Neues aus der Mongolei
24. bis 30. Juli 2017

Renate Bormann, Berlin


Khan-Khukhii. Foto sonin.mn

Staatliches Opferungsritual für den Khan-Khukhii-Berggott
An der Ehrung für den Khan-Khukhii-Berggott am 28. Juli nahmen neben dem Oberlama des Gandanklosters D. Choijamts das Mitglied der Staatsversammlung, Finanzminister B. Choijilsuren als Erster Gesandter im Auftrag von Staatspräsident Kh. Battulga teil.
Außerdem gehörten der Delegation in Vertretung des Präsidenten das Mitglied der Großen Staatsversammlung S. Javkhlan, der Gouverneur des Uvs-Aimags D. Batsaikhan, der Vorsitzende der Bürgerversammlung des Uvs-Aimags E. Nasanbat und der Chef des Generalstabs der bewaffneten Streitkräfte Generalleutnant D. Davaa an.
Als Zeremonienmeister fungierte Kh. Jantsan.
https://www.legendtour.ru/eng/mongolia/regions/uvs-aimag.shtml


Ts. Sandui

„Das 60-Milliarden-Tugrug-Problem"
Auf einer Pressekonferenz in Ulaanbaatar forderten Vertreter verschiedener NGOs, endlich Entscheidungen in der Angelegenheit bezüglich des geplanten Verkaufs der Posten im Staatsdienst zu treffen.
Hauptverantwortlicher sei der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung von Ulaanbaatar Ts. Sandui.
Er sei der größte Verbrecher der Mongolei.
Würde nicht bald eine Entscheidung getroffen, müsste die Staatsversammlung aufgelöst werden, die müsste Regierung zurücktreten.
Er und der MVP-Parteivorsitzende M. Enkhbold hätten bereits vor den Wahlen 2016 über die Vergabe von Posten in der Zentralverwaltung, in den Aimags und Sums, in der Regierung gegen Geldzahlungen sinniert.
Sie müssten zurücktreten.
(M. Enkhbold war Präsidentschaftskandidat der MVP, ist Parteivorsitzender und Vorsitzender der Großen Staatsversammlung).
Das Gespräch sei aufgezeichnet worden und das Originalband ins Ausland in Sicherheit gebracht worden.
Präsident Battulga hat inzwischen von der Antikorruptionskommission gefordert, die Verantwortlichen in dem Fall zur Rechenschaft zu ziehen.


Im Bayanzurkh-Duureg

Ernte 2017
Auf einer Beratung mit dem Minister für Landwirtschaft und Leichtindustrie P. Sergelen über die Erntevorbereitung 2017, die Lage in den Dürregebieten und über die Versorgung mit Kraftstoffen für die Erntetechnik wurden vier Arbeitsgruppen gebildet, die in den Ackerbaugebieten in den Aimags Selenge, Tuv, Bulgan, Orkhon, Khuvsgul, Arkhangai, Uvurkhangai, Dornod, Khentii und Sukhbaatar tätig werden sollen.
Die Frühjahrsaussaat hatte am 03. Mai begonnen.
Insgesamt seien auf 517.400 Hektar Getreide (auf 391.600 ha, davon 366.900 für Weizen), Gemüse (7.200 ha) und Kartoffeln (14.600 ha), Heilpflanzen, Obst, Öl- und Futterpflanzen angebaut worden.
Zur Vermeidung finanzieller Engpässe für die Ackerbauern (für Saatgut, Technik, Kraftstoffe) sind mit 1.300 Firmen und Einzelpersonen Kreditverträge in Höhe von 16,2 Milliarden Tugrug abgeschlossen worden.

N. Altankhuyag wird Präsidentenberater
Am 28. Juli hat Präsident Kh. Battulga den 27. Ministerpräsidenten der Mongolei Norovyn Altankhuyag zu seinem Politikberater ernannt.
Altankhuyag arbeitete von 1981 bis 1990 als Dozent an der Mongolischen Staatsuniversität.
Von 1990 bis 1992 war er Sekretär der Mongolischen Sozialdemokratischen Partei, von 1994 bis 1996 ihr Generalsekretär.
Von 1996 bis 2000 und von 2008 bis 2016 gehörte er der Großen Staatsversammlung an, 1998 bis 1999 war er Minister für Landwirtschaft und Industrie, 2004 bis 2006 Finanzminister.
Von 2008 bis 2014 war er der Vorsitzende der Demokratischen Partei (DP), 2012 bis 2014 Ministerpräsident.
Seit 2015 arbeitet Altankhuyag als Vorsitzender der Nichtregierungsorganisation „Entwicklung – Demokratie".

Purevsuren zum Präsidentenberater ernannt
Der ehemalige Außenminister L. Purevsuren und außenpolitische Berater von Expräsident Ts. Elbegdorj soll auch Präsident Kh. Battulga als außenpolitischer Berater zur Seite stehen.
Im Mai war Purevsuren von Präsident Elbegdorj zum Botschafter der Mongolei in Genf (Schweiz) ernannt worden.
Bisher scheint unklar zu sein, welchen der Posten er tatsächlich übernehmen wird.

