Mongoleinachrichten

Januar 2026

Renate Bormann, Berlin

Abschluss der Herbstsitzungsperiode
In seiner Rede zum Abschluss der Herbstsitzungsperiode der Großen Staatsversammlung am 31. Dezember forderte der Vorsitzende N. Uchral, alle 126 Mitglieder der obersten Volksvertretung auf, auch in den Frühjahrssitzungen 2026 alles für die Menschenrechte, Meinungsfreiheit, die politische und wirtschaftliche Weiterentwicklung zu tun.
Fehler und Missstände müssten offen angesprochen und beseitigt werden.

Neujahrsansprache von Präsident U. Khurelsukh
In seiner Neujahrsansprache dankte der Präsident allen Bürgern1, insbesondere Soldaten, Mitarbeitern im öffentlichen Dienst (Feuerwehr, Gesundheitswesen, Bildungswesen) für ihre Leistungen, mit denen sie zur Stabilität des Landes beigetragen hätten.
Gleichzeitig rief Khurelsukh alle Mongolen dazu auf, gemeinsam in ein neues Jahr voller Herausforderungen, aber auch Chancen zu gehen.
Nationale Einheit und wirtschaftliche Erfolge bildeten die Grundlagen für ein erfolgreiches neues Jahr: Wirtschaftswachstum 2025 lag bei 6 %, BIP pro Kopf mehr als 7.000 USD, Devisenreserven von sechs Milliarden USD, gute Bonitätsbewertung.
In den Schlüsselprogrammen konnten Fortschritte erzielt werden: 53 Lebensmittelbetriebe entstanden im Rahmen der „Nahrungsgüter-Revolution", im Rahmen der „Tsagaan Alt" (Weißes Gold) - Initiative konnten erste Erfolge bei der Veredelung von Rohstoffen aus der Viehwirtschaft erzielt werden.

P. Puntsag zur Vorsitzenden des Richterrates gewählt
Am 02. Januar wurde Puntsagiin Zolzaya zur Vorsitzenden des Richterrates gewählt, dem sie seit dem 10. Oktober 2025 angehörte.
Nach erfolgreichem Abschluss ihres Jurastudiums an der Universität in Iwanowa (Russland) 1990 arbeitete P. Zolzaya 25 Jahre als Richterin, u. a. am Stadtbezirksgericht in Bayanzurkh, am Ulaanbaatar – Stadtgericht, von 2010 bis 2014 als Vorsitzende des Zivilgerichts der Hauptstadt, ehe sie 2015 ans Oberste Gericht der Mongolei wechselte.

Registrierung mongolischer Rekruten per E-System der Regierung
Die Registrierung bzw. Musterung (tsergiin burtgel) für das Jahr 2026 erfolgte erstmals über das staatliche E-System „E-Mongolia".
Sie begann am 02. Januar und endete am 31. Januar.
Betroffen waren alle Männer zwischen 18 und 50 Jahren (Wehrpflichtige), Reserveoffiziere 60-65 Jahre (abhängig vom Rang), Frauen mit militärischen Berufen bis 50 Jahre.
In allen Aimags und Sums standen zusätzlich Servicekräfte bereit, die Bürger ohne Internetzugang unterstützten.
Registrierung bedeutet nicht Einberufung, es ging um die Aktualisierung der Daten (Wehrfähigkeit, Aktualisierung von Wohnort und Gesundheitsdaten).
In der Mongolei gibt es eine Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 25 Jahren für den aktiven Dienst, er dauert 12 Monate.

