Mongoleinachrichten

Oktober 2021

Renate Bormann, Berlin

Eröffnung der Herbstsitzungsperiode der Großen Staatsversammlung
Am 01. Oktober, 10:00 Uhr, hat der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung G. Zandanshatar die Herbstsitzungen eröffnet.
Auf der Agenda stehen 72 Gesetzesentwürfe.
In seiner Rede hob er die wichtigsten Aufgaben und Ziele der Herbstsitzungen hervor.
Besondere Bedeutung maß er der Erarbeitung und Umsetzung neuer politischer Richtlinien für die Wiederbelebung der mongolischen Wirtschaft sowie einer stabilen und entschlossenen Regierungsarbeit bei.
Den Hinterbliebenen der Covid-19-Pandemie sprach er sein Beileid aus und beschwor die Einheit der Bevölkerung für die Entwicklung des Landes.
Die meisten Covid-Patienten werden zu Hause behandelt, da nicht genügend Krankenhausbetten und Personal zur Verfügung stehe, so das Gesundheitsministerium.
Nach der Mittagspause hatte sich Präsident Khurelsukh in einer nicht öffentlichen Sitzung an die Abgeordneten gewandt.

Covid-19
Vom 01. zum 02. November sind 1.021 neue Sars-CoV-2-Infektionen registriert worden.
Zehn Menschen sind gestorben, davon sechs Frauen und vier Männer.
Damit erhöhte sich die Zahl der an oder mit der Infektion Gestorbenen auf 1.682.
15.563 Menschen werden in den Krankenhäusern betreut, 44.375 in den Hausarztpraxen.
Bis zum 02. November haben 69,3 Prozent oder 2.255.492 Menschen eine erste Impfdosis, 65,8 Prozent oder 2.139.952 eine zweite und 428.024 eine dritte bzw. eine Booster-Dosis erhalten.
Insgesamt haben sich bisher in der Mongolei 362.526 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. (Angaben des mongolischen Gesundheitsministeriums).

https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/mongolei-node/mongoleisicherheit/222842
https://www.worldometers.info/coronavirus/country/mongolia/

Mongolia: WHO Coronavirus Disease (COVID-19) Dashboard With Vaccination Data | WHO Coronavirus (COVID-19) Dashboard With Vaccination Data

22,7 Prozent weniger Treibhausgas bis 2030
Präsident U. Khurelsukh ist höchstpersönlich zur 26. UN-Klimakonferenz vom 31. Oktober bis zum 12. November nach Glasgow (Schottland) gereist.
In seiner Rede versprach er, die Mongolei werde den Treibhausgas-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 22,7 Prozent reduzieren.
https://montsame.mn/en/read/279817

Staatsbesuch in Russland
Ein Pressegespräch der mongolischen Regierung am 26. Oktober nutzte Außenministerin B. Battsetseg, um über Termine für Auslandsreisen des Präsidenten und des Regierungschefs zu informieren.
Präsident U. Khurelsukh wird im Dezember einen Staatsbesuch in Russland absolvieren, Ministerpräsident L. Oyun-Erdene plant anlässlich der Olympischen Winterspiele einen Besuch in der VR China.
Die Ministerin betonte, Präsident, Ministerpräsident und der Vorsitzende der Großen Staatsversammlung G. Zandanshatar seien sich einig über die Außenpolitik der Mongolei. Alle drei „wenden sich aus einem Fenster an das Ausland", was von den beiden Nachbarn wertgeschätzt werde.
Nach wie vor seien die Beziehungen zu Russland und China, den unmittelbaren Nachbarn der Mongolei, von besonderer Bedeutung.
Am Pressegespräch nahmen auch Finanzminister B. Javkhlan, der Minister für Bergbau und Schwerindustrie G. Yondon und Verkehrsminister L. Khaltar teil.
Sie berichteten über die Vorhaben ihrer Ressorts im kommenden Jahr.

