Neues aus der Mongolei
22. bis 29. Januar 2017

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar


Winter in Ulaanbaatar

Für wirksame Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung
Am 28. Januar forderten mehrere tausend Menschen mehr und nachhaltigere Maßnahmen der Regierung gegen die zunehmende Luftverschmutzung in Ulaanbaatar.
Sie hatten sich auf dem Sukhbaatarplatz ungeachtet der Kälte bei minus 22 Grad versammelt.
Es war die zweite Großdemonstration, organisiert von der „Bewegung von Müttern und Väter gegen Umweltverschmutzung. Retten wir unsere Kinder".
Die Gesundheitsschäden vor allem für Kinder seien gravierend, Hauptursache für den Tod von Kindern vor ihrem fünften Lebensjahr seien Erkrankungen der Atemwege, hervorgerufen durch die hohe Schadstoffbelastung der Luft, so die UNESCO-Repräsentanten in Ulaanbaatar.
Die kälteste Hauptstadt der Welt gehöre zu den Städten mit der stärksten Luftbelastung.
Lange, kalte Winter und eine lange Heizperiode, veraltete Heizungsanlagen in den Gervierteln verschärften die Probleme.
Die Bewohner forderten mehr Unterstützung von der Regierung und von der Ulaanbaatar-Stadtverwaltung.
„Jetzt naht der Frühling, das Problem darf jedoch nicht vergessen werden", fordern die Bewohner der Hauptstadt.
Im Dezember 2016 berichtete die Ministerin für Umwelt und Tourismus D. Oyunkhorol, dass zwischen 2011 und 2015 seitens der Regierung 37 Millionen USD und seitens internationaler Geber 47 Millionen USD für die Verringerung der Luftverschmutzung ausgegeben wurden.

Wer wird neuer DP-Vorsitzender?
Am 29. Januar, 10:00 Uhr, begannen landesweit die Wahlen zum Vorsitzenden der Demokratischen Partei (DP).
120.000 Mitglieder haben sich durch Zahlung einer geringen Gebühr neu registrieren lassen und somit das Recht erworben, ihre Stimme abzugeben.
Bis 12:00 Uhr hatten 40 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht, 20:00 Uhr waren es 69 Prozent.
Die Wahllokale schließen um 22:00 Uhr Ortszeit.

Wirtschaftsprogramm für 2017 beschlossen
Am 25. Januar hat die Regierung das Arbeitsprogramm für die sozial-ökonomische Entwicklung 2017 beschlossen.
Insgesamt umfasst das Programm 342 Maßnahmen zur Makroökonomie, für die Unterstützung des Wirtschaftswachstums, für die Regionalentwicklung, den Umweltschutz, die Bevölkerungsentwicklung, Verwaltung, Justiz, Außenpolitik und Verteidigung.
Große Infrastruktur- und Bergbauprojekte sollen in diesem Jahr vorangetrieben werden, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, Arbeitsplätze zu schaffen sowie das Haushaltsdefizit zu verringern.
Mit der Umsetzung des Programms erhofft sich die Regierung drei Prozent Wirtschaftswachstum, eine Inflationsrate nicht über 6,5 Prozent, ein Haushaltsdefizit nicht über 9,1 Prozent des BIP und eine Arbeitslosenquote nicht über neun Prozent.
Benötigt werden für die Vorhaben 5,4 Billionen Tugrug, davon sollen unter anderem 353,9 Milliarden aus dem Staatshaushalt und 825 Milliarden von ausländischen Gebern bereitgestellt werden.

Korruptionswahrnehmungsindex 2016
Am 25. Januar hat „Transparency International" den Korruptionswahrnehmungsindex für 2016 veröffentlicht.
Danach verliert die Mongolei einen Punkt.
2015 lag sie mit 39 Punkten unter 168 Ländern auf Platz 72, 2016 mit 38 Punkten unter 176 Ländern auf Platz 87.
Zur Verbesserung der Situation rät die Organisation den mongolischen Politikern, mehr konkrete Maßnahmen gegen Bestechlichkeit und Bestechung zu ergreifen und weniger leere Versprechungen zu verbreiten sowie die Institutionen, die sich dem Kampf gegen Korruption verschrieben haben, zu stärken und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verbessern.