Statistik Dezember 2025
Am 20. Januar 2026 hat das Nationale Amt für Statistik die sozial-ökonomischen Daten für Dezember 2025 veröffentlicht.
Das Außenhandelsvolumen erreichte einen Wert von 27,1 Milliarden USD, 325,2 Millionen oder 1,2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Auf den Export entfielen 15,8 Milliarden, 22,6 Millionen oder 0,1 Prozent weniger als 2024, auf den Import 11,1 Milliarden, 302,1 Millionen oder 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr.
54 137 Kinder wurden geboren, 3 619 oder 6,3 Prozent weniger als 2024.
Je 1 000 lebend geborenen Babys starben 14, zwei mehr als im Vergleichszeitraum, vor ihrem ersten Geburtstag, vor ihrem 5. Geburtstag starben 17 Kinder, zwei mehr als im Vorjahr.
Die Behörden registrierten 47 480 Straftaten, 2 807 oder 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Im Dezember 2025 belief sich der Viehbestand auf 58, 1 Millionen Tiere, ein Plus von 454 100. 847 100 Touristen bereisten die Mongolei, 119 784 oder 16,5 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Die Inflationsquote lag bei 7,5 Prozent.

„Entrepreneur – 2025"
Die Mongolischen Industrie- und Handelskammer hat dieNomin"- Holdinggesellschaft zum „Besten Unternehmen" des Jahres 2025 gekürt.
Die Gesellschaft gehört zu den fünf größten Privatunternehmen der Mongolei und hat 2025 148,5 Milliarden Tugrug an Steuern gezahlt.
Sie arbeitet mit 10 000 Partnern im In- und Ausland zusammen, hat insgesamt 33 Millionen Kunden und Kundinnen.
Das Unternehmen verzeichnet ein Umsatzwachstum von 20 Prozent und ein Steuerwachstum von 15 Prozent.

Zandanshatar besucht Rietberg-Museum
Während seines Aufenthalts in der Schweiz anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos, nutzte Ministerpräsident G. Zandanshatar am 22. Januar die Gelegenheit, die Ausstellung
„Die Mongolei: Eine Reise durch die Zeit" im Rietberg-Museum in Zürich zu besuchen..
Die Ausstellung bietet einen Blick auf 2000 Jahre mongolische Geschichte angesichts aktueller archäologischer Forschungen und präsentiert Leihgaben mongolischer Museen, die noch nie im Ausland zu sehen waren.
Eröffnet am 24. Oktober 2025, können die Artefakte noch bis zum 22. Februar 2026 besichtigt werden.

Mongolei tritt Friedensrat bei
A
m 22. Januar hat Ministerpräsident G. Zandanshatar während des Weltwirtschaftsforums in Davos ein Abkommen über den Beitritt der Mongolei zum Friedensrat unterzeichnet.
Der Friedensrat wurde von US-Präsident Donald Trump initiiert und er fungiert auch als Leiter.
Bisher sind ihm 20 (andere Quellen berichten von 26) Staaten beigetreten.
Die Mongolei und andere Staaten müssten nicht unbedingt nach drei Jahren Mitgliedschaft eine Milliarde USD zahlen.
Die Höhe der Zahlungen könnte je nach Möglichkeit festgelegt werden.

78 ausländische Staatsbürger ausgewiesen
Bei Kontrolluntersuchungen im Januar hat das Ausländeramt in Ulaanbaatar 78 Staatsbürger aus 12 Ländern des Landes verwiesen und sie mit einem Wiedereinreiseverbot zwischen drei und fünf Jahren belegt.
53 stammten aus China, elf aus Russland, drei aus Usbekistan, zwei aus Vietnam, zwei aus Kirgistan und sieben aus anderen Ländern.
Gründe für die Abschiebung waren abgelaufene Visa- oder Aufenthaltsgenehmigungen, Arbeitsaufnahme ohne behördliche Genehmigung.
Auch Straftäter, die ihre Strafe verbüßt hatten, mussten die Mongolei verlassen.

