Neues aus der Mongolei
6. bis 12. März 2017

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar


März in der Mongolei

M. Enkhbold reist nach Japan
Der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung M. Enkhbold wird Ende März einen offiziellen Besuch in Japan absolvieren.
Geplant sind abschließende Beratungen über das mittelfristige Programm zur strategischen Partnerschaft zwischen beiden Ländern sowie Gespräche über die Bitte der mongolischen Regierung um finanzielle Hilfen.
Es wird der zweite offizielle Besuch Enkhbolds in Japan sein – das erste Mal hat er Japan vor elf Jahren in seiner Eigenschaft als Ministerpräsident besucht.
Damals begannen die Verhandlungen über den Bau des neuen Flughafens in Khushigiin Khundii, 52 km von Ulaanbaatar entfernt.

Streit in Bayanzurkh vorerst beigelegt
Der vom Regierenden Bürgermeister von Ulaanbaatar S. Batbold als Stadtbezirksbürgermeister von Bayanzurkh eingesetzte MVP-Kandidat E. Bat-Amgalan muss seinen Posten wieder räumen.
Die Entscheidung Batbolds hatte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen DP-Unterstützern und Polizei geführt.
Bat-Amgalan war gewaltsam in die Amtsräume des von der Stadtbezirksversammlung gewählten Bürgermeisters D. Purevdavaa eingedrungen und hatte Stempel und Siegel an sich genommen.
Batbold räumte Fehler in der Angelegenheit ein und sicherte zu, bis zur vollständigen Klärung der offenen Fragen (sechs DP-Kandidaten waren nach ihrer Wahl vom Verwaltungsgericht des Stadtbezirks von der Liste gestrichen worden) D. Purevdavaa im Amt zu bestätigen.

Gemeinsames Programm von IWF und mongolischer Regierung
Finanzminister B. Choijilsuren hat über das Programm von IWF und Regierung zur Überwindung der Wirtschaftskrise informiert.
Außer den 440 Millionen US-Dollar, die der IWF bereitstellt, werden auch Gespräche mit der Weltbank sowie den Regierungen Japans und Südkoreas über die Bereitstellung zinsgünstiger Kredite bis zu drei Milliarden US-Dollar geführt.
Im Zusammenhang mi diese Informationen hatten sich die DP-Fraktionsmitglieder Z. Narantuya, L. Bold und B. Purevdorj mit dem Repräsentanten des IWF in der Mongolei Neil Saker getroffen.
Der erklärte, die 440 Millionen US-Dollar würden direkt an die Mongolbank zur Erhöhung der Valutareserven überwiesen.
Die Mittel der anderen Geber dienten der Haushaltsstabilisierung.
Saker befürwortete die Maßnahmen der Regierung zur Steuererhöhung und die Absicht, zwei Jahre lang die Gehälter der Staatsbediensteten nicht zu erhöhen.
Bis zum 10. April muss die Staatsversammlung einen konkretisierten Staatshaushaltsplan beschließen.


Dunjingarav-Pferderennen im März 2017. Foto news.mn

Kinderschutzorganisationen kritisieren Regierung
Die Organisatoren des Dunjingarav-Pferderennens haben sich weder an gesetzliche Vorgaben, Kritik seitens verschiedener Kinderschutzorganisationen und einen Beschluss des Ulaanbaatar-Verwaltungsgerichts vom 03. März, das Dunjingarav-Rennen abzusagen, abhalten lassen.
Das Rennen fand wie geplant statt.
Der mongolische Pferdesportverband hat sich auch über die richterliche Entscheidung hinweggesetzt.
Die Regierung sei ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden.
Die Menschenrechtsanwältin M. Ichinnorov hat im Namen von Kinderschutzverbänden angekündigt, die Organisatoren und die Regierung vor dem Verfassungsgericht anzuklagen.
Die Beschuldigten bekräftigen, sich an alle gesetzlichen Vorgaben gehalten zu haben.
Von den 285 teilnehmenden Kinderjockeys seien 24 vom Pferd gestürzt. Zum Glück hätten sich dabei nur zwei leicht verletzt. Die Schnelle Medizinische Hilfe sei sofort aktiv geworden.
Überprüfungen hätten ergeben, für alle Kinder lag die Erlaubnis ihrer Eltern vor.


MVP-Führungskräfte besuchen A. Dariimaa, die Witwe J. Batmunkhs. Foto unen.mn

91. Geburtstag von J. Batmunkh
Am 10. März 2017 wäre Jambyn Batmunkh 91Jahre alt geworden.
Batmunkh war von 1984 bis 1990 der Vorsitzende des Präsidiums der Großen Volkskhurals und damit Staatsoberhaupt der Mongolischen Volksrepublik.
Ihm war es mit zu verdanken, dass die politischen Umwälzungen Ende der 1980-er Jahre ohne Blutvergießen verliefen.
Am Ende stand die Überwindung der Einparteienherrschaft der MRVP und der Planwirtschaft.
Der Generalsekretär der MVP D. Amarbayasgalan und der Chef der Abteilung für Politik und Parteiorgane B. Bayarbaatar besuchten anlässlich des Geburtsjubiläums des Politikers seine Witwe A. Dariimaa, um die Wertschätzung der Partei für das Wirken Batmunkhs auszudrücken.
Nach dem Tod Batmunkhs 1997 wurde vor der Wirtschaftsfakultät der Staatsuniversität sein Denkmal aufgestellt, mit Hilfe von Spenden der Einwohner seines Heimatsums Khyargas wurde auch hier ein Denkmal zu Ehren von J. Batmunkh errichtet.

