Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 21. - 27. August 2000

von Renate Bormann, Berlin/Ulaanbaatar


Im Choijin-Lam-Museum

Überstunden für Fotodienste
Am ersten September läuft die Frist für den Umtausch der Personaldokumente ab.
Wenig mehr als die Hälfte aller Bürger Ulaanbaatars hat bisher den Umtausch, verbunden mit der Angabe eines Familien-/Stammesnamen, vollzogen. Die fünf autorisierten Fotostudios haben Anweisung vom Oberbürgermeister, ihre Kapazität voll auszulasten sowie Samstags- und Sonntagsschichten einzulegen.

Bat-Uul noch immer in Haft
Die Anklage wegen Rowdytums musste fallengelassen werden, aber Bat-Uul wird nun beschuldigt, direkt in den Mord an S. Zorig, verwickelt zu sein. Aus diesem Grunde sei seine weitere Inhaftierung gerechtfertigt.
Am Freitag konnte ihn seine Ehefrau zum ersten Mal im Gefängnis Gants Khudag besuchen.

Gegen Trunkenheit im Parlament
Der Genuss von Alkohol im Regierungspalast von Ulaanbaatar, gleichzeitig Sitz des Abgeordnetenhauses, sollte unverzüglich eingestellt werden, forderte der Vize-Sprecher des Parlaments, Byambadorj.
Während der vergangenen zwei Jahre kam es zu Schlägereien und anderen unschönen Vorfällen, die durch betrunkene Abgeordnete verursacht wurden.

