Neues aus der Mongolei
26. Januar bis 1. Februar 2015

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar


Mongolei im Winter

Intensivierung der industriellen Produktion
Präsident Ts. Elbegdorj hat der mongolischen Regierung die Order erteilt, alles dafür zu tun, die Industrialisierung im Land voranzutreiben.
Für eine unabhängige mongolische Wirtschaft und ein beständiges Wirtschaftswachstum sei es unabdingbar, die privat-öffentliche Zusammenarbeit (Public Private Partnership –PPP) zu unterstützen.
Exporte müssten ausgeweitet, Importe durch eigene Produkte ersetzt, der Mehrwert und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden. (Weg von der ausschließlichen Rohstofflieferung zu mehr Verarbeitung im eigenen Land).
Der Produktion von Gütern, die die Umwelt nicht belasten, sollte dabei Vorrang eingeräumt werden.
Die Regierung müsste dafür sorgen, die entsprechenden programmatischen Richtlinien (für kurz-, mittel- und langfristige Umsetzung) zu erarbeiten, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, wozu eine kluge Steuer-, Zoll- und Tarifpolitik genauso wie günstige Kreditvergabebedingungen gehörten.
Von herausragender Bedeutung sei gleichfalls die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.
Die benötigten finanziellen Mittel müssten in die jährlichen Staatshaushaltspläne eingestellt, über ihre Verwendung und Nutzen regelmäßig Rechenschaft abgelegt werden.

Tavantolgoi
Am 02. Februar will Staatsminister M. Enkhsaikhan die Staatsversammlung über den Stand der Verhandlungen mit den auserkorenen Tavantolgoi-Investoren unterrichten.


Kh. Mongoljin mit Mama G. Azzaya Foto news.mn

Khatanboldyn Mongoljin heißt die dreimillionste Bürgerin der Mongolei
Am 24. Januar, 08:27 Uhr, kam im Krankenhaus in Dalanzadgad (Südgobi-Aimag) die dreimillionste Bürgerin der Mongolei zur Welt.
Ihre Eltern – Enkhtuvshingiin Khatanbold und Ganbatyn Azzaya, beide 22 Jahre alt – gaben ihrem erstgeborenen Töchterchen den Namen „Mongoljin".
Am selben Tag wurden weitere 99 Jungen und 81 Mädchen geboren, drei von ihnen im Ausland, in den Entbindungskliniken der Ulaanbaatarstadtbezirke waren es insgesamt 84 Babys. Auf dem Land kamen die meisten Babys in den Aimags Darkhan-Uul und Orkhon (9) sowie in den Aimags Uvurkhangai, Arkhangai, Uvs und Khovd (8) zur Welt.
Laut Regierungsbeschluss bekommt Mongoljin eine Wohnung oder den entsprechenden Geldwert von 70 Millionen Tugrug, die anderen ein einmaliges Geldgeschenk in Höhe von drei Millionen Tugrug.
Einem Erlass von Präsident Ts. Elbegdorj zufolge erhält jeweils ein Baby in 20 Aimags und neun Duuregs, dessen Geburtstermin am nächsten an den von Mongoljin heranreicht, ebenfalls das 70-Millionen- Geschenk.
Entsprechende Aufträge sind an die Gouverneure der Aimags und Duuregs ergangen.
(Im Gov‘-Sumber-Aimag ist am 24. kein Kind zur Welt gekommen).
Am 28. Januar gab der Leiter des Nationalen Amtes für Statistik S. Mendsaikhan Auskunft über die „Findungsmethode".
Am 05. Januar 2015 waren 2 995 949 Bürger erfasst, danach sei jede Geburt (auf die Minute und Sekunde) registriert sowie die durchschnittliche Sterberate der vergangenen drei Jahre berücksichtigt worden.
Anlässlich der offiziellen Verkündung über die Geburt des dreimillionsten Staatsbürgers am 28. Januar wurde im Gebäude der Zentralpost in Ulaanbaatar eine dem Ereignis gewidmete Sondermarke vorgestellt.
An der Veranstaltung nahmen u. a. der Staatssekretär im Ministerium für Bevölkerungsentwicklung und Soziale Sicherheit B. Otgonjargal, der Direktor des Staatsunternehmens „Mongolische Post" Batsaikhan, die Leiterin des Nationalen Kinderzentrums I. Narantuya und der Maler P. Zegmid teil.

Erfolgreiche militärpolitische Kooperation zwischen der Mongolei und Deutschland
Beim Treffen des mongolischen Verteidigungsministers Ts. Tsolmon mit dem Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der BR Deutschland S. E. G. Thiedemann am 27. Januar betonten beide Seiten ihre Zufriedenheit mit den Ergebnissen der langjährigen bilateralen militärpolitischen Zusammenarbeit und bekräftigten ihre Absicht, die Zusammenarbeit weiter ausbauen zu wollen.
Die geht auf den Beginn der 1990er-Jahre zurück, später, 1995, unterzeichneten beide Seiten ein Abkommen über militärische Ausbildungshilfe.
Eine neue Qualität erreichte die Zusammenarbeit 2009 mit dem ersten gemeinsamen Auslandseinsatz der Streitkräfte beider Länder im Rahmen der ISAF-Mission zur Stabilisierung der Lage in Afghanistan.
Auch in Zukunft wollen die Mongolei und Deutschland gemeinsam Erfahrungen austauschen, bei der militärischen Ausbildung und bei Friedenseinsätzen zusammenarbeiten.
Außerdem sollen gemeinsame Steppenmanöver geplant werden.

