Neues aus der Mongolei
13. bis 26. Oktober 2014

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar

11. ASEM-Treffen in Ulaanbaatar
Am Schlusstag des 10. ASEM-Treffens in Mailand am 17. Oktober verkündete der erste Ständige Präsident des Europäischen Rates Herman von Rompuy, dass die Hauptstadt der Mongolei als Gastgeber des 11. ASEM-Treffens 2016 auserkoren wurde.

Beschluss über Spurbreiten
Auf der Sitzung der Großen Staatsversammlung am 24. Oktober stimmten 84 Prozent der Abgeordneten für die von der Regierung vorgeschlagenen Spurbreiten.
Danach ist der Bau von Schmalspureisenbahnstrecken (1 435 mm) von den Kohlebergwerken an die chinesische Grenze erlaubt: Die Eisenbahnlinie Tavantolgoi - Gashuunsukhait, von Sainshand nach Zamyn Uud und Khuut-Bichig wird mit Schmalspurschienen ausgestattet, die Eisenbahnlinie Arts-Suuri -Erdenet, von Tavantolgoi über Sainshand, Baruun-Uurt nach Choibalsan und Khuut-Numrug mit Breitspurschienen (1 520 mm).
Weitere Themen im Parlament, auf der Regierungssitzung und in der Öffentlichkeit waren offenbar gefälschte SMS. Betroffen sind mindestens 20 Abgeordnete, von deren Mobilfunkgeräten die Nachrichten angeblich gesendet wurden.
Nach Angaben des größten Mobilfunkbetreibers der Mongolei Mobicom und von Unitel, das auch betroffen war, wurden die Nachrichten über Vodafone in Rumänien und aus Malta geschickt.
Die Unternehmen versprachen schnelle Aufklärung.

Ministernamen bekannt gegeben
Am 14. Oktober gaben die Fraktionen die Namen der neuen Ressortchefs bekannt.
Für das Amt des Ministers für Außenbeziehungen und wirtschaftliche Zusammenarbeit nominierte die DP den außenpolitischen Berater von Präsident Ts. Elbegdorj L. Purevsuren, der neue Minister für Wege, Verkehr, Bauwesen und Städtebau soll das Mitglied der Großen Staatsversammlung Ts. Tsolmon werden, der bisherige Staatssekretär im Bergbauministerium R. Jigjid ist als Minister für Bergbau und Energie vorgesehen, D. Zorigt als Minister für Finanzen. Die MRVP nominierte den Arzt L. Jambaljav als Nachfolger für die Gesundheitsministerin N. Udval.
Am 16. Oktober wurden die Minister für Außenbeziehungen L. Bold, Finanzminister Ch. Ulaan sowie die Minister Bau und Stadtentwicklung, für Verkehr, für Energie, für Bergbau und für wirtschaftliche Entwicklung Ts. Bayarsaikhan, A. Gansukh, M. Sonompil, D. Gankhuyag und N. Batbayar ihrer Posten enthoben und gleichzeitig entlastet.
Bis zur Ernennung der neuen Minister, werden die Ressorts durch Interimschefs geleitet.

39 000 neue Arbeitsplätze
Nach Auskunft aus dem Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit wurden bisher von den in diesem Jahr geplanten 50 000 Arbeitsplätzen 39 100 bereitgestellt.
150 000 Menschen fanden Teilzeitarbeitsplätze
Im Rahmen des nationalen Berufsausbildungsprogramms haben von den vorgesehenen 7 000 Auszubildenden 6 250 erfolgreich die Ausbildung abgeschlossen.
Die Arbeitslosenquote von 10,3 Prozent im ersten Quartal 2012 konnte auf 7,3 Prozent im ersten Halbjahr 2014 gesenkt werden.
Dem Ziel, mehr im Ausland tätige Mongolen für einen Tätigkeit in der Mongolei zu interessieren, sei man ebenfalls näher gekommen, erklärte der Minister. Im vergangenen Jahr nahmen 3 000 Mongolen eine Arbeit in Südkorea auf, in diesem Jahr waren es nur noch 1 100.
Der monatliche Mindestlohn läge gegenwärtig bei 192 000 Tugrug.