Nachwahlen in Songinokhairkhan und Khentii
Am 10. Oktober, zwischen 07:00 und 22:00 Uhr, fanden die Nachwahlen zur Großen Staatsversammlung in den Wahlkreisen 18 (Khentii) und 28 (Songinokhairkhan Duureg) statt.
Sie waren notwendig geworden, weil die Mandatsträger andere Funktionen übernommen hatten.
D. Sumyabazar (Songinokhairkhan) war zum Regierenden Bürgermeister von Ulaanbaatar gewählt worden und U. Khurelsukh (Khentii) zum Staatspräsidenten.
Kandidaten und Kandidatinnen von acht Parteien und einem Wahlbündnis sowie je ein Unabhängiger hatten sich um die beiden vakanten Sitze beworben.
Da nach dem Wahlgang am 10. Oktober die Wahlbeteiligung mit 37 bzw. knapp 40 Prozent unter den geforderten 50 Prozent lag, musste ein zweiter Wahlgang organisiert werden.
Am 16. Oktober erreichte die Wahlbeteiligung mit 46,65 Prozent in Khentii und 48,89 Prozent im Ulaanbaatar-Stadtbezirk Songinokhairkhan zwar auch nicht die erforderlichen 50 Prozent, trotzdem erkannte die ZWK die Ergebnisse an (zur Wahl aufgefordert wären nur diejenigen gewesen, die ihre Stimme noch nicht abgegeben hätten).
Sowohl in Khentii als auch in Songinokhairkhan gewannen die MVP-Kandidaten Ts. Iderbat (17.264 oder 73,3 Prozent) und E. Batshugar (28.537 Stimmen oder 51,2 Prozent der abgegebenen Stimmen).
Für den Zweitplatzierten in Khentii B. Garamgaibaatar (DP) votierten 4.322, für den Zweitplatzierten in Songinokhairkhan B. Naidalaa 7.188 Wahlberechtigte.
Exbürgermeister E. Bat-Uul (DP) kam mit 6.022 Stimmen lediglich auf den dritten Platz.
Auf der Plenartagung der Großen Staatsversammlung am 21. Oktober legten Iderbat und Batshugar ihren Amtseid ab.

Zwei zusätzliche Ministerien?
Die Regierung plant für das Jahr 2022 die Schaffung zweier neuer Ministerien mit je 80 Beschäftigten sowie von vier Regierungsagenturen: Wirtschaft und Entwicklung sowie Digitalisierung; E-Mongolei-Akademie, Ordnungs- (Disziplin)-Komitee, Waldforschung und Entwicklung sowie ein Hauptamt für Bildung.
Kosten: 41,6 Milliarden Tugrug.


Chinggis-Museum. Eröffnung am 05. November geplant. Foto Privat

DP-Parteitag am 05. November
Einem Beschluss der DP vom 02.11. zufolge, werde für den 05. November ein Parteitag einberufen.
Der Termin am Geburtstag Chinggis-Khaans sei bewusst gewählt worden.
1.318 Delegierte werden am Parteitag teilnehmen. Ziel sei es, alle strittigen Fragen endgültig zu klären.
Am 18. Oktober informierte der Chef der DP-Gruppe in der Staatsversammlung D. Ganbat über die Ergebnisse der Fraktionssitzung.
Drei Mitglieder, N. Ganibal, J. Batsuuri und Ts. Tuvaan, werden wegen parteischädigendem Verhalten für vier Jahre aus der Partei ausgeschlossen. Zumindest lautet so der Vorschlag Eine endgültige Entscheidung werde auf dem Parteitag getroffen.
N. Altankhuyag und S. Ganbaatar würden nicht mehr als DP-Fraktionsmitglieder geführt. Sie seien als unabhängiger Kandidat bzw. als Mitglied eines Wahlbündnisses in die Staatsversammlung gewählt worden.
Somit bestehe die DP-Fraktion noch aus acht Mitgliedern.
Gleichzeitig machte Ganbat deutlich, dass die Regierung ihrer Verantwortung in keiner Weise gerecht werde.
Seit den Wahlen 2020 sei eine Menge Geld ohne jeden Nutzen ausgegeben worden (Covid, Infrastruktur u. v. m).
Die Demokratie werde ausgehöhlt, wovon die Verhaftungen zweier Regierungskritiker zeugten.
Am 01. Oktober habe die DP auf dem Sukhbaatarplatz eine Protestkundgebung „Es reicht!" organisiert und den Rücktritt der Regierung gefordert.
Wir unterstützen die Bürgerbewegung „NoDoubleStandard" und fordern die Freilassung von D. Mongolkhuu, DP-Mitglied und von E. Odbayar, die nur ihr Recht auf Meinungsfreiheit ausgeübt hätten.
„NoDoubleStandard" fordert, die Regierung möge bei den Hinterbliebenen der Covid-Toten um Entschuldigung bitten.