Schutz des Bogdkhan-Bergreservats
Im Rahmen der Maßnahmen zum Schutz des natürlichen Ökosystems des Bogdkhan-Bergreservats und zur Gewährleistung eines stabilen Populationsbestandes wurden z. B. ab 26. Januar
insgesamt 120 Heuballen (2,5 Tonnen) an verschiedenen Stellen platziert.
Beamte der Bogdkhan-Naturschutzbehörde stellen darüber hinaus Zäune und Barrieren gegen Wilderei und Störung dort auf, wo Hirsche, Steinböcke und Rehe in großer Zahl auftreten.
Wegen starker Schneefälle in den Bergen und Nahrungsmangel Aufgrund starker Schneefälle in den Bergen und Nahrungsmangel dringen immer mehr Wildtiere in Wohngebiete, auch in Ulaanbaatar, ein.
Die Anwohner werden dringend gebeten, die Tiere nicht zu jagen.
Der Minister für Umwelt und Klimawandel B. Batbaatar hat kritisiert, dass Bürger und Unternehmen, die im Bogdkhan-Gebirge eine Landnutzungsgenehmigung erhalten haben, insgesamt 14 Milliarden Tugrug an Landnutzungsgebühren schulden.
Bürgermeister und Chefarchitekt von Ulaanbaatar würden Baugenehmigungen für Wohnungen, Häuser, Hotels, Industrie- und Dienstleistungsgebäude erteilen, die den Vereinbarungen zuwiderliefen.
Das Schutzgebiet unterstehe nicht Ulaanbaatar.
114.000 Menschen leben und arbeiten hier. Ihre Rechte waren bisher nicht genau definiert.
Sein Ministerium werde einen überarbeiteten Gesetzentwurf für Naturschutzgebiete erarbeiten und in der Frühjahrssitzung der Staatsversammlung zur Diskussion stellen.
Das Reservat, 1778 eingerichtet, gehört zu den ältesten Schutzgebieten der Welt.

Viehhalter und Bauern ausgezeichnet
Für ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Mongolei zeichnete die Regierung am 28. Januar Viehhalter, Melker, Farmer, Mechaniker und Genossenschaften aus.
121 wurden mit dem Titel „Landesmeisterhirten im Agrarsektor", zwei mit dem Titel „Landesmeister in der Kamelzucht", acht Landesmeister in der Viehhaltung", zehn „Landesmeister in der Milchwirtschaft", zehn „Landesmeister-Großbauern und Kollektive", 12 „Landesmeister-Kleinbauernkollektive".
In der Mongolei gibt es 196 000 Viehhalterhaushalte.
Kriterien für die Auszeichnung sind die Rentabilität der Wirtschaften, die Qualität der Herden sowie die an den Staat gezahlten Steuern.
Die Ausgezeichneten erhalten praktische Kleingeräte, mobile Ställe oder ertragreiche Nutztiere.

Internationale Grüne Woche
Der Minister für Nahrungsgüter, Landwirtschaft und Leichtindustrie M. Badamsuren hat vom 16. bis zum 18. Januar einen Arbeitsbesuch in Berlin absolviert.
Er nahm am 18. Internationalen Forum für Landwirtschaft und Nahrungsgüter im Rahmen der 100. Internationalen Grünen Woche vom 16. bis zum 25. Januar teil.
80 Landwirtschaftsminister und -ministerinnen sowie Vertreter internationaler Organisationen diskutierten über Fragen der weltweiten Nahrungsgütersicherheit, den Klimawandel, die Nutzung der Wasserreserven und eine nachhaltige Landwirtschaft.
Minister Badamsuren traf darüber hinaus mit seiner Brandenburger Kollegin H. Mittelstädt und mit dem Landwirtschaftsminister Sachsens G.-L. von Breitenbuch zu Gesprächen über Möglichkeiten der engeren Zusammenarbeit in der Landwirtschaft zusammen, welche Erfahrungen für die mongolische Landwirtschaft von Interesse sein könnten.
Der mongolische Gast und Brandenburgs Landwirtschaftsministerin sowie die zuständigen Vertreter vereinbarten Kooperationsabkommen u. a. zwischen der Genossenschaft „Uilgan" im Tsagaan-Uur Sum im Khuvsgul-Aimag und der Genossenschaft „Unterer Spreewald".
An der Unterzeichnungszeremonie nahmen neben dem Botschafter der Mongolei in der BR Deutschland S. E. Dr. B. Mandakhbileg auch die Chefin der in Berlin ansässigen „Tuvd" – Agentur T. Boldgerel teil.
„Gazarch" war das einzige mongolische Unternehmen, das einen Stand auf dem Berliner Messegelände aufgebaut hatte.
Neben Kniestrümpfen, Stulpen, Mützen, Schals und Handschuhen aus Yakwolle präsentierte es feine Tücher und Decken sowie mongolischen Arkhi.