Preissteigerungen bei Raufutter
Nach Informationen aus dem Ministerium für Industrie und Landwirtschaft benötigen die 50 Millionen Nutztiere im Winter 2014/15 ca. 60 000 Tonnen Raufutter (Spreu).
Davon entfielen auf die Herden in der Umgebung der Hauptstadt 40 000 Tonnen, für die auf den ferneren Weiden würden 20 000 Tonnen benötigt.
Am teuersten war die Spreu im Oktober im Uvs-Aimag, eine Tonne kostete 500 000 Tugrug, 2012 waren es 130-140 000, 2013 250 000, im vergangenen Winter noch 350 000 Tugrug.
Handel zu günstigeren preise setze Verhandlungen mit den Mehlproduzenten voraus.
Die fünf mongolischen Unternehmen verkauften großen Mengen der Spreu an China.
Das Ministerium arbeite an einem Gesetzentwurf zur Regelung des Raufutterexports, erklärte Minister Sh. Tuvdendorj.


Deutsch-Mongolisches Freundschaftstreffen. 24.10.2014

Tagungen des deutsch-mongolischen Wirtschaftsausschusses und der deutsch-mongolischen Regierungsarbeitsgruppe
Vom 22. bis zum 25. Oktober absolvierte eine mongolische Wirtschaftsdelegation unter Leitung des stellvertretenden Ministers für Bergbau und Energie D. Dorjpurev einen Arbeitsbesuch in Deutschland.
An der Sitzung des deutsch-mongolischen Wirtschaftsausschusses am 23. Oktober nahmen auch Vertreter des Bundesverbandes der Deutschen Industrie sowie von Unternehmen beider Länder teil.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand die weitere Zusammenarbeit beim Ausbau der erneuerbaren Energien, bei der Abfallentsorgung sowie bei der ökologischen Stadtentwicklung.
Zum neuen Kovorsitzenden des deutsch-mongolischen Wirtschaftsausschusses wurde Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, gewählt. Er löst Prof. Ekkehard Schulz, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG ab, der sein Amt aus Altersgründen zur Verfügung gestellt hat.
Auch beim Treffen mit dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Matthias Machnig am 24. Oktober ging es um erneuerbare Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz. Diese Bereiche sollten in die bestehende Rohstoffpartnerschaft (Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich) einbezogen werden.
Die Mongolei habe gute Voraussetzungen zum Ausbau dieser Energien und Deutschland könne seine diesbezüglichen Erfahrungen einbringen, so der Staatssekretär während des Treffens. Weitere Themen waren die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Umsetzung der Kooperationsvereinbarungen sowie Aus- und Weiterbildung mongolischer Fachkräfte.
Am Abend des 24. Oktober hat der Bürgermeister der Gemeinde Schönefeld Dr. U. Haase die mongolische Delegation ins Hotel „Kienast" nach Großziethen eingeladen.
Zu den Gästen zählten auch der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Mongolei in Deutschland S. E. Ts. Bolor, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH Hartmut Mehdorn sowie der Filialleiter des Berlin-Büros der MIAT D. Dorjderem.

Präsident Elbegdorj gegen Ernennung Battseregs zum Verkehrsminister
Für das Amt des Ministers für Wege, Verkehr, Bauwesen und Stadtentwicklung hat die Fraktion „Aufrichtigkeit" (MRVP/MNDP) das Mitglied der Staatsversammlung Namdagiin Battsereg vorgeschlagen. Dabei hätte die Fraktion weder die Forderung des Präsidenten nach einer Trennung von Mandat und Amt berücksichtigt noch wäre um ein Treffen oder ein Beratungsgespräch mit dem Präsidenten nachgesucht worden.
Der Chef des Präsidialamtes P. Tsagaan bestätigte die Ablehnung.
Die bisher vorgeschlagenen Ministerkandidaten konnten noch nicht bestätigt werden, da innerhalb der Parteien und zwischen den Parteien keine Einigung erzielt wurde.
So soll MRVP-Vorsitzender Enkhbayar auch deshalb aus Seoul nach Ulaanbaatar gereist sein, um in den Postenstreit zwischen Shadar Said D. Terbishdagva und Finanzminister Ch. Ulaan einzugreifen.
Die Diskussion um die Ministerernennungen soll in der kommenden Woche in der Staatsversammlung fortgeführt werden.