DP klagt gegen Ergebnisse der Nachwahlen
Die DP hat bei der ZWK Protest gegen die Ergebnisse der Nachwahlen in Songinokhairkhan und Khentii eingelegt. Die Wahlbeteiligung hätte auch beim zweiten Mal unter 50 Prozent gelegen.
Gleichzeitig hat die DP die ZWK beim Verfassungsgericht verklagt.

Außenhandel September 2021
In den ersten neun Monaten dieses Jahres unterhielt die Mongolei mit 147 Ländern Handelsbeziehungen.
Das Gesamtvolumen des Außenhandles erhöhte sich auf 11,5 Milliarden USD, davon entfielen 6,4 Milliarden auf den Export und 5,1 Milliarden auf den Import.
Im Vergleich zum September des Vorjahres stieg das Außenhandelsvolumen um 2,5 Milliarden USD oder 27,1 Prozent, davon Export 1,3 Milliarden (24,4 Prozent), Import 1,2 Milliarden (30,5 Prozent).
Im September wurden Waren im Wert von 806,3 Millionen USD exportiert, ein Rückgang um 78,9 Millionen im Vergleich zum Vormonat.
Importiert wurden Waren im Wert von 652,6 Millionen, 16,9 Millionen mehr als im Vormonat.
66,9 Prozent des gesamten Außenhandels werden mit der VR China abgewickelt (7,7 Milliarden).
Die Importe stammen zu 40,3 Prozent aus China, zu 26,3 Prozent aus Russland und zu 6,4 Prozent aus Japan.
Hauptexportgüter sind Mineralien, Natursteine und Edelmetalle.

Ernte 2021
Nach Informationen von B. Unenbat, Abteilungsleiter im Ministerium für Landwirtschaft, Nahrungsgüter und Leichtindustrie, waren bis zum 18. Oktober 80 Prozent des Weizens, 90 Prozent des Gemüses und etwa 40 Prozent der Futtermittel und Ölpflanzen geerntet worden.
In diesem Jahr betrug die gesamte Anbaufläche 660.000 Hektar, davon auf 389.000 ha Weizen, auf 20.000 ha Kartoffeln und auf 10.000 ha Gemüse.
40 Landwirtschaftsbetriebe mit moderner Technik sowie 10.000 Soldaten und Soldatinnen, Studenten und Studentinnen helfen bei der Ernteeinbringung.
Bisher gäbe es keine Probleme mit der Energieversorgung, einzelne Ausfälle würden in den betroffenen Sums oder Aimags geklärt.
Trotz aller Schwierigkeiten (Grenzschließungen, frühe Kälte und Schneefälle in einigen Regionen) könne der Bedarf an Kartoffeln und Getreide aus eigenem Aufkommen gedeckt werden, der Gemüsebedarf zu 60 Prozent und ganz fielen Importe ja nicht aus.
Wir rechnen mit einem Ernteplus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so Unenbat.
Um Auswirkungen der Coronakrise zu reduzieren, seien den Landwirtschaftsbetrieben insgesamt 35,6 Milliarden Tugrug an günstigen Krediten ausgezahlt worden.
Im Landesmaßstab sollen 20.000 Tonnen Fleisch, in Ulaanbaatar 1.600 Tonnen bevorratete werden.
Schwierig gestalte sich die Lage in den Aimags Bayan-Ulgii, Mittelgobi und Sukhbaatar. Hier seien die Weiden um bis zu 33 Prozent überbeansprucht.
1.850 Viehhalterhaushalte aus 70 Sums in 19 Aimags überwintern mit 854.000 Tieren auf entlegenen Weiden.


