Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 22.-29.09.99

von Renate Bormann, Ulaanbaatar

10% Gehaltserhöhung
Auf seiner Tagung am 22.09. beschloss das mongolische Kabinett, dem Großen Staatskhural (Parlament) eine Erhöhung der Gehälter für die Angestellten im öffentlichen Dienst um zehn Prozent ab 01.10.99 vorzuschlagen. Pro Monat müßten dafür 492,8 Millionen Tugrik im Staatshaushalt veranschlagt werden.

360 Jahre Ulaanbaatar
Im Oktober begeht die mongolische Hauptstadt den 360. Jahrestag ihrer Gründung. Aus diesem Anlass haben am vergangenen Wochenende 60 mongolische Studenten der "Mongolian Youth Association for Peace" die Ufer der Tuul im Bereich des 7. und 8. Khoroo (Rayon) des Khan-Uul-Distrikts von Unrat befreit. Ähnliche Aktionen sollen an den nächsten Wochenenden bis Ende Oktober folgen.

Wolfsrudel bedrohen Viehherden
In den Gebirgsregionen des Khovd-Aimak holen Wölfe von Jahr zu Jahr immer mehr Vieh. Die Jagd auf die Raubtiere ist in dem dünn besiedelten Gebiet nicht immer erfolgreich und so verfielen die Frauen des Duut-Sum auf einen Trick: sie besorgten fingergroße, hölzerne Zylinder, die sie den Schafen umbinden. Die Töne, die bei Bewegung der Herdentiere entstehen, irritieren und verscheuchen die Wölfe.

Ulgii, Uvs und Khovd ohne Licht
Da die drei westlichen Aimaks der Mongolei eine Million Dollar Schulden bei ihren russischen Stromlieferanten nicht bezahlt haben, bleibt es vorerst dunkel in Häusern, auf Straßen und Plätzen. Nachdem der Minister für Infrastruktur und Entwicklung eine Abschlagszahlung von 560 000 Dollar zugesichert hat, erklärten sich die Gläubiger bereit, in Kürze die Lieferungen wieder auf zu nehmen.

Der 6. Tag ohne Licht und Strom
Im Umkreis von 70 km müssen die Bewohner des Altai-Sum im Gobi-Altai-Aimak ihr Wasser aus dem Zavkhan holen, da durch Licht- und Stromausfall die Tiefbrunnen nicht in Betrieb sind. Am 28.09. soll die Versorgung mit Strom wieder gesichert sein.

Frau vermißt
Am 19./20.09. tobte im Khangai-Gebirge ein Schneesturm, der im Nariinteel-Sum des Uvurkhangai-Aimaks eine 50-60 cm hohe Schneedecke zur Folge hatte. Eine 27-jährige Viehhirtin, die mit ihrer Herde auf dem Weg zur Winterweide war, wird seitdem vermißt. Bis zum 23.09., 17.00 Uhr war sie noch nicht gefunden worden. Die Suche dauert an.

Die MRVP strebt die Mitgliedschaft in der Sozialistischen Internationale an
Am 23.09. empfing das Mitglied des Führungsrates der Mongolischen Revolutionären Volkspartei, U. Enkhtuvshin, den Direktor der Akademie für Politische Bildung der Friedrich-Ebert-Stiftung, Prof. Thomas Mayer. Enkhtuvshin informierte seinen Gast über die aktuellen Ziele sowie den Erneuerungsprozess seiner Partei. An der nächsten Zusammenkunft der SI im November d. Jahres in Paris wird die MRVP als Gast teilnehmen.
Prof. Mayer weilte auf Einladung von N. Tuvshintugs, Mitglied des Großen Staatskhurals und Präsident der Stiftung für Demokratie und Entwicklung, in der Mongolei.

6000 mongolische Staatsbürger kasachischer Nationalität erhalten neue Pässe
Hauptsächlich im Ulgii-Aimak leben 9006 kasachische Familien mit insgesamt 46 201 Mitgliedern. In den Jahren von 1996-1997 haben 26 256 von ihnen den Wunsch geäußert und den entsprechenden Antrag gestellt, Bürger der Kasachischen Republik zu werden. 6000 Antragsteller erhielten bis 1999 vom Mongolischen Außenministerium einen positiven Bescheid.

Wenn morgen Wahlen wären...
550 Studenten der Mongolischen Staatsuniversität wurden im Auftrag des Instituts für Soziologie befragt, welcher Partei sie ihre Stimme geben würden, wenn morgen Wahlen wären. Hier das Ergebnis: Mongolische Nationaldemokratische Partei (MNDP) - 62 (10,58%)

286 Millionen Tugrik Steuerschulden
In ihrer Samstagausgabe vom 25.09. veröffentlichte die "Tageszeitung" die Namen der größten Steuerschuldner. Das Brot- und Zuckerkombinat, dessen Privatisierung aus Mangel an Kaufwilligen mehrmals verschoben wurde, steht mit 286 Millionen beim Staat in der Kreide. Das Staatliche Kaufhaus (Ulsyn Ikh Delguur) hat 29 Millionen Tugrik Steuerschulden.

