Neues aus der Mongolei
18. bis 24. Januar 2016

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar


Straße zwischen Ulaanbaatar und Zuunmod (Zentralaimag)

Staatsoberhaupt der Mongolei zu Gast auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos
Präsident Tsakhiagiin Elbegdorj hat am Rande des 46. Weltwirtschaftsforums (WEF) vom 19. bis zum 23. Januar in Davos (Schweiz) Gespräche über die bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der Leiterin des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) Helen Clark, dem Generalsekretär der Organisation für Ökonomische Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) J. Angel Gurria, der Generalsekretärin der UNESCO Irina Bokova, dem Präsidenten der Weltbank Jim Yong Kim und der Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IMF) Christine Lagarde geführt.
Außerdem hat er an der Diskussionsrunde über die zunehmende globale Wasserknappheit, Ursachen, Folgen und Maßnahmen zur Überwindung sowie am Arbeitstreffen „Bergbau und Metallurgie" teilgenommen.
Begleitet worden war Elbegdorj von Außenminister L. Purevsuren.
Am 21. Januar diskutierte der Präsident mit dem Gründer und Generalsekretär des WEF Klaus Schwab eine engere Kooperation zwischen der Mongolei und dem Wirtschaftsforum und über die Organisation des Ostasien-Wirtschaftsforums in Ulaanbaatar.
Schwab bedankte sich bei Elbegdorj für die Einladung in die Mongolei und sagte einen Besuch im Jahr 2017 zu.
„Mongolian Night" war die Veranstaltung am 22. Januar überschrieben, mit der sich die Mongolei als attraktives Reiseland und Wirtschaftsstandort präsentierte.
Das diesjährige Wirtschaftsforum stand unter dem Thema: „Bewältigung der Vierten Industriellen Revolution".
Diskutiert wurden Fragen der Gesundheits,- Finanz- und Bildungsreformen sowie des Klimawandels.
Lesen Sie auch den Beitrag vom stellvertretenden Chefredakteur des Handelsblattes unter:
http://www.handelsblatt.com/politik/international/davos/reklame-fuer-die-mongolei-kennen-sie-toegroeg/12870060.html#


S. Oyun in ihrem Büro im Regierungspalast

Zivilcourage-Grüne Partei lehnt Vereinigung mit „Gerechtigkeit" ab
Die Vorsitzende der Zivilcourage-Grüne Partei S. Oyun zeigte sich überrascht über den Vorschlag von Z. Bayanselenge, Vizevorsitzende der Fraktion „Gerechtigkeit" (MRVP/MNDP), die Zusammenarbeit zwischen beiden Fraktionen zu institutionalisieren.
„Wir arbeiten bereits jetzt zusammen, wenn es die Sache erfordert, eine Vereinigung beider Fraktionen lehnen wir jedoch ab", erklärte S. Oyun in einem Interview für news.mn.

Ministerpräsident Orbán zu Gast in der Mongolei
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán absolviert vom 24. bis zum 26. Januar einen offiziellen Besuch in der Mongolei.
Es ist der erste Besuch eines ungarischen Regierungschefs in der Mongolei.
Neben den Ministern für Äußeres, Handel, Verteidigung, Wirtschaft, Nationale Entwicklung und Landwirtschaft gehören zur ungarischen Delegation 60 Repräsentanten von 40 Unternehmen.
Orbán trifft mit Ministerpräsident Ch. Saikhanbileg zu einem Vieraugengespräch zusammen, ehe die Gespräche im erweiterten Kreis fortgesetzt werden.
Außerdem empfangen Präsident Ts. Elbegdorj und der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung Z. Enkhbold den ungarischen Gast.

Rücktrittsforderung
Die Abgeordnete G. Uyanga bemüht sich seit längerem um einen Rücktritt von Ministerpräsident Ch. Saikhanbileg wegen des „in Dubai unterzeichneten, für die Mongolei nachteiligen Vertrags über Oyutolgoi".
Am 20. Januar hat sie die von 20 Abgeordneten unterzeichnete Rücktrittsforderung offiziell eingereicht.
Allerdings hat die MVP eine Pause von fünf Tagen angekündigt, so dass der Ausschuss für Staatsorgane erst in der nächsten Woche die Rücktrittsforderung diskutieren wird.
Im Zusammenhang mit Bergbauaktivitäten im Noyon Uul kritisiert Uyanga den Regierungschef und auch Staatsminister S. Bayartsogt ebenfalls.
Offenbar mit dem Ziel, ihrer Kritik mehr Nachdruck zu verleihen, hat Uyanga einen offenen Brief an die Väter der Genannten veröffentlicht.
Saikhanbileg forderte G. Uyanga daraufhin auf, zwei Achtzigjährige nicht für ihre populistischen Ziele zu missbrauchen.
Große Teile des Noyon Uul seien bereits Schutzgebiet.
Das Unternehmen sichere Arbeitsplätze und damit die Existenz vieler Familien, der Staat nähme 240 Millionen USD an Steuern ein, die helfen, z. B. das Kindergeld zu bezahlen oder günstigere Zinsen für bezahlbare Wohnungen einzuführen.
Am Rande des Weltwirtschaftsgipfels von mongolischen Journalisten um seine Meinung zur Rücktrittsforderung befragt, entgegnet Präsident Elbegdorj, so kurz vor den Wahlen und in schwierigen Zeiten für das Land und seine Menschen seien Rücktrittsforderungen an die Regierung eher kontraproduktiv.
Kritik sei gut und richtig, aber sie müsste konstruktiv sein.