MRVP-Kritik an MVP
In einem Pressegespräch informierten der Generalsekretär der MRVP E. Erdenejamyan und der Sekretär B. Tulga über die Haltung der Partei zur „Erdenet"-Privatisierung: zur Aufklärung über die Machenschaften, Hintergründe und Details im Hinblick auf den Verkauf der russischen Anteile an zunächst einen privaten Käufer, dann die Überführung der Anteile in Staatseigentum müsste eine Arbeitsgruppe der Staatsversammlung gebildet werden.
Auch die Vereinbarungen mit dem IWF kritisiert die MRVP. Es sei unglaubwürdig, dass die MVP von der Schuldenlast, die die Vorgängerregierung angehäuft habe, überrascht war.
Im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen geht die MRVP davon aus, dass O. Baasankhuu (einziges MRVP-Mitglied in der Staatsversammlung) auch weiterhin die Interessen der Partei vertritt.
(Es waren Gerüchte laut geworden, er plane den Austritt aus der Partei).
Über die Nominierung eines Kandidaten für die Wahlen sei noch nicht abschließend beraten worden.
Die Frist für die Strafe wegen Korruption für den Parteivorsitzenden N. Enkhbayar sei noch nicht abgelaufen.


Hilslieferung für zudgeschädigte Viehhalterfamilien. Foto dnn.mn

Hilfe für Viehhalterfamilien
Das Zentrum für Nothilfe und Katastrophenschutz der Vereinten Nationen hat der Mongolei Unterstützung bei der Bewältigung der schwierigen Weidebedingungen in einigen Sums des Landes zugesagt.
Ab dem 13. März beginnen die Hilfslieferungen.
Geliefert werden Viehfutter und veterinärmedizinische Instrumente sowie Medikamente.
Betroffen sind Viehhalterfamilien in 13 Aimags.


Mongolei-Zentrum Bonn lädt zum Neujahrsempfang

Tsagaan-Sar-Empfang
Am 17. März lädt das Mongolei-Zentrum Bonn zum Empfang anlässlich des Mondneujahrsfestes - Tsagaan Sar – ein.
Dr. Renate Bauwe wird aus dem Roman von D. Enkhbold „Paanan. Die Geschichte von Zermaa, Zeweg und einer Hündin, die ein Geschenk des Himmels war" lesen.
Das Werk war 2016 im Leipziger Literaturverlag erschienen.
Die Mongolistin und Literaturwissenschaftlerin Renate Bauwe sorgte für die kongeniale Übersetzung.
Die Deutsch-Mongolische Gesellschaft (DeMoGe) hatte seinerzeit finanzielle Unterstützung geleistet.
Außerdem können die Besucher die Ausstellung mit Mongoleifotos von Kurt Tappeiner „Magische Momente" begutachten.
Das Restaurant „Himalayak" wird für das leibliche Wohl der Gäste sorgen, die zudem traditionelle mongolische Getränke probieren können.
Beginn: 18:30 Uhr im Mongoleizentrum in der Kurfürstenstraße 54, 53115 Bonn-Südstadt.

Mongolei auf der ITB 2017
D. Gantumur, der Präsident des Mongolischen Tourismus-Verbandes stand an der Spitze der mongolischen Delegation, die an der 51. Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) vom 08. bis 12. März teilgenommen hat.
Insgesamt waren 10.000 Aussteller und Tourismusexperten aus 186 Ländern vertreten.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismusindustrie Michael Frenzel und der Generalsekretär der UN-Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) Taleb Rifai ließen es sich nicht nehmen, dem mongolischen Stand beim Eröffnungsrundgang einen Besuch abzustatten.
Zu den Ausstellern aus der Mongolei in den Hallen 4 und 26 zählten die mongolische Luftfahrtgesellschaft „MIAT" genauso wie der größte staatliche Reiseveranstalter „Juulchin" sowie die Tourismusunternehmen „Tsolmon Travel", „Nature Tour", „New Juulchin", „Ar Mongol Travel", „Star Mongolia" und „Ger to Ger".

Weniger Kriminalität
Die Polizeibehörde der Hauptstadt konstatiert einen Rückgang von Straftaten in der Hauptstadt.
Dies sei auch der Installation von Videokameras an bestimmten Plätzen und Straßen, großen Handelszentren und Märkten geschuldet.
In den ersten beiden Monaten des Jahres wurden in Ulaanbaatar 2.987 Straftaten registriert, 7,2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Dafür stieg die Aufklärungsrate um 4,6 Prozent.
Die Videoüberwachung – in den Duuregs Bayanzurkh, Sukhbaatar und Songinokhairkhan seien z. B. an 51 Punkten 80 Kameras installiert worden – trage zudem zur Vermeidung von Straftaten (Taschen- und Autodiebstähle) bei.
Täter, die in Songinokhairkhan und Bayanzurkh Überwachungskameras zerstört hatten, konnten zur Verantwortung gezogen werden.

Judo Grand Slam in Baku
Beim Judo Grand Slam in Baku (Aserbaidschan) vom 10. bis zum 12. März hat der Internationale Meister des Sports Ganbaataryn Odbayar in der Kategorie bis 73 kg die Goldmedaille gewonnen.
Sein Landsmann Otgonbaataryn Uuganbaatar gewann Bronze in der Kategorie bis 81 kg.
Insgesamt hatten 78 Frauen und 126 Männer aus 32 Ländern den Kampf um die Medaillen aufgenommen.
Die Mongolei wurde von fünf Männern und einer Frau vertreten.

 

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt, Renate Bormann


 

   

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Last Update: 12. März 2017