Rentner demonstrieren für mehr Geld
Seit Mai 2025 organisiert der mongolische Rentnerverband Protestaktionen und fordert von der Regierung eine Erhöhung der Renten.
Die Regierung schiebe das Problem vor sich her: Es gäbe keine Möglichkeit für mehr Rente in der geforderten Höhe.
Doch die gäbe es. Warum bekommen die Rentner nichts ab von den hohen Steuereinnahmen durch die Bergbauunternehmen?
Im Ausland lobe Ministerpräsident Zandanshatar die Mongolei als reiches Land und wirbt für mehr Touristen.
Wir können mit unseren Bezügen zwischen 500 000 und 600 000 Tugrug noch nicht einmal Tsagaan Sar gebührend feiern.
„Wir fordern eine Mindestrente von 1,5 Millionen Tugrug".
Dafür werden wir in allen 21 Aimags, 330 Sums und neun Ulaanbaatar - Stadtbezirken kämpfen, erklärte das Mitglied des Rentnerverbandes Batbayar.

295 Millionen USD für Beilegung der Steuerstreitigkeiten
Im Steuerstreit mit der mongolischen Regierung bietet Rio Tinto 295 Millionen USD.
Noch hat die Regierung darüber nicht endgültig entschieden.
Im Juni 2025 hatte Rio Tinto einem Vergleich über 139 Millionen USD zugestimmt, um eine US-Sammelklage wegen massiver Kostenüberschreitungen und Verzögerungen beim Untertagebau in Oyutolgoi abzuwenden.
Inzwischen hat die mongolische Regierung eine Klage wegen Korruption im Zusammenhang mit Beschaffungskriminalität eingereicht.
Nach wie vor ist die mongolische Wirtschaft vom Bergbau, insonderheit von Kohleexporten, abhängig und der Kohlepreis werde auch in den kommenden Jahren schwanken.
Streitigkeiten und rechtliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit Rohstoffgewinnung, Landnutzung und ausländischen Investitionen verzögern geplante Megaprojekte.
Das Jahr 2026 hat die mongolische Regierung zum Schlüsseljahr für Reformen im Bergbau erklärt.
Genehmigungsprozesse sollen vereinfacht, die Absicherung der Investoren sowie die Umwelt- und Sozialstandards verbessert werden.
Außerdem sollen weibliche Führungskräfte im Bergbau gefördert werden.
Auch Produktionsziele für 2026 wurden festgeschrieben: 90 Millionen Tonnen Kohle und 1,9 Millionen Tonnen Kupferkonzentrat.
Oyutolgoi gehört zu 66 Prozent Rio Tinto, zu 34 Prozent der Mongolei.

D. Nyamdorj übernimmt Vorsitz des Schriftstellerverbandes
Auf dem XIX. Kongress des Mongolischen Schriftstellerverbandes am 16. Januar wurde der Sprachwissenschaftler und Dozent an der Mongolischen Staatsuniversität Dr. D. Nyamdorj mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt.
Sechs Kandidaten und Kandidatinnen hatten sich beworben.
Auf Nyamdorj entfielen 130 Stimmen.
Er löst B. Ichinkhorloo ab.
Der Verband will und muss sich strukturell und inhaltlich erneuern, um in der mongolischen Gesellschaft eine wahrnehmbare Rolle spielen zu können, meinte Nyamdorj in seiner Antrittsrede.
Geplant sind Veranstaltungen zum 120. Geburtstag von D. Natsagdorj, dem Mitbegründer der moderner mongolischen Literatur und anlässlich des 820. Jahrestages der Gründung des mongolischen Großreiches im Jahr 1206.
Der mongolische Schriftstellerverband wurde 1929 als „Gruppe revolutionärer Schriftsteller" gegründet.
Zu ihren ersten Vorsitzenden zählten der Maler und Schriftsteller M. Yadamsuren (1929 bis 1933), S. Buyannemekh (1934/35) und Ts. Damdinsuren (1943 und 1954).