Mehr Geld für die Wissenschaft
Bei einem Treffen mit Wissenschaftlern versprach der Minister für Bildung, Kultur, Wissenschaft und Sport J. Batsuuri erhöhte Zuwendungen für den Wissenschaftsbereich.
Hierzu gehörten der Nationale Rat für Wissenschaft und Technologie, die Akademie der Wissenschaften, der Rat für Wissenschaft und Technologie beim Ministerium, die Universitäten, Institute sowie private wissenschaftliche Einrichtungen. Insgesamt beschäftigten sie 1.720 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
„Aktuell realisieren wir gemeinsame Forschungsprojekte mit Russland (30), mit China (6) und je zwei mit Südkorea, Weißrussland und Vietnam".
In Zukunft sollen die Investitionen in den Wissenschaftsbetrieb steigen, die Errichtung des mongolisch-chinesischen Wissenschaftsparks vorangetrieben werden.
Auch der Verbesserung der Löhne und Gehälter der Beschäftigten gilt unsere Aufmerksamkeit, so der Minister zum Schluss seiner Ausführungen.

Markterkundungsreise in die Mongolei
Vom 23. bis zum 27. Mai 2017 organisiert der OAV-German Asia-Pacific Business Association gemeinsam mit dem Deutschen Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e. V. eine Markterkundungsreise für deutsche Anbieter von Analysen-, Bio- und Labortechnik in die Mongolei.
Dabei handelt es sich um eine projektbezogene Fördermaßnahme im Rahmen des Markterschließungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Geplant sind Vorträge zur wirtschaftlichen und politischen Lage in der Mongolei sowie das Bekanntmachen mit den Rahmenbedingungen und Marktchancen für deutsche Unternehmer.
Außerdem werden die Delegationsteilnehmer die „Expo Mongolia 2017" besuchen.
Anmeldeschluss ist der 17. März 2017.

Kontakt:
Emrah Camli
Leiter der Kontaktstelle DMWA
Regionalmanager Greater China, Mongolei
Tel.: 040 35 75 59-14
mongolei@oav.de

Mongolische Ziegenhirten und edle Kaschmirkollektion
Die mongolischen Grassteppen sind die Heimat einer der letzten Nomadenkulturen unserer Erde.
Hier wird der Rohstoff für die feinste Wolle der Welt gewonnen, Kaschmir.
Bevor am 06. Februar in Brüssel ein weiterer Showroom des mongolischen Kaschmirproduzenten „Gobi" in Europa eröffnet wird, haben Interessenten die Gelegenheit in der Berliner Filiale von „Gobi" einen mongolischen Viehhalter kennenzulernen, der von Kindesbeinen an geholfen hat, die Herden seiner Familie zu hüten, nie aufgehört hat, den „nomadischen Way of Life" zu gehen.
Der heute 49 Jahre alte Erdene-Ochir besitzt 500 Ziegen und Schafe sowie 70 Rinder und Pferde.
Ende Januar werden die ersten Tierbabys geboren, eine Zeit mit 24-Stunden-Arbeitstagen beginnt.
Die wertvolle Kaschmirwolle wird von ein und zwei Jahre alten Ziegen gewonnen, die Wolle wird per Hand ausgekämmt, die Ziegen werden nicht verletzt oder sonst irgendwie belastet.
Auch dem Problem der drohenden Versteppung des Graslandes wird große Aufmerksamkeit geschenkt.
Ein guter Viehhalter weiß, wann seine Ziegenherden, die ohne entsprechende Aufsicht alles kahlfressen würden, zum nächsten Weideplatz getrieben werden müssen, wo das zur jeweiligen Jahreszeit passende Futter wächst, wo Tränkstellen zu finden sind …
Das mongolische staatliche Kaschmirunternehmen „Gobi" unterstützt nicht nur die Viehhalter durch Zahlung fairer Preise für ihre Rohstoffe, sondern setzt sich ebenso für nachhaltiges Wirtschaften, Umwelt- und Ressourcenschutz ein.
Ort der Veranstaltung: Knesebeckstraße 30, 10623 Berlin
Datum und Zeit: 03. Februar 2017, 18:30 Uhr.
Öffnungszeiten des Ladens: Mo-Fr 11:00 bis 19:30 Uhr, Sa 11:00 bis 16:00 Uhr.