S. Odontuya zur Vorsitzenden der DP-Frauenunion gewählt
Auf dem 4. Forum der der Frauenunion der Demokratischen Partei (DP) am 18. Januar wurde S. Odontuya von der innerparteilichen Fraktion „Shonkhor" zur Vorsitzenden gewählt.
Der Wahl waren heftige Auseinandersetzungen vorausgegangen.
Zunächst hatten sich zehn Frauen um den Vorsitz beworben, von den sechs ihre Kandidatur wieder zurückzogen.
Schließlich wurden für S. Odontuya 13 Stimmen mehr als für ihre Konkurrentin B. Urgamaltsteseg („Altangadas") gezählt.
Nach Protesten musste die Wahl wiederholt werden.
Auch die Wiederholung änderte am Ergebnis nichts.

MVP gegen Änderung der Mandatsverteilung
Der MVP-Fraktionsvorsitzende S. Byambatsogt bedauerte den Vorstoß der DP, die Zahl der Direktmandate für die Wahlkreise auf dem Land und für Ulaanbaatar – 2008 und 2012 34 bzw. 14 zu verändern.
Laut Verfassung erfolgen die Aufteilung der Wahlkreise und die Zuweisung der ihnen zustehenden Mandate entsprechend der Einwohnerzahl und der Flächengröße.
„Wir sind gegen eine Veränderung dieses Prinzips".

Beschlussfassung über „Gatsuurt" vertagt
Der Vorsitzende der DP-Fraktion in der Staatsversammlung A. Garamgaibaatar hat eine fünftägige Sitzungspause für seine Fraktion angekündigt, um Unklarheiten bei der anstehenden Beschlussfassung über die Höhe der Staatsanteile an der Goldlagerstätte „Gatsuurt" zu beseitigen.
Die Entscheidung über „Gatsuurt" müsste auf nächste Woche vertagt werden.

Luftverschmutzung
160 Wissenschaftler und Behördenvertreter aus der Mongolei, den USA, Großbritannien, Australien, der VR China und Südkoreas treffen sich am 25. und 26. Januar in Ulaanbaatar zu einer Beratung über gesundheitsschädigende Folgen der Luftverschmutzung .
Vorgestellt werden die Ergebnisse von Forschungen über den Einfluss der Luftverschmutzung auf die Kindersterblichkeit und Erkrankungen von Kindern in der Mongolei.


Schwierige Winterweidung Foto news.mn

Winter 2015/16
Im Ulaankhus-Sum im Bayan-Ulgii-Aimag gestaltet sich die Winterweidung besonders schwierig.
Betroffen seien nicht nur die Nutztierherden – 200.000 Stück - sondern auch die Wildtiere.
Noch lebten 1.500 Wildschafe (Argali) und etwa 400 Wildziegen (Yangir) im Sum.
In manchen Winterweidelagern (Khukh-Adar, Khar Yamaat, Usai und Aguit) sei so viel Schnee gefallen, dass die Tiere das Futter nicht erreichen können, das bevorratete Heu reiche nicht aus.
Die Viehhalter hätten sich deshalb entschlossen, in Richtung Frühjahrsweidelager am Dayan-See zu ziehen.
Dort hätte sich jedoch eine Eisdecke gebildet, es wäre besser, noch mindestens bis zum 15. Februar zu warten, warnte die Sumverwaltung.

Sumo
Mit 14:1 hat der Japaner Ozeki Kotoshogiku Kazuhiro Kikutsugi das Januarturnier (Khatsu Basho) der Sumoprofis gewonnen.
Es ist das erste Mal seit zehn Jahren, dass ein Japaner das wichtigste Sumoturnier gewonnen hat und den Kaiserpokal in Empfang nehmen konnte.
Die mongolischen Großmeister Harumafuji und Hakuho belegten mit 12:3 die Plätze.
Der dritte mongolische Großmeister Kakuryu musste sogar fünf Niederlagen hinnehmen.

 

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt, Renate Bormann


 

   

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Last Update: 01. Januar 2017