MVP will den Sukhbaatarplatz zurück
Vor zwei Jahren wurde der Sukhbaatarplatz auf Beschluss des Vorstandes der Stadtverordnetenversammlung Ulaanbaatars in „Chinggis-Khaan-Platz" umbenannt.
Daraufhin forderte die MVP-Fraktion im Abgeordnetenhaus den Leiter der Abgeordnetenversammlung D. Battulga in einem offiziellen Schreiben vom 12. August 2013 auf, diesen Beschluss zu annullieren. Er diente der Geschichtsverfälschung.
Bis heute hätte die MVP auf ihr Schreiben keine Antwort erhalten. Dieses Verhalten verletze die einschlägigen Gesetze.
Im Sprachgebrauch vieler Hauptstädter heißt der Platz nach wie vor „Talbai" (Platz), so wie Ulaanbaatar für die Mongolen einfach „Khot" (die Stadt) ist.

„Retten wir Noyon Uul"
Mitglieder der Umweltbewegung „Retten wir Noyon Uul" (Fürstenberg) haben am 26. Januar auf dem Chinggis-Khaan-Platz friedlich für ihre Ziele demonstriert.
Sie wenden sich gegen Bergbauaktivitäten im Mandal-Sum im Selenge-Aimag, wo 1924 vom russischen Archäologen P. K. Koslow im Noyon Uul ein hunnisches Gräberfeld (mong. khunnu, chin. Xiongnu) entdeckt worden war und auch aktuell archäologische Grabungen stattfinden.
„Centerra Gold" habe eine Gold-Prospektionslizenz über 2.300 Hektar in der Nähe der Gräber erhalten.
Dagegen richte sich der Protest der Bevölkerung und deshalb hätten die Bürger des Mandal-Sums die Bürgerbewegung „Noyon Uul" gegründet.
Wir werden mit allen Bürgerbewegungen und Umweltschutzbewegungen zusammenarbeiten, so die Organisatoren.

Mumienfund im Songinokhairkhan-Duureg
„The Siberian Times" veröffentlichte am 28. Januar einen Artikel über den spektakulären Fund der Mumie eines Mannes in der mongolischen Hauptstadt.
Am frühen Morgen des 27. Januar war die Mumie im Ulaanbaatarstadtbezirk Songinokhairkhan ausgegraben worden, gut erhalten und in Lotus-Stellung.
Daraufhin erschienen in in- und ausländischen Zeitungen Berichte mit Mutmaßungen, der Mann sei ein meditierender Mönch gewesen, seine Mumie 200 Jahre alt.
Es könnte sich um den Lehrer des namhaften Lamas Dashdorj Itigilov, geb. 1852, handeln.
Das könnte schon einmal nicht stimmen (2015-200!) wie Kommentatoren in der Siberian Times anmerkten.
Der Leiter des Presse- und Informationszentrums des Polizeipräsidiums, General B. Baatarkhuu, erklärte am 30. Januar, der Fund sei dem Institut für Gerichtsmedizin in Ulaanbaatar übergeben worden, die wissenschaftlichen Untersuchungen dauerten an.
Über das Alter der Mumie könnten bisher keine verlässlichen Angaben gemacht werden.
Das Justizministerium und das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft hätten eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet, der Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen angehörten.
Sie werden demnächst die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vorstellen, danach erfolge die offizielle Berichterstattung.

„Ulaanbaatar-Winterspiele"
Zur Förderung des Wintertourismus in der Mongolei haben das Tourismusamt Ulaanbaatar und die Stadtverwaltung zum zweiten Mal in Folge das Ulaanbaatar-Winterfestival organisiert.
Es findet statt am 01. Februar am Ufer der Tuul. Veranstaltet werden Wettbewerbe im Eiskunstlaufen, im Eisschnelllauf, im Knöchelweitwurf auf dem Eis, im Bogenschießen. Ergänzt werden die Wettkämpfe unter Beteiligung von Leistungssportlern und Amateuren durch Schlittenhunderennen und natürlich Modenschauen, Verkaufsausstellungen von Produkten des mongolischen Handwerks. Auch für das leibliche Wohl der einheimischen und ausländischen Besucher wird gesorgt, angeboten werden heiße Getränke und Speisen.
Das Tourismusamt offerierte ausländischen Touristen eine 50-prozentige Preisermäßigung in den Vier- und Fünfsternehotels der Hauptstadt.

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt Renate Bormann


   

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Last Update: 01. Januar 2017