V. l. O. Göbel, U. Haase, F. Voßen, C. Friede, Sh. Goerlitz

Mitgliederversammlung und Jahrestagung der DeMoGe
Nach der coronabedingten Pause im Jahr 2020, konnte Dr. Udo Haase in diesem Jahr zur Mitgliederversammlung und zur Jahrestagung der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V. (DeMoGe) nach Schönefeld einladen.
Am 30. Oktober versammelten sich Mitglieder und Freunde1 der Mongolei im „Holiday Inn" in Schönefeld, um nach Tätigkeits-, Finanz- und Kassenprüfbericht zunächst einen neuen Vorstand zu wählen.
Kurz zusammengefasst, alle Mitglieder des Vorstandes hatten ihre Bereitschaft erklärt, ihre Arbeit fortzusetzen.
Zum Präsidenten wurde erneut U. Haase gewählt, zu seiner Stellvertreterin Ochmaa Göbel M. A. aus München.
Die weiteren Mitglieder sind Frank Voßen als Geschäftsführer der Gesellschaft sowie Sharleena Goerlitz B. A. aus Castrup-Rauxel und Dip. Reg. Wiss. Carsten Friede aus Bonn.
Karsten Wittke, Künstler aus Baruth/Mark wird zukünftig den Vorstand als kooptiertes Mitglied verstärken.
An Vorschlägen für künftige Aktivitäten der Gesellschaft mangelte es nicht.


Corinna Bethge

Corinna Bethge, Regisseurin und Kulturmanagerin, warb für eine engere Zusammenarbeit zwischen „Urban Nomads//Nomad Citizens" und der DeMoGe, verwies auf die sehr erfolgreichen Sommerschulen in Ulaanbaatar und die digitale Akademie 2021. Kunst und Wissenschaft zu verbinden, sei ein wichtiges Anliegen:
Haase verwies auf die bereits laufenden Vorbereitungen auf das 50-jährige Jubiläum der Gesellschaft im Jahr 2023, „Mongolische Notizen" und „Mongolische Chronik" würden fortgeführt. Das gelte auch für die Vergabe des Förderpreises für Abschlussarbeiten. Vorschläge könnten 2022 eingereicht werden, die Vergabe erfolge dann 2023.
Der Journalist Jürgen Kahl regte gezieltere Aktionen zur Mitgliederwerbung und mögliche Kooperationen mit dem Außenministerium oder der IHK Köln, Schwerpunktkammer für die Mongolei.
Angesprochen auf die Frage nach Ort und Termin für die Jahrestagung 2022 konnte die Vizepräsidentin zügig reagieren. Mitgliederversammlung und Jahrestagung der DeMoGe 2022 werden vom 28. bis zum 30. Oktober in München stattfinden.


V. l. B. Mandakhbileg, D. Terbishdagva, U. Haase, Frank Börner, Bürgermeister von Gudensberg

Die Jahrestagung am Nachmittag begann mit einer Begrüßungsrede des designierten mongolischen Botschafters in Deutschland Dr. B. Mandakhbileg.
Wichtig sei ihm, sich nicht nur um seine repräsentativen Pflichten zu kümmern. Es gelte, die umfassende Partnerschaft zwischen unseren beiden Ländern inhaltsreicher zu gestalten, die Rohstoffpartnerschaft nicht nur auf dem Papier zu belassen, sondern mit Leben zu erfüllen.
Er ließ es sich nicht nehmen, den Beitrag der DeMoGe für das positive Gesamtbild der Mongolei in Deutschland zu loben.
Dr. Oliver Corff, Sinologe, Wirtschaftsberater und Dolmetscher, informierte nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der „Permanent International Altaistic Conference" (PIAC) über die 63. PIAC, die 2020 zum ersten Mal in der Mongolei organisiert werden sollte, wegen Corona ausfallen musste und in diesem Jahr, wenn auch nur per Zoom, abgehalten werden konnte.