Neuer Direktor für „Erdenes Tavantolgoi" gesucht
Seit Jahren ist die Besetzung der Führungspositionen bei „Erdenes Tavantolgoi", dem größten staatlichen Bergbauunternehmen der Mongolei und wichtigsten Kohleexporteur,
Gegenstand von Konflikten zwischen den Parteien, von Ermittlungen und Eingriffen der Regierung.
2025 hat die Regierung mit der Einsetzung eines Sonderbeauftragten die direkte Kontrolle über das Unternehmen übernommen.
Seit 2023 laufen Korruptionsermittlungen gegen ehemalige Direktoren, so sitzt der ehemalige Direktor wegen Veruntreuung („Kohlediebstahl-Fall") in Haft.
Bisher konnten sich weder Unternehmensvorstand, noch Regierung auf einen Generaldirektor einigen.
Nach Gesprächen im Januar habe man sich verständigt, bis zum März die Personalie klären zu wollen.
Schon im Interesse eines nachhaltigen ausländischen Investments und als vertrauensbildende Maßnahme sei es wichtig, eine integre, kompetente Persönlichkeit zu berufen.


D.-Natsagdorj-Denkmal vor dem Ulaanbaatar-Hotel

120. Geburtstag von Dashdorjiin Natsagdorj
Der Vorsitzende der Regierungskanzlei S. Byambatsogt hat angekündigt, die Mongolei werde diesen Jahrestag eines der bedeutendsten Schriftsteller der Mongolei würdig begehen.
Es gäbe wohl keinen Mongolen und keine Mongolin, die „Minii Nutag" (Meine Heimat) nicht kennen würden.
Unter der Federführung des Ministeriums für Kultur, Sport, Tourismus und Jugend würden das ganze Jahr hindurch Veranstaltungen zu Literatur, Kunst und Wissenschaft organisiert, um diesen außerordentlichen Literaten zu ehren.
Natsagdorj wurde am 17. November 1906 im heutigen Bayandelger Sum im Zentralaimag geboren, er starb am 13. Juli 1937 in Ulaanbaatar.
Ursprünglich stand sein Denkmal am Eingang des Jugendparks in Ulaanbaatar.
Jetzt steht es an Stelle des abgebauten Lenin-Denkmals in der Grünanlage vor dem Ulaanbaatar-Hotel.


D. Natsagdorj im Jugendpark

In der Mongolei leben und arbeiten 34 272 ausländische Staatsbürger
Nach Informationen der Ausländerbehörde lebten mit Stand vom 31.12. 2025 34 272 Ausländer und Ausländerinnen in der Mongolei.
19 952 aus China, 3 001 aus Russland, 2 278 aus Indien, 1 693 aus Südkorea, 1 124 aus den USA und 6 224 aus anderen Ländern.