www.shop-gobi.com

Internationale Konferenz zur Biodiversitätsforschung in der Mongolei
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Wissenschaftskooperation zwischen der Mongolischen Staatsuniversität Ulaanbaatar und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von 1967 bis 2017 sind Wissenschaftler und Studenten aus aller Welt vom 20. bis zum 23. September 2017 eingeladen, an der internationalen Konferenz zu Forschungen über die Biodiversität in der Mongolei teilzunehmen.
Die Konferenz wird gemeinsam von der der Martin-Luther-Universität, dem Senckenberg-Museum für Naturgeschichte in Görlitz, der AdW der Mongolei und dem Institut für Allgemeine und Experimentelle Biologie an der Mongolischen Staatsuniversität Ulaanbaatar organisiert.
Die Konferenzsprache wird Englisch sein, die Dauer der Referate sollte 15 Minuten nicht überschreiten.
Der Konferenzbeitrag beträgt 100 Euro, für Pensionäre 50 Euro. Studenten müssen nichts zahlen.
Eine Zusammenfassung der Redebeiträge sollte spätestens bis zum 31. Mai dieses Jahres beim Organisationskomitee eingereicht werden.
Kontakt: Dr. D. Lkhagvasuren, E-Mail: lkhagvasuren@num.edu.mn
Für mehr Informationen sh. auch:
http://sas.num.edu.mn/conference/


Straße zwischen Darkhan und Ulaanbaatar

Nachlassende Kälte
Ab dem 02. Februar soll die Kälte nach Informationen des Wetteramtes nachlassen, nur in den zentralen und östlichen Aimags ist am 31. Januar mit leichten Schneefällen zu rechnen, am 30. und 31. sinken die Temperaturen nachts noch einmal bis auf minus 39 Grad, tags auf bis zu 25 Grad.


Wir sind eine Familie. Foto dnn.mn

3. Platz für mongolische Schneekünstler
Beim 27. Internationalen Schneeskulpturenfestival in Breckenridge/Colorado haben die mongolischen Teilnehmer den dritten Platz belegt.
Die Mannschaft um Munkh-Erdene konnte mit ihrer Skulptur „Wir sind eine Familie" (thematisiert wird das Zusammenleben von Mensch und Tier) die Jury überzeugen.
Den ersten Platz belegte eine Mannschaft aus China („Meerjungfrau"), den zweiten Platz eine Mannschaft aus Schweden („Vier Räder").
Insgesamt beteiligten sich Schnee- und Eiskünstler aus China, Schweden, der Mongolei, aus den USA, aus Großbritannien, aus der Türkei, Mexiko, Italien, Irland, Finnland und Deutschland.
Die Mongolei war mit zwei Mannschaften vertreten, neben Mongolia-Munkh-Erdene noch Mongolia Tserendash.
Gemeinsam haben sie zudem einen Ehrenpreis gewonnen.

Nach 19 Jahren wieder ein japanischer Sumogroßmeister
Am 27. Januar wurde Ozeki Kisenosato in einer feierlichen Zeremonie im Meiji-Tempel in Tokio zum 72. Yokozuna (Großmeister) ernannt.
Lange mussten die Japaner darauf warten.
Kisenosato ist der erste japanische Sumogroßmeister seit 1998. Dementsprechend groß ist die Begeisterung seiner Landsleute.

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt, Renate Bormann


 

   

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Last Update: 29. Januar 2017