Veronika Veit

Einem brisanten Thema widmete sich Prof. Dr. Veronika Veit aus Bonn: Die Mongolen der Autonomen Region Innere Mongolei nach den jüngsten Beschlüssen der chinesischen Zentralregierung: Gefahr für die nationale Identität?"
Veronika Veit beantwortet diese Frage mit einem klaren „Ja". Die weitreichenden Beschlüsse, die die chinesische Regierung bezüglich der mongolischen Sprache verfügt habe – Fächer wie Sprache, Literatur, Recht, Geschichte u.a. dürften nur noch in Mandarin unterrichtet werden und zwar nur auf der Grundlage staatlich erstellter Lehrbücher, führten früher oder später zum „kulturellen „Genozid".
Nicht minder brisant die Themen der beiden folgenden Referenten:


Manfred Vesper

Manfred Vesper aus Lübeck sprach zu Fragen des Klimawandels am Beispiel des Waldes in der Mongolei.
Das Vorhaben der mongolischen Regierung, eine Milliarde Bäume zu pflanzen, sei lobenswert, es komme aber darauf an, sie an den richtigen Stellen zu pflanzen.
Bäume gehörten nicht in die Wüste, sie brauchten Schatten und Windruhe.
Im Übrigen hätten Feuer durch natürliche Ursachen (Gewitter im Sommer, Windstille) positive Auswirkungen auf den Waldwuchs, Brände zur falschen Jahreszeit (Frühling und Herbst mit starken Winden) hingegen nicht.
Der Wald in der Mongolei sei an keiner Stelle ein Försterwald, sondern Naturwald, er könnte sich selbst erneuern.
http://www.manfred-vesper.de/


Frank Zierath

Ein eher düsteres Bild zeichnete Frank Zierath aus Baruth/Mark von der Wasser- und Abwasserwirtschaft in Ulaanbaatar und in den ländlichen Gebieten – falsche Materialien, ungenügende Wartung.
Dramatisch sei inzwischen die Situation am Khuvsgul, ein Kaltwassersee, der sich eben nicht von selbst regeneriere.
(Vielleicht ein kleiner Lichtblick: Am 30. Oktober wurde die „Taishir-Altai-Wasserversorgungsanlage" ihrer Bestimmung übergeben. R. B.)
Der Neugier und Aufmerksamkeit des Publikums konnten sich auch die Autoren Dendev Terbishdagva und Stefan Schomann sicher sein.


Terbishdagvagiin Odsuren

Der Politiker, Unternehmer und Buchautor Dendeviin Terbishdagva, gerade von einem erfolgreichen Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse zurückgekehrt, las im Wechsel mit seiner Tochter Odsuren aus seinem Buch „ Im Jahr des Roten Affen. Ein Nomade zwischen Jurte und Brandenburger Tor."
„Ich erzähle eine politische Biographie, aber auch von der Schönheit meines Landes, Geschichten von Kindern, Männern und Frauen, Alten und Jungen, Tieren."


Zeitzeuge

https://www.eulenspiegel.com/termine/veranstaltung/5452-buchvorstellung-im-jahr-des-roten-affen-frankfurter-buchmesse.html

„Auf der Suche nach den wilden Pferden" hat der Journalist Stefan Schomann sein neuestes Buch betitelt.
Er widmet sich der Geschichte der Takhis, Wildpferde, bei uns eher als Przewalskipferde bekannt.


