Neues aus der Mongolei
10. bis 16. Oktober 2016

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar

 

 


Mobile Tierhaltung

Ende der Parlamentspause am 18. Oktober
Die am 11. Oktober vom Vorsitzenden der Großen Staatsversammlung M. Enkhbold verfügte Sitzungspause endet am 18. Oktober.
Am 19. wählen die Bürger der Sums und Duuregs ihre neuen Bürgerversammlungen.
Der Tag ist ein offizieller Feiertag.
Am 20. Oktober werden die regulären Sitzungen der Staatsversammlung fortgesetzt.

Erdenebat in Japan
Am mongolisch-japanischen Investoren-Forum im Rahmen des offiziellen Besuchs von Ministerpräsident J. Erdenebat in Japan haben Vertreter von 50 mongolischen und 240 japanischen Firmen teilgenommen. Dabei wurden mehrere Vereinbarungen unterzeichnet, darunter ein Memorandum über Zusammenarbeit im Kohlehandel und Marketing zwischen „Energy Resources" (Mongolei) und „Sumitomo" (Japan).
Am 14. Oktober haben die beiden Regierungschefs auf einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen der bilateralen Gespräche Stellung genommen.
„Wir haben über die Programme und Maßnahmen zur Vertiefung der Strategischen Partnerschaft zwischen 2017 und 2020 besprochen und sind uns einig, dass diese Partnerschaft für die Mongolei und Japan positive Entwicklungsimpulse bietet.


Touristencamp am Khuvsgul-See

Seidenstraßen-Konferenz: „Nomaden-Tourismus und nachhaltige Stadtentwicklung"
350 Delegierte aus 33 Ländern, darunter der Seidenstraßen-Anrainerstaaten, der UN-Welt-Tourismus-Organisation (UNWTO) und anderer UN-Agenturen versammelten sich vom 13. bis zum 15. Oktober in Ulaanbaatar zur jährlichen Konferenz der Organisation „Weltstädte – Wissenschaftliche Entwicklungsallianz" (WCSDA).
Organisiert worden war die Konferenz gemeinsam vom Ministerium für Umwelt und Tourismus, von der UNWTO sowie der WCSDA, Unterstützung leistete selbstredend auch die Ulaanbaatar-Stadtverwaltung.
Grußworte sprachen der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung M. Enkhbold, der Präsident der WCSDA Dong Yangzhan, die Ministerin für Umwelt und Tourismus D. Oyunkhorol, der Generalsekretär der UNWTO Taleb Rifai sowie der Regierende Bürgermeister von Ulaanbaatar S. Batbold.
„Chinggis-Khaan" und „Nomaden" sind die Begriffe, die den meisten zuerst einfallen, wenn sie an die Mongolei denken.
Heute lebt fast die Hälfte der Mongolen in Ulaanbaatar, nur noch ein Drittel ziehen mit ihren Herden von Weide zu Weide.
Die Mehrheit der Touristen aus aller Welt interessiert sich besonders für die Lebensweise und Kultur der mongolischen Nomaden, ihre Traditionen, Sitten und Bräuche, die natürlich auch bei den Stadtbewohnern nicht in Vergessenheit geraten sind.
Die Ministerin informierte über die Lage der Tourismusbranche und die Perspektiven für die Zukunft.
Seit 1990 gehört die Mongolei der UNWTO an.
2015 steuerte der Tourismus 3,2 Prozent zum BIP bei, auf ihn entfielen 13 Prozent der Auslandsinvestitionen.
Im selben Jahr haben 400.000 Touristen die Mongolei besucht, die meisten kamen aus der Asien-Pazifik-Region und aus Europa.
613 Tourismusunternehmen werben um Kunden, landesweit existieren 349 Tourismuscamps und 468 Hotels, einschließlich Hotels der Ketten „Shangri La", „Best Western", „Kempinski" und „Holiday Inn".
Der Tourismus bietet 50.000 Menschen Arbeit.
Bedeutende Tourismusprojekte seien teils fertiggestellt, teils im Stadium der Entwicklung: Wasserpark, Freiluftmuseum Kharkhorin, die Komplexe „Großer Maitreya" und „Alungoo" sowie der Zaisan-Vergnügungspark.
Untersuchungen hätten ergeben, 60 Prozent der Touristen kämen der Natur und wunderbaren Landschaften wegen in die Mongolei, 40 Prozent wollen die nomadische Kultur „sehen und fühlen".
60 Prozent der Besucher erklärten, erneut in die Mongolei reisen zu wollen.
„Im Jahr 2020 wollen wir eine Million Touristen begrüßen, der Anteil am BIP soll auf acht Prozent steigen", so Ministerin Oyunkhorol zum Abschluss  ihrer Rede.
Für mehr Infos, auch zu den Begriffen „Nomaden", Nomadismus" etc., lesen Sie:
http://www.bpb.de/apuz/208255/truly-nomadic-die-mongolei-im-wandel?p=all