Altankhuyag und Enkhbayar unterzeichnen Kooperationsvertrag
Der am 18. Oktober vom Vorsitzenden der DP und Regierungschef N. Altankhuyag und dem Vorsitzenden der MRVP N. Enkhbayar unterzeichnete Vertrag über eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien steht nach wie vor im Fokus der öffentlichen Debatten.
Besonders heftig kritisieren die MVP und der Oberbürgermeister von Ulaanbaatar E. Bat-Uul (DP) den Vertrag.
Bat-Uul hat inzwischen den Rücktritt von Ministerpräsident Altankhuyag gefordert und sich damit in die Phalanx derjenigen eingeordnet, die seit Monaten die Ablösung des Regierungschefs betreiben. Koalitionen zwischen MVP und Mitgliedern der DP sind dabei nicht selten.
Vor allem ein angeblicher geheimer Zusatz zum Vertrag sorgte für Empörung. Nach Untersuchungen durch den Sicherheitsdienst identifizierte dieser das in den sozialen Netzwerken veröffentlichte Dokument als Fälschung durch den Chef der MVP-Presseabteilung-Mitarbeiter. Dies wiederum wies die MVP vehement zurück.
Am 22. Oktober traten Altankhuyag und Enkhbayar gemeinsam vor die Presse, um klar zu stellen, der Vertrag sei noch nicht in Kraft getreten, er werde von Arbeitsgruppen in beiden Parteien geprüft und diskutiert werden.
Enkhbayar ergänzte, die im Vertrag angemahnte Offenlegung der Parteienfinanzierung sei ein notwendiger Schritt zu mehr Transparenz. Im Übrigen hätten die Wahlen 2012 gezeigt, dass eine Partei alleine nicht in der Lage sei, eine Regierung zu bilden. Sondierungen für Bündnisse und Koalitionen würden auch in Zukunft notwendig sein.
Die DP habe ähnliche Vereinbarungen mit den Vorsitzenden der Zivilcourage-Grüne Partei und der MNDP abgeschlossen.

DP-Mitglieder fordern Rücktritt des Oberbürgermeisters von Ulaanbaatar
Mitglieder und Unterstützer der DP haben sich in einem Offenen Brief an die DP-Mitglieder Ulaanbaatars und die DP-Abgeordneten in der Stadtverordneten-Versammlung von Ulaanbaatar gewandt und die Ablösung des Oberbürgermeisters und Vorsitzenden der Hauptstadt-DP E. Bat-Uul gefordert.
Durch eine kluge Bündnispolitik hätte der DP-Parteivorsitzende Altankhuyag einen großen Beitrag dafür geleistet, dass die DP bei den Parlaments- und Kommunalwahlen 2012 einen Sieg verbuchen konnte, die Spaltung der MVP nutzend.
„Warum gefährdet Bat-Uul diese Erfolge? Wähnt er seine Chancen für die Präsidentschaftswahlen 2017 in Gefahr? Warum werden innerparteiliche und persönliche Auseinandersetzungen ohne Rücksprache in die Öffentlichkeit getragen?", fragen die 31 Unterzeichner des Briefes.

Jahrestagung der DeMoGe
Der Präsident der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e. V. Dr. Dr. h.c. Ernst Pohl lädt zur Mitgliederversammlung und Jahrestagung der Gesellschaft am 08. November 2014 in den Uniklub nach Bonn sowie zur Eröffnung der Fotoausstellung „ Das Amadeus Kammerorchester Dortmund in Ulaanbaatar" am 07. November ein.
Die Ausstellung wird in der Geschäftsstelle der DeMoGe in der Kurfürstenstraße 54 in Bon präsentiert. Eröffnung ist am 07.11., 19:00 Uhr.
Die Mitgliederversammlung beginnt am 08. November, 10:30 Uhr im Universitätsclub Bonn e.V. in der Konvikistraße 9 in Bonn.
Vorträge werden u. a. der Botschafter der Mongolei in Deutschland S. E. Ts. Bolor, Dr. Klaus Birk vom DAAD, Lars Bergmeier (Universität Leipzig) und Bulgan Erdenechuluun (LMU München) halten.


