kalmücken und in der südlichen Mongolei, den Benennungsprinzipien (nach Rufnamen, nach Herkunft, nach Wohnstätte, nach Berufen, Amts- und Standesbezeichnungen), zur Sinisierung mongolischer Familiennamen und zu mongolischen Vornamen in der Inneren Mongolei setzt sich Geriltu Honichud u. a. mit der These auseinander, Mongolen hätten keine Familiennamen und widerspricht solchen Auffassungen.
Ergänzt wird die Arbeit durch ein ausführliches Literaturverzeichnis, Abbildungs-, Tabellen- und Kartenverzeichnisse sowie eine Liste mongolischer Familiennamen.
Eine Arbeit, wichtig nicht nur für Mongolisten.
ISBN 978-3-86924-556-0
Sh. auch
www.avm-verlag.de

Mongolische Sumoprofis zu Gast im Generalkonsulat in Osaka
Der Einladung der Generalkonsulin der Mongolei in Osaka Ch. Kulanda waren neben mongolischen Sumoprofis mit dem 69. Großmeister M. Davaajargal an der Spitze, die Generalkonsuln Russlands und Großbritanniens gefolgt.
In den Gesprächen ging es auch um den nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag der mongolischen Sumoringer in Japan, für die Mongolei, ihre Kultur und Naturschönheiten zu werben.
Die Konsulin wünschte den Ringern viel Erfolg beim bevorstehenden Turnier in Osaka.
Für das Osaka-Basho haben 27 mongolische Ringer, darunter die beiden Großmeister Hakuho Davaajargal und Harumafuji D. Byambadorj gemeldet.

Für mehr Erfolge in den Wintersportarten
Seit 1964 nimmt die Mongolei an olympischen Winterspielen teil, größere Erfolge seien jedoch noch nie erzielt worden, obwohl von den vier Jahreszeiten der Winter die längste sei.
Nach dem Willen der mongolischen Regierung soll sich das ändern.
Wirtschaftsminister N. Batbayar wurde beauftragt, für den Bau einer Wintersportanlage die Ausschreibungsmodalitäten vorzubereiten.
Die Anlage soll dem gemeinsamen Training, auch mit ausländischen Sportlern dienen.
Gefördert werden sollen neben dem Skilaufen, Short Track, Eiskunstlaufen, Eishockey und Curling.

Tod eines Bergsteigers
Der Unfalltod des Bergsteigers L. Boldbaatar, Verdienter Sportler der Mongolei, hat die mongolische Öffentlichkeit zutiefst bewegt.
Auf einer Pressekonferenz am 24. Februar nahmen u. a. der Generalsekretär des mongolischen Bergsteigerverbandes J. Bayantsagaan, namhafte mongolische Bergsteiger wie B. Gangaamaa und D. Batjargal sowie die Tochter des Verunglückten B. Uurtsaikh teil, um über die Hintergründe des Unglücks zu informieren.
Uurtsaikh, die ihren Vater auf der Bergtour begleitet hatte, nutzte die Gelegenheit, Ungenauigkeiten in den Medienberichten zu korrigieren.
Am 06.02. sei sie mit ihrem Vater nach Bayan-Ulgii geflogen, danach mit einem Mietwagen weiter in den Tsengel-Sum an den Weißen Fluss am Fuße des Tavan Bogd.
Sie hätten sich sorgfältig auf die Bergbesteigung vorbereitet, seien gut ausgerüstet gewesen.
Gegen 11:00 Uhr am 13. Februar hätten sie den Aufstieg am Malchin-Berg begonnen, gegen 18:00 Uhr den Gipfel erreicht. Ihr Vater sei sehr stolz darauf gewesen. „Mit meiner Tochter gemeinsam haben wir den Malchin (4037 m) bezwungen. Der Beginn unserer Winterbergbesteigungen. Als nächstes nehmen wir uns den Khuiten vor".
Bereits während des Aufstiegs wäre es immer kälter geworden.
Wir bereiteten uns auf den Abstieg in Richtung Potanin-Gletscher vor. Inzwischen fiel der Schnee in dichten Flocken und Sturm kam auf.
Das Unglück begann gegen 20:00 Uhr.
Wir rutschten beide aus und stürzten.
Ich war ursprünglich nur zwei Meter hinter ihm, doch der Schneesturm hatte schnell Spuren verwischt, auf mein Rufen kam keine Antwort. Trotzdem hoffte ich, meinen Vater lebend zu finden.
Nach 20, 30 Minuten fand ich seinen Rucksack, später andere Ausrüstungsgegenstände, zwei Stunden später hatte ich meinen Vater erreicht. Erst nach einer Weile hatte ich begriffen: Er ist tot.
Es vergingen viele Stunden, ehe ich unser Zelt erreicht hatte, wo ich übernachtete, dann fand ich ein leerstehendes Frühjahrslager, später erreichte ich den Tuwa-Ail. Erst jetzt konnten die Rettungskräfte mit all der nötigen Technik gerufen werden.
Uurtsaikh klettert seit ihrem 11. Lebensjahr, im Alter von 14 Jahren hatte sie mit ihrem Vater den Otgontenger bestiegen, im Dezember vorigen Jahres mit polnischen Bergsteigern Gipfel im Kaukasus.
B. Uurtsaikh steht kurz vor dem Abschluss ihres Psychologiestudiums in Polen.

"Frauenbilder"
Anlässlich des internationalen Frauentages am 08. März hat die Nichtregierungsorganisation (NGO) „Junge Frauen für Veränderungen" unter dem Motto „Frauenbilder" eine Street-Art-Ausstellung organisiert.
20 junge Künstlerinnen präsentieren mittels Straßenkunst ihre Vorstellungen, ihre Bilder vom Leben, den Wünschen und Träumen von Frauen.
Eröffnet wird die Ausstellung am 05. März auf der Ostseite des Sansar-Tunnels.
Außer als Beitrag zum „Tag der Verteidigung der Rechte der Frauen", wollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch einen Beitrag leisten, Ulaanbaatar farbiger, freundlicher, interessanter zu gestalten.

 


   

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Last Update: 01. Januar 2017