Pferdegeschichte ist Menschheitsgeschichte

Ausgedehnte Reisen durch die Mongolei, der Heimat der Takhis, Gespräche mit Nomaden, Rangern, Städtern, mündeten in einem Versuch in eurasischer Heimatkunde, wie er selbst sagt, beschrieben werde das „vertrackte Verhältnis zwischen Mensch und Tier". Gleichzeitig sei die erfolgreiche Wiederauswilderung der Takhis in der Dsungarischen Steppe oder im Khustain-Gebirge ein Beispiel für gelungenen Artenschutz.

https://www.stefanschomann.de/startseite

Der Tag klang mit einem geselligen Beisammensein in den Gasträumen des Hotels „Albergo" in Schönefeld aus.
Am 31. Oktober nahmen die Gäste gern die Gelegenheit wahr, unter der sachkundigen Führung Udo Haases an einem Rundgang über den BER teilzunehmen.


Jahrestagung DeMoGe 2021

Wasserversorgungsanlage fertiggestellt
Im Rahmen eines Finanzierungsabkommens zwischen der Mongolei und Österreich vom Juni 2016 begann 2019 der Bau der „Taishir-Altai-Wasserversorgungsanlage", am 30. Oktober dieses Jahres konnte sie übergeben werden.
Die Leitungen reichen vom Zavkhan-Fluss über 54 km bis zum Zentrum des Gobi-Altai-Aimags.
19.000 Menschen können so mit sauberem Wasser versorgt werden.

„Selenge-2021"
Am gemeinsamen russisch-mongolischen Steppenmanöver „Selenge-2021" vom 22. September bis zum 05. Oktober waren 1.600 Soldaten und Soldatinnen, darunter 592 russische beteiligt.
Das diesjährige Training diente der Vorbereitung und Organisation von Anti-Terror-Operationen.
Zu den Beobachtern zählten u. a. Ministerpräsident L. Oyun-Erdene, Verteidigungsminister G. Saikhanbayar, der Chef des Generalstabs D. Ganzorig, der russische Botschafter in der Mongolei Iksander K. Azizov, der russische Militärattaché in der Mongolei P. G. Anisov sowie der stellvertretende Chef der Fernosttruppen Russlands M. Ya. Nosulev.
Das gemeinsame russische Steppenmanöver „Selenge" wird seit 2008 organisiert.
In diesem Jahr stand es im Zeichen „100 Jahre Volksrevolution", „100 Jahre moderne mongolische Streitkräfte" und „100 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen der Mongolei und Russland".


Exquisite und natürliche Produkte aus der Mongolei. Foto D. Ariunsaikhan

Informations- und Handelsförderungszentrum GmbH eröffnet
Im Berliner Nikolaiviertel ist am 27. August das Mongolische Informations- und Handelszentrum eröffnet worden.
Anwesend waren neben dem damaligen mongolischen Botschafter D. Ganbat und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Müller Mitglieder des Deutsch-Mongolischen Wirtschaftsklubs, mongolischer NGOs sowie mongolische und deutsche Geschäftspartner.
Das Zentrum mit Showroom und Informationsstelle für Tourismus, Kultur, Handel und Investitionen ist Teil des von der EU finanzierten Projektes „Handelsförderung in der Mongolei (TRAM) 2017 bis 2021.
Der Leiter des Zentrums N. Erdenetsogt blickt schon jetzt auf eine erfolgreiche Arbeit zur Förderung des Exports mongolischer Fertigprodukte in Länder der EU zurück.


Im Showroom des neuen Handelszentrums

Konkrete Kooperationsvereinbarungen bestehen mit 26 mongolischen Klein- und Mittelunternehmen, um für deren „grüne" und Bio-Produkte Händler und Käufer in der EU zusammenzubringen.
Ursprünglich sei die Eröffnung bereits für November 2020 geplant gewesen, da kam allerdings der Lockdown dazwischen.
Auch mit einem Standort in Prenzlauer Berg habe es wegen der hohen Mietforderungen nicht geklappt.
„Nun hoffe ich, dass bald wieder Touristen aus dem In- und Ausland Berlins Mitte bevölkern und sie den Weg in unseren Laden finden".