Religion und Ethnizität

Religion und Ethnizität in mongolischen Gesellschaften
Das vorliegende Buch „Religion and Ethnicity in Mongolian Societies. Historical and Contemporary Perspectives" ist das Ergebnis eines internationalen wissenschaftlichen Seminars vom 04. bis zum 08. August 2009 am Institut für Religionsgeschichte der Universität Bern (Schweiz).
Versammelt hatten sich Schweizer Wissenschaftler der Fachrichtungen Mongoleistudien, Religionsstudien und Sozialanthropologie sowie Wissenschaftler am Institut für Mongolei-, Buddhismus- und Tibetstudien der Sibirischen Abteilung der AdW Russlands in Ulan-Ude.
Gefördert wurde die Veranstaltung im Rahmen des SCOPES-Programms (Wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Osteuropa und der Schweiz) von der Schweizer Wissenschaftsstiftung und der Russischen Stiftung für Grundlagenforschung.
In ihren Beiträgen behandeln die Wissenschaftler theoretische Themen wie die konzeptionellen Unterschiede zwischen den Begriffen „Ethnizität" und „Ethnos", die Geschichte des Buddhismus in Burjatien und der Mongolei, die Geschichte der tibetisch-mongolischen Beziehungen, die aktuelle Situation der Religionen in der Mongolei sowie das Verhältnis zwischen Religion, Ethnizität, Individualität und Politik.
Der Band, herausgegeben von Karenina Kollmar-Paulenz, Seline Reinhardt und Tatiana D. Skrynnikova, umfasst 184 Seiten, einschließlich Bibliografien und Index.
Erschienen ist er 2014 im Harrassowitz Verlag. Sh. auch www.harrassowitz.verlag.de
ISBN 0340-6792
ISBN 978-3-447-10180-6

Mongolei-Kolloquien im Wintersemester 2014/ 2015
Die Abteilung für Mongolistik und Tibetstudien der Uni Bonn lädt für Donnerstag, den 06. November, zum Mongoleikolloquium ein.
Bulgan Erdenechuluun wird über „Wirtschaftsbeziehungen der Mongolei heute- Potentiale und Herausforderungen" referieren.
Ort: 53115 Bonn, Regina-Pacis-Weg 7, Raum 2.024
Zeit: 18:00 Uhr
Im Zentralasienseminar der HUB spricht Frau Navchaa Myagmarjav (Tsolmon Travel, Ulaanbaatar) am 12. November zum Thema. „Traditioneller Naturschutz und heutiges Umweltbewusstsein als Ziel des Tourismus in der Mongolei".
Ort: 10115 Berlin, Invalidenstraße 118, Raum 507.
Zeit: 18:00 Uhr

Ulaanbaatar ins Google Street View-Projekt aufgenommen
Als 61. Land der Welt ist die Mongolei und als erste Stadt in Zentralasien ist Ulaanbaatar seit dem 22. Oktober Teil des Google Street View-Projekts.
http://googleasiapacific.blogspot.de/2014/10/taking-street-view-to-mongolian-steppe.html

Wi-Fi für Touristenattraktionen in Ulaanbaatar
28 Örtlichkeiten in Ulaanbaatar, die besonders oft und gern von Touristen frequentiert werden, sind ab sofort über eine kostenlose drahtlose Internetverbindung zu erreichen.
Darüber informierten am 24. Oktober die Tourismusbehörde und der Dienstanbieter „Keviko".
Genutzt werden kann die Dienstleistung u. a. im Choijin-Lam-Museum, im Schauspielhaus, im Restaurantger „Chin-Van Khanddorj", im Buddhapark, im Gandankloster, auf dem Unabhängigkeitsplatz, im Shukov-Museum, im Mongolischen Arme-Museum und im Zentralbahnhof der Ulaanbaatar-Eisenbahn.
Die Maßnahme käme den Bedürfnissen der Touristen entgegen und eröffnete gleichzeitig neue Möglichkeiten der weltweiten Werbung für Ulaanbaatar.

II. Asien-Paralympics 2014
Bei den II. Asien-Paralympics in Incheon (Südkorea) vom 18. bis zum 24. Oktober haben mongolische Sportler und Sportlerinnen zwei Gold-, eine Silber- und acht Bronzemedaillen gewonnen.
Z. Ganbaatar, der im Schießen den dritten Platz belegte, hat seinen Startplatz bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro (Brasilien) bereits sicher.
N. Altantstetseg gewann bei den Frauen im Judo bis 78 kg eine Goldmedaille.


Rittersporn

Rittersporn ist in der Mongolei gerade zur „Undesnii Bakharkhalt-Blume" gekürt worden.


Rittersporn (2)

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt Renate Bormann


   

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Last Update: 01. Januar 2017