Rücktritt des MVP-Generalsekretärs gefordert
Mitglieder der MVP-Parteikonferenz hatten sich am 24. Juli vor dem Parteigebäude versammelt, um ihrer Forderung nach Rücktritt von Generalsekretär Ts. Amarbayasgalan Nachdruck zu verleihen.
Als Leiter des Wahlkampfteams bei den Präsidentschaftswahlen hätte er versagt.
Er habe die Prinzipien der innerparteilichen Demokratie verletzt, die Vorschläge und Anregungen aus den Grundorganisationen der Partei ignoriert.
Bisher seien keine Analyse des Wahlkampfes und keine Ursachenforschung für die Niederlage des MVP-Kandidaten erfolgt.
Das Mitglied der Staatsversammlung J. Enkhbayar hat den Vorsitzenden der Partei M. Enkhbold und Generalsekretär Amarbayasgalan aufgefordert, bis zum 10. August Sitzungen des MVP-Führungsrates und der Parteikonferenz einzuberufen.
In diesen schwierigen Zeiten könne sich die MVP ihrer besonderen Verantwortung für das Schicksal der Mongolei und ihrer Bewohner nicht entziehen.
„Stoppt die Feiertagsspaziergänge der Parteiführung!".
Die Arbeit müsste vor dem Herbst beginnen.
Im Interesse aller Mongolen, nicht nur der Parteimitglieder duldeten die Diskussion und Lösung innerparteilicher Fragen keinen Aufschub.
Die Parteiführung hatte als Termin für die Parteikonferenz, auf der die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl zur Debatte stehen sollen, den September angekündigt.

Thyssen-Krupp liefert Fördersystem für Untertagebau in Oyutolgoi
Einer Pressemitteilung der Thyssen-Krupp AG zufolge ist das Unternehmen beauftragt worden, ein Fördersystem für den Untertagebau in der Kupfer- und Goldlagerstätte Oyutolgoi im Khanbogd-Sum im Süden der Mongolei zu liefern.
Zum Lieferumfang gehören neun Förderbänder mit einer Gesamtlänge von 9,5 km und sieben Transfertürme mit einer Förderkapazität bis zu 7.100 Tonnen pro Stunde.
2020 soll mit dem Untertagebau in Oyutolgoi begonnen werden.
34 Prozent des Minenkomplexes gehören der mongolischen Regierung, 66 Prozent dem kanadischen Bergbauunternehmen Tourquoise Hill Resources, an dem wiederrum Rio Tinto die meisten Anteile hält.
Aus einer Tiefe von 1.400 m kann das neue Fördersystem bis zu 95.000 Tonnen Kupfererz am Tag zur Oberfläche transportieren.

Antiterrormanöver „Befestigung der Grenze 2017"
Die erste Etappe des einmonatigen gemeinsamen russisch-chinesisch-mongolischen Manövers „Befestigung der Grenze 2017" ist bereits in dieser Woche abgeschlossen worden.
Manöverschauplatz war Transbaikalien im südöstlichen Sibirien an der russisch-mongolisch-chinesischen Grenze.
Mit der Mongolei verbindet Transbaikalien eine 870 km, mit China eine 1.000 km lange Grenze.
Russische Spezialisten haben die Festnahme von Terroristen geübt, chinesische und mongolische Armeeangehörige riegelten die Grenzen ab, um den (von Angehörigen der Sicherheitskräfte gespielten) Terroristen die Fluchtwege zu versperren.
Das Manöver wird von einem gemeinsamen Stab der drei beteiligten Länder koordiniert.
Fortgesetzt werde es auf mongolischem und chinesischem Territorium.
Das Manöver war bereits vor der Wahl Kh. Battulgas zum Präsidenten der Mongolei vereinbart worden.

Keine Erhöhung der Steuern für Limousinen
Der Beschluss der Großen Staatsversammlung, die Einfuhrzölle für Autos ab dem 01. Mai zu erhöhen, wurde für unwirksam erklärt.
Betroffene können auf Antrag die Rückzahlung der zu viel entrichteten Steuern fordern.

47. Giffoni-Filmfestival 2017
Zum ersten Mal war die Mongolei auf dem Giffoni-Filmfestival vom 16. bis zum 22. Juli in Salerno (Italien) vertreten.
Das Festival ist dem Kinder- und Jugendfilm gewidmet. Vertreten sind Produzenten, Autoren und Filmehändler.
In diesem Jahr präsentierten 500 Filmschaffende aus 50 Ländern ihre Werke.
Die Mongolei war mit den Filmen „Die Kinder Chinggis-Khaans" in der Kategorie „Kinder, Jugendliche und Erwachsene" sowie dem Film „Tsagaan Khadag" (Der weiße Khadag) für die Altersklasse 13 bis 15 Jahre vertreten.
Ein Ziel, nämlich die mongolische Kinoproduktion auch im Ausland bekannt zu machen und damit auf dem internationalen Markt Fuß zu fassen, sei erreicht worden, waren sich der Regisseur D. Zolbayar, der Produzent D. Angarag und die Verdiente Künstlerin der Mongolei, die Sängerin J. Altantsetseg einig.
Anerkennung fanden auch die Darsteller im Film „Die Kinder Chinggis-Khaans" D. Dorjsambuu, D. Dorj, D. Sharavdorj, B. Batmend, R. Ankhnyam und die junge Hollywoodschauspielerin Britanny Belt.


Sommer in Ulaanbaatar

Wetter
Das Wetteramt warnt für die Westaimags die zentrale und Gobiregion ab dem 31. Juli vor Gewittern und möglichem Starkregen.
In den Bergregionen des Altai, Khangai, Khuvsgul und Khentii-Berglandes werden Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 Grad erwartet, im Tal der Großen Seen, im Orkhon-Selenge-Gebiet und in der Gobi 32 bis 37 Grad.
In Ulaanbaatar steigen die Temperaturen auf 30-32 Grad.
Regen sei nicht zu erwarten.


Sommer in Ulaanbaatar

 

„Neues aus der Mongolei" können Sie wieder ab dem 13. August lesen. R. B.

 


Sommer in Ulaanbaatar

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt, Renate Bormann


 

   

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Last Update: 30. Juli 2017