Ledertaschen aus der Mongolei

Angeboten werden Produkte aus Kaschmir-, Yak-, Schaf- und Kamelwolle sowie aus Leder.
Später sollen Naturkosmetik-Produkte hinzukommen.
Die Genehmigungsverfahren liefen bereits.
N. Erdenetsogt, gut vernetzt in Deutschland und in der Mongolei, ehemaliger Mitarbeiter in der mongolischen Botschaft in Berlin, ist aber auch außerhalb seiner beruflichen Verpflichtungen engagiert.
Er leitet den Sportklub „Tsog" und organisiert sportliche Wettkämpfe im Basketball und im Volleyball unter Mongolen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.
Aber auch Wanderfreunde und Wanderfreundinnen, Bergsteiger und Bergsteigerinnen finden im Klub eine sportliche Heimat.


Der Winter kommt bestimmt

„Expo Dubai 2020"
Die wegen Corona im Jahr 2020 ausgefallene Weltausstellung in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) ist auf die Zeit vom 01. Oktober 2021 bis zum 31. März 2022 verlegt worden.
Themen der Expo 2020 sind Nachhaltigkeit, Mobilität und Zukunftsmöglichkeiten.
Die Mongolei ist mit einem eigenen Pavillon vertreten, in dem Tourismusdienstleistungen, Besonderheiten des Klimas und der Natur, Traditionen, Sitten und Bräuche sowie Zeugnisse ihrer einzigartigen Kultur und Geschichte präsentiert werden.
Am „Tag der Mongolei", am 16. November, ist zudem ein Wirtschaftsforum geplant, um weitere Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.
Anlässlich des 25. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Mongolei und den VAE beabsichtigt die Mongolei ihre Botschaft noch in diesem Jahr zu eröffnen.

"Internationale Reisemesse 2021"
Reiseunternehmen aus allen 21 Aimags präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen auf der 22. Internationalen Reisemesse vom 28. bis 30. Oktober 2021 im Misheel-Expo-Zentrum in Ulaanbaatar.
Ein Ziel sei es, nützliche Informationen über Reiserouten in allen Aimags vorzustellen, um den Reisenden im nächsten Jahr ihre Entscheidungen zu erleichtern.
2019 bereisten 780.000 Menschen aus dem Ausland die Mongolei, 1,2 Millionen Einheimische.
Die am häufigsten besuchten Plätze waren die Seen Uvs, Buir, Khuvsgul, Ugii oder Terkhin Tsagaan, die heiße Quelle „Tsenkher bei Tsetserleg.
In diesem Jahr standen bei den (coronabedingt hauptsächlich) einheimischen Reiselustigen die Weiße Stupa (Tsagaan Suvarga) im Ulziit-Sum im Mittelgobi-Aimag ganz oben.

„Die Adern der Welt" als „Bester Kinderfilm" ausgezeichnet
Der Spielfilm „Altan Sudal" (Die Adern der Welt) von Davaagiin Byambasuren ist bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises (Lola) am 01. Oktober 2021 als „Bester Kinderfilm" ausgezeichnet worden.
„Er eröffnet einen Blick in eine ferne Lebenswirklichkeit und sensibilisiert für den Umgang mit anderen Kulturen", hieß es in der Begründung.
Der Film erlebte seine gefeierte Premiere auf der Berlinale am 23. Februar im Zoopalast und gewann danach zahlreiche Preise, u. a. in Bremen und Dresden.
Kurz vor Schließung der Kinos wurde er auf dem Kinolino-Kinderfilmfestival in Dresden am 06. November 2020 mit dem Preis für den „Emotional berührendesten Film" gewürdigt worden.
https://www.youtube.com/watch?v=6KgeaX9g0xA

1 Die Berichterstatterin verwendet für alle Geschlechteridentitäten das generische Maskulinum, wahlweise die männliche oder weibliche Form.

 

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt, Renate Bormann


 

 


 
 

MongoleiOnline

MongoleiOnline
Kurfuerstenstr. 54, 53115 Bonn, Germany
Copyright © 1997-2021 Frank Voßen
Last Update: 07. November 2021

Impressum / Datenschutzerklärung