Winterfestivals in der Mongolei
Rentier- und Schneefestival im Tsagaannuur-Sum
Seit 2018 wird jeweils im Januar das Rentier-Festival organisiert.
Es soll die Traditionen und Sitten der Rentierhalter1 (Tsaatan) einem breiteren Publikum nahe bringen.
Von Jahr zu Jahr wurde das Festival größer und seit 2023 unterstützt das Kulturministerium Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung, auch um für den Wintertourismus in der Mongolei zu werben.
In diesem Jahr fand es am 27. und 28. Januar im Tsagaan Nuur Sum im Khuvsgul Aimag statt.
Präsentiert wurden Volkslieder der Tsaatan (Eigenbezeichnung „Dukha), Khuumii (Kehlkopfgesänge), Rentierschlitten-Wettfahrten, kleine und mittlere Unternehmen boten darüber hinaus Produkte des örtlichen Handwerks an.
In Tsagaannur ist die Heimat von 300 Rentierhalter - Haushalten, insgesamt hatten 500 Rentierhalter aus den Grenzregionen der nördlichen Mongolei am Festival teilgenommen.
Außerdem wollten sich 50 Touristen höchstpersönlich Eindrücke vom Leben und Arbeiten, von der Kultur, den Sitten und Bräuchen der Tsaatan verschaffen.
Unter der Schirmherrschaft von Präsident U. Khurelsukh wurde am 24. und 25. Januar in Mandalgov’ (Mittelgobi Aimag) das Kamelfest „Auf dem Rücken eines Kamels sind wir der Sonne näher" sowie die 5. Konferenz der Kamelhalter-Haushalte organisiert.
In- und ausländische Besucher konnten am 24. Januar beim Pferde-Kulturfestival „Pracht der Steppe" (Talyn Javkhaa) – 2026" im „Chinggis-Khaan-Khuree"-Tourismus Komplex in Ulaanbaatar u. a. eine Parade von 37 Pferdehaltern aus 13 Aimags und drei Stadtbezirken bewundern.

35.308 Touristen im Januar
Im Januar 2026 haben 35.308 Touristen die Mongolei besucht (in anderen Quellen war von 21.066, davon 554 aus Deutschland, die Rede), im Januar 2025 waren es 20 000.
Die Regierung und die Tourismusbehörde wertet dies als Erfolg im Werben um mehr Wintertourismus.
Mit 14.220 kamen die meisten Touristen aus China, gefolgt von Russland, Südkorea (2.588), Japan (767), Kasachstan (630), den USA (528).
Auch in Belarus, auf den Philippinen, in Frankreich, Vietnam, in der Türkei, Indien, Kanada, Südafrika, Usbekistan und Indonesien gewinnt die Mongolei an Attraktivität.

37. Ivan-Yarygin-Grand-Prix
Der mongolische Freistilringer B. Munkh-Erdene hat beim prestigeträchtigen Ivan-Yarygin-Ringerturnier in der Gewichtsklasse bis 57 kg die Goldmedaille gewonnen.
Es ist die zweite Goldmedaille für einen mongolischen Ringer nach 1999.
Bei den Frauen gewannen Kh. Bolortuya (59 kg) und T. Enkhjin (64 kg) je eine Bronzemedaille.
Das Turnier findet jährlich am letzten Wochenende im Januar in Krasnojarsk statt.
In diesem Jahr hatten Sportler und Sportlerinnen aus 20 Ländern ihre Teilnahme zugesagt.

Abschiedszeremonie für Sumo-Großmeister G. Gan-Erdene
Am 31. Januar wurde der 73. Yokosuna (Großmeister) Terunofuji G. Gan-Erdene in Tokio feierlich vom Profisport verabschiedet.
Im Januar 2025 hatte er eine schwere Verletzung erlitten, die eine Fortsetzung seiner sportlichen Leistungssport – Karriere unmöglich machte.
Die teuerste Eintrittkarte kostete 60 000 Yen, die günstigste 7 000.
Alle Karten konnten verkauft werden.
An der Zeremonie nahmen neben japanischen Olympiasiegern und Weltmeistern, Vertretern aus Kultur und Wirtschaft Großmeister Hakuho M. Davaajargal und der Landesmeister im traditionellen mongolischen Ringen N. Batsuuri teil.
Gan-Erdene hat zehnmal das Sumoturnier der obersten Klasse gewonnen, sich aber öfter schwere Verletzungen zugezogen.

Olympische Winterspiele 2026
Zwei Sportler und eine Sportlerin werden die Mongolei bei den Olympischen Winterspielen vom 06. bis 22. Februar in Mailand und Cortina d’Ampezzo vertreten.
B. Achbadrakh ist der prominenteste Wintersportler der Mongolei.
Es werden seine 3. Winterspiele sein. Er tritt wie seine Mannschaftskollegin E. Ariuntungalag im Skilanglauf an.
A. Ariunbat versucht sein Glück im Ski Alpin.