Regen und Schnee - droht der "Zud", Futtermangel durch Wetterunbilden?
Im Bayankhongor-Aimak liegt in den Bergen ein Meter Schnee, in den Tallagen sind es immerhin 60-80 cm. Schneestürme erschweren zusätzlich die Weidung der Herdentiere, in einigen Sumun konnten die Tiere während der letzten sieben Tage gar nicht auf die Weide geführt werden.
So frühen Schnee hat es seit langer Zeit nicht mehr gegeben. Die Meterologen rechnen mit einem strengen Winter.
Im Bayanlig-Sum ist ein 20-Jähriger mit dem Motorrad im Schnee verunglückt. Eine Schneewehe in einer Schlucht, wurde ihm zum Verhängnis. Das Motorrad blieb bis heute verschwunden.

92 Trauungen
Dashnyam und Baljinnyam, der 17. Tag des mittleren Herbstmonats (in diesem Jahr fiel er auf den 27.09.) ist nach dem Mondkalender ein "doppelter" Glückstag. Bereits 04.45 Uhr begann im Hochzeitspalast von Ulaanbaatar die erste Trauungszeremonie - so groß war der Andrang der Heiratswilligen. Die jüngste Braut war 18, die älteste 32 Jahre alt. Auch ein mongolisch-deutsches Paar hatte das Glück, an diesem besonderen Tag getraut zu werden.

GTZ eröffnet Büro in Ulaanbaatar
Anlässlich des 25. Gründungsjubiläums der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) sowie der Eröffnung eines GTZ-Büros in Ulaanbaatar, fand am 27.09. in der mongolischen Hauptstadt ein festlicher Empfang statt. Der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Mongolei, Jürgen Elias, der Staatssekretär im Außenministerium der Mongolei, O. Ochirjav, die Bereichsleiterin Asien in der GTZ, Cornelia Richter sowie der Leiter des neuen GTZ-Büros, Dr. Hans-H. Sawitzki würdigten in ihren Ansprachen die Erfolge der Mongolen bei der Demokratisierung und wirtschaftlichen Umgestaltung ihres Landes und die politische, finanzielle und technische Unterstützung der Bundesrepublik bei der Bewältigung aller damit verbundenen Aufgaben.
Ein mongolisches Malerehepaar, E. Ulziikhutag und P. Altantsetseg, stellten am Morgen einige ihrer Werke vor, die eindrucksvoll das Leben der Nomaden und die vielfältigen mongolische Landschaften schildern.
Der Tag klang aus mit einem Konzert mongolischer Künstler im Staatlichen Opernhaus von Ulaanbaatar.

165 Millionen Tugrik fehlen
Kurz vor dem 360. Gründungsjubiläum der Stadt Ulaanbaatar soll die zu 70% fehlende oder defekte Beleuchtung von Straßen, Plätzen und in den Jurtenvierteln ergänzt und repariert werden. 200 Millionen Tugrik werden dafür aus der "Ulaanbaatar-Stiftung" benötigt, von denen bisher lediglich 35 Millionen bereitgestellt wurden.

Chimidlkhamyn Ganbat zum Vorsitzenden des Obersten Gerichts der Mongolei ernannt
Der Chef der Kriminalabteilung beim Obersten Gericht, Ch. Ganbat, ist vom Präsidenten der Mongolei zum neuen Vorsitzenden Richter des Obersten Gerichts ernannt worden. Ganbat, geboren 1953 im Sukhbaatar-Aimak, ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Mongolei und Türkei wollen Zusammenarbeit vertiefen
Anläßlich des Besuches einer türkischen Regierungsdelegation in der Mongolei vom 27.09.-03.10. vereinbarten beide Seiten u.a. die Erhöhung der Zahl der mongolischen Studenten in der Türkei, den Austausch von Lehrern und Studenten, die Renovierung und Pflege der Kulturdenkmäler aus der "Türkenzeit" (6.-8.Jahrhundert).

Steppenbrand gelöscht
Am 29.09. meldete die Tageszeitung "Heute" dass der Steppenbrand im Sukhbaatar-Aimak, der auf einer Fläche von 150 mal 120 km die Vegetation vernichtete, nach drei Tagen unter Kontrolle war.
Aufgrund der feuchten Witterung blieb die Zahl der Wald- und Steppenbrände in diesem Jahr mit 70 im Vergleich zu anderen Jahren mit bis zu 200 Bränden erfreulich gering.

Frau erdrosselt Ehemann
Im Bayangol-Distrikt von Ulaanbaatar hat eine Frau ihren Ehemann nach Geldstreitigkeiten mit der Telefonschnur erdrosselt. Der Fall wird gegenwärtig vor dem zuständigen Distriktsgericht verhandelt.


   

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Last Update: 01. Januar 2017