Mongolei ächzt unter Schuldenlast
Seit ihrem Amtsantritt im Juli sucht die neue Regierung unter Ministerpräsident J. Erdenebat (MVP) nach Auswegen aus der Wirtschafts- und Finanzkrise.
Für die Schieflage (eklatanter Rückgang der Auslandsinvestitionen, Sinken der Weltmarktpreise für Rohstoffe, Abwertung des Tugrug, Haushaltsdefizit von fast 21 Prozent des BIP) macht sie in erster Linie die Politik der Vorgängerregierungen unter N. Altankhuyag (DP) und Ch. Saikhanbileg (DP) verantwortlich.
Das Pikante daran ist, die MVP war verschiedentlich Teil dieser Regierungen.
Seit 2012 hat sich die Mongolei fünf Milliarden USD geliehen, von denen 2017 580 Millionen zurückgezahlt werden sollten.
Reisen führender Politiker ins Ausland, insonderheit nach Japan (MP) und China (Finanzminister B. Choijilsuren), dienen u. a. der Suche nach finanzieller Unterstützung.
Am 20. Oktober wird eine Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Ulaanbaatar erwartet.
Sh. auch: Deutsche Wirtschaftsnachrichten vom 12.10. 2016.

Statistik September 2016
Nach Angaben aus dem nationalen Amt für Statistik wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 59.320 Kinder geboren.
Allein im September waren es 6.560 Kinder, 384 oder 5,5 Prozent weniger als im Vormonat.


Wanderweg im Bogd-Uul. Foto gogo.mn

Wanderweg eröffnet
Anlässlich des 377-jährigen Gründungsjubiläums der mongolischen Hauptstadt haben der Regierende Bürgermeister von Ulaanbaatar S. Batbold und der Leiter der Ulaanbaatar-Tourismusbehörde D. Batsukh am 16. Oktober einen 3,6 km langen Wanderweg im Bogd-Khan-Gebirge zwischen Zaisan und Baruun Shireet eröffnet.
Ziel des Projektes ist die Ausstattung der Route mit allem, was das Herz der Wanderer oder Spaziergänger begehrt: Sitzgelegenheiten, Tische, Ausflugslokale, Hinweistafeln über die Tier- und Pflanzenwelt.
In Zukunft seien weitere Wanderwege geplant.
Die Finanzierung erfolge über den Haushaltsplan und über private Geldgeber.

PAANAN" – Lesung
Am 26. Oktober können interessierte Besucher an einer Lesung aus dem Roman „Paanan" des mongolischen Schriftstellers D. Enkhbold teilnehmen.
Die Geschichte von Zermaa, Zeweg und der Hündin Paanan ist von Dr. Renate Bauwe ins Deutsche übersetzt worden, die Zeichnungen stammen von dem mongolischen Maler Ershuugiin Otgonbayar (Otgo).
Im Rahmen der Lesung wird eine Ausstellung mit Werken E. Otgonbayars eröffnet.
Ort: Leipziger Literaturverlag, Brockhausstraße 56, 04229 Leipzig
Zeit: 19:00 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
http://www.leipzigerliteraturverlag.de/

37. Weltkongress der Poeten in Ulaanbaatar
Auf dem 36. Weltkongress der Poeten vom 15. bis zum 20. September in Prag hatten sich neben der Mongolei die USA, Mexiko, Kolumbien und China als Ausrichter für den 37. Weltkongress beworben.
Eine Mehrheit entschied sich für die Mongolei als Gastgeberin für die Lyriker aus aller Welt im nächsten Jahr.
In Prag wurde die Mongolei durch den Publizisten, Lyriker und Kalligraphen G. Mend-Ooyo, den Lyriker U. Khurelbaatar, das Ehrenmitglied des Mongolischen Schriftstellerverbandes M. Saruuldalai sowie L. Molomjamts, Gewinner des Kristallpokals 2014, vertreten.
In der Kategorie „Poem" konnte sich U. Khurelbaatar über einen zweiten Preis freuen.

„Kommunale Partnerschaften mit der Mongolei"
Die Stadt Bonn und die Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt" (SKEW) von Engagement Global veranstalten am 24. und 25. November im Alten Rathaus den 2. Runden Tisch „Kommunale Partnerschaft mit der Mongolei".
Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.
Für bis zu zwei Vertreter pro Kommune wird die Servicestelle die Reise- und Übernachtungskosten übernehmen.
Teilnahmegebühren werden nicht erhoben.
Hier können Sie sich bis zum 31. Oktober 2016 anmelden:
https://skew.engagement-global.de/veranstaltung-detail/zweiter-runder-tisch-mongolei-bonn.html
Für Rückfragen steht Clemens Olbrich, Telefon: +49 228 20717-138, E-Mail: clemens.olbrich@engagement-global.de zur Verfügung.

US-Team siegt beim Fußballturnier der Botschaften
Beim traditionellen Fußballturnier von Mitarbeitern der ausländischen Botschaften in der Mongolei, des Außenministeriums, der UN-Repräsentanz sowie der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) am 08. Oktober im Nationalpark siegte das Team der US-Botschaft vor den Teams der Botschaften Russlands und der Türkei.
Insgesamt hatten sich 14 Botschaften am Turnier beteiligt.

 

 

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt, Renate Bormann


 

   

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Last Update: 01. Januar 2017