Im Konferenzsaal der James-Simon-Galerie

Chinggis Khaan in der James-Simon-Galerie
Am 26. November 2025 war die James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel Schauplatz für eine festliche Abendveranstaltung aus Anlass des 863. Geburtstages von Chinggis-Khaan (1162-1227).
Gleichzeitig wurde an 101 Jahre erste mongolische Verfassung und die Gründung der Republik am 26.11. 1924 erinnert.
Gastgeber waren der Botschafter der Mongolei in Deutschland Dr. B. Mandakhbileg und der Direktor des Museums für Ur- und Frühgeschichte Prof. Dr. Matthias Wemhoff.
Der Einladung waren zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und dem diplomatischen Korps gefolgt.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit dem Stück „Ode an Chinggis Khaan", präsentiert von der mongolischen Folkloregruppe „Khukh Mongol" (Blaue Mongolei).
In ihren Grußworten würdigten Prof. Wemhoff und Botschafter Mandakhbileg neben den engen kulturellen und politischen Beziehungen zwischen der Mongolei und Deutschland auch die Möglichkeiten der Mongolei im Bereich Ressourcen und internationale Partnerschaften.
Anschließend folgten die Fachvorträge von Dr. Anton Gass und Prof. em. Dr. Dr. h. c. Rüdiger Wolfrum zu den Themen: „Die Vorbereitung der Ausstellung Dschingis Khan – Die Welt der Mongolen (Oktober 2026 – März 2027)" und „Die mongolischen Khane in der Europäischen Staatenordnung: Anspruch, Anerkennung und Wandel".
Im Foyer der Galerie stellte der namhafte mongolische Künstler Gan-Erdene Tsend einige seiner Werke aus.


