Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 7. - 13. August 2000

von Renate Bormann, Berlin/Ulaanbaatar

Neue Regierung der Mongolei bestätigt
Am 08. 08. wurden die vom Ministerpräsidenten N. Enkhbayar vorgeschlagenen Minister vom Präsidenten, einen Tag später vom Großen Staatskhural, bestätigt.
Die neuen Minister:

  1. Premierminister: Nambaryn Enkhbayar (42), Übersetzer
  2. Minister für Auswärtige Angelegenheiten: Luvsangiin Erdenechuluun (52), Diplomat
  3. Finanz- und Wirtschaftsminister: Chultemyn Ulaan (46), Ökonom
  4. Minister für Justiz und Innere Angelegenheiten: Tsendyn Nyamdorj (44), Jurist
  5. Minister für Natur und Umwelt: Ulambayaryn Barsbold (36), Ökonom
  6. Verteidigungsminister: Jugderdemidyn Gurragchaa (53), Flugzeugingenieur
  7. Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft: Ayurzanyn Tsanjid (52), Ingenieur, Historiker, Politologe
  8. Minister für Infrastruktur: Byambyn Jigjid (55), Ingenieur
  9. Minister für Arbeit und Soziales: Shilegiin Batbayar (57), Ökonom
  10. Minister für Handel und Industrie: Chimeddorjiin Ganzorig (42), Ökonom
  11. Minister für Nahrungsmittel und Landwirtschaft: Darjaagiin Nasanjargal (52), Tierarzt, Politologe
  12. Gesundheitsminister: Pagajavyn Nyamdavaa (53), Arzt, Bakteriologe
  13. Amt für Regierungsangelegenheiten: Ulziisaikhany Enkhtuvshin (42), Historiker

Schweiz lehnt Asyl für Mongolen ab
Die Schweizer Bundesregierung hat beschlossen, mongolischen Staatsbürgern kein politisches Asyl mehr zu gewähren, da die Mongolei ein demokratisches Land sei.

Mongolische Soldaten zum Manöver nach Kasachstan
Zum ersten Mal nehmen Angehörige der Streitkräfte der Mongolei an einem internationalen Trainingslager für bewaffnete Friedenskräfte teil.
Armeeangehörige aus 32 Ländern werden sich an den Übungen Mitte September in Kasachstan beteiligen.

Konsequenzen aus verlorener Parlamentswahl
Die Mongolische Nationaldemokratische Partei (MNDP) wird auf ihrer Sitzung im September ihr Führungspersonal auswechseln. Der ehemalige Premierminister und Parteivorsitzende R. Amarjargal, der stellvertretende Parteivorsitzende Do. Ganbold und die Generalsekretärin der Partei B. Delgermaa, haben angekündigt, von ihren Funktionen zurückzutreten. Der ehemalige Ministerpräsident M. Enkhsaikhan wird aller Voraussicht nach das Amt des Vorsitzenden übernehmen, MP J. Narantsatsralt wird als sein Stellvertreter genannt und N. Batbayar ist als Generalsekretär im Gespräch.

Ehemaliges Parlamentsmitglied verhaftet
E. Bat-Uul, ehemaliger Abgeordneter der MNDP, wurde am 10.08. verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis "Gants Khudag" gebracht. Bat-Uul, der verdächtigt wird, in den Mord an S. Zorig verwickelt zu sein, geriet in der Bar des "Bayangol-Hotels" von Ulaanbaatar in Streit mit einem anderen Gast der Bar. Als Grund der Verhaftung wird Rowdytum angegeben. Justiz und Polizei begründen ihre drastische Maßnahme mit der Tatsache, dass Bat-Uul als Verdächtiger in einer Strafsache sich keinerlei Vergehen schuldig machen dürfe.
Die MNDP protestierte gegen die Verhaftung und will sich an die UNO wenden.

Stellvertretende Generalsekretärin der UNO besucht Mongolei
Mary Robinson, stellvertretende Generalsekretärin der UNO und Hochkommissarin für Menschenrechte, weilte auf Einladung der mongolischen Regierung vom 08. bis 10. August zu einem offiziellen Besuch in der Mongolei.
Der Kampf gegen die Korruption auf allen Ebenen und die zunehmende Gewalt in der Familie bezeichnete sie als Hauptprobleme bezüglich der Situation der Menschenrechte in der Mongolei.
Nach einer Visite im Gefängnis "Gants Khudag" äußerte sie sich kritisch über die viel zu kleinen Zellen ohne Frischluftzufuhr und ohne Licht und über die vielen inhaftierten Kinder und Jugendlichen.
Mary Robinson führte Gespräche mit den neuen Ministern für Justiz und Auswärtige Angelegenheiten. Zum Abschluss ihres Besuchs erhielt sie von der Juristischen Fakultät der Mongolischen Staatsuniversität die Ehrendoktorwürde verliehen.

30 Prozent der Familien in der Hauptstadt ohne Fernsehen
Während für einen Teil der Mongolen Telefon, Internet, Mobilfunk und Fernsehen zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens gehören - 44 Prozent der hauptstädtischen Familien verfügen über Telefon und 55 000 nutzen die Mobilfunkmöglichkeiten, 40 Internetcafes bieten ihre Dienste an - haben fast 30 Prozent keinen Fernsehanschluss. In manchen Wohnungen, hauptsächlich in den Jurtenvierteln, gibt es keinen Wasseranschluss, keine Elektrizität und keine Müllentsorgung.

Attraktionspunkt Ulaanbaatar
Seit 1992 wächst die Bevölkerung von Ulaanbaatar jährlich um 3,5 Prozent. 1999 lebten in der Hauptstadt 770 000 Menschen. Die meisten Zuzügler stammen aus dem Zentralaimak. Aus Bayanulgii kommen die wenigsten.


   

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Last Update: 01. Januar 2017