Im Foyer der James-Simon-Galerie. Gan-Erdene Tsend, Khoorond, Dazwischen

Jahrestagung der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft 2025
Vom 21. bis zum 23. November hatten die Präsidentin der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e. V. (DeMoGe) Ochmaa Göbel M. A. und das Vorstandsmitglied der Gesellschaft Prof. Dr. Walter Popp zur diesjährigen Mitgliederversammlung und Jahrestagung nach Essen geladen.
Am Abend des 21. November begrüßte Stadtdirektor und Geschäftsbereichsvorstand für Soziales, Arbeit und Gesundheit Peter Renzel in Vertretung von Oberbürgermeister Thomas Kufen S. E. Botschafter Dr. Birvaagiin Mandakhbileg, Prof. Popp, O. Göbel und den Honorargeneralkonsul Prof. Dr. Andreas Pitum der Mongolei in München sowie Mitglieder und Gäste zu einem feierlichen Empfang in der 22. Etage des Essener Rathauses.
16 Mitglieder des Ruhrkohle-Chores konnten sich über viel Beifall für ihre Interpretationen u. a. des Steigerliedes und einer Weise über die heilige Barbara, die Schutzheilige der Bergleute, freuen.
In ihren Reden erinnerten sowohl Renzel als auch Botschafter Mandakhbileg an die langjährigen Beziehungen zwischen der Stadt Essen und der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar, an den kulturellen Austausch 2024 und 2025 mit Kunstausstellungen in Ulaanbaatar und Essen und vor allem an die seit 15 Jahren andauernde Kooperation zur Verbesserung der Krankenhaushygiene und beim Aufbau eines modernen Rettungsdienstes in Ulaanbaatar sowie an die Bergbautraditionen in Nordrhein-Westfalen und in der Mongolei.
Weiter berichtete Mandakhbileg über die bevorstehende Entscheidung bezüglich der Ansiedlung einer modernen Goldschmelze in der Mongolei.
Bisher werde das Gold zu hohen Kosten im Ausland geschmolzen.
Aktuell seien noch zwei Unternehmen in der engeren Wahl, eins aus Großbritannien und eins aus Essen.
Renzel freute sich über die Unterzeichnung einer Vereinbarung über die weitere Zusammenarbeit bei der Hygiene in Kliniken, bei der Unterstützung für Menschen mit Behinderungen, in der Pflege und beim Katastrophenschutz am 26. Mai in Ulaanbaatar.
„Politik und Verwaltung schaffen Rahmenbedingungen, aber die Menschen und Initiativen wie die DeMoGe erfüllen diese erst mit Leben".
Die Präsidentin der DeMoGe Ochmaa Göbel bedankte sich für den stimmungsvollen Empfang ich bin überzeugt, Essen und die Gesellschaft werde auch in Zukunft eine fruchtbringende Partnerschaft verbinden.
Am Samstag begann die Mitgliederversammlung mit den Rechenschaftsberichten und einer emotionalen Würdigung des am 11. November verstorbenen Wissenschaftlers und Hochschullehrers, des aktiven Mitglieds der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft Prof. Dr. Sagaster (1933 bis 2025).
Nach Entlastung des Vorstandes wurde die Veranstaltung am Nachmittag mit der Jahrestagung fortgesetzt.
Doris Götting sprach über „Malen als meditatives Handwerk – Formen, Farben, Materialien und Stile in der buddhistischen Kunst der Mongolen", über den Sinn der Mongolen für das Übersinnliche, über Ikonografie, Ikonometrie, Kult- und Weidetiere, Götter, Tiere und Menschen.
Dr. Oliver Corff nahm den 101. Jahrestag der Verabschiedung der ersten Verfassung der Mongolei am 26. November 1924 zum Anlass, zur Verfassungsgeschichte der Mongolei zu referieren, dabei besonderes Augenmerk darauf richtend, wie Staat und Religion unter einem Dach zu vereinen seien.
Außerdem widmete er sich dem 1. Javzundamba Khutagt, gleichzeitig der erste namentlich bekannte mongolische Künstler und seinem Anteil an der Schaffung des nationalen Symbols, des Staatswappens (Soyombo) der Mongolei, das jede Verfassung schmückt.
Prof. Dr. Walter Popp engagiert sich seit 2010 für die Verbesserung der Krankenhaushygiene in der Mongolei. In seinem Vortrag „15 Jahre Hygieneprojekt in der Mongolei – Was hat sich getan und was sind noch anstehende Fragen?" schilderte er anschaulich die Probleme und die Zustände in den medizinischen Einrichtungen, die erreichten Verbesserungen und die notwendigen Anstrengungen, die hygienischen Verhältnisse auf einen modernen Stand zu bringen.
Die Jahrestagung wurde am 23. November mit einer Stadtrundfahrt mit den Schwerpunkten Industriekultur - Zeche Zollverein, Kokerei Zollverein, Margarethenhöhe und Villa Hügel beschlossen.


Jahr des Roten Feuerpferdes. 17. Februar 2026 bis 05. Februar 2027

Tsagaan Sar 2026
Am 18. Februar 2026 beginnt das Jahr des „Starken Roten Feuer-Pferdes“ nach dem Mondkalender.
Bituun, der letzte Tag der Sanften Holz-Schlange, fällt demzufolge auf den 17. Februar.
Der letzte Tag vor Tsagaan Sar (Weißer Mond, Weißer Monat) dient vielen Familien zum Auffüllen der Vorräte, Wohnung bzw. Ger werden aufgeräumt, das Tsagaan-Sar-Festmahl mit Buuzen, Hammelrücken oder Rinderbrust wird vorbereitet.

 

SAR SHINDEE SAIKHAN SHINELEEREI!

 

1 Die Berichterstatterin verwendet für alle Geschlechteridentitäten das generische Maskulinum, wahlweise die männliche oder weibliche Form. R. B.

 


Pferde auf der Winterweide

 

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt, Renate Bormann

 

 

 


 
 

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Last Update: 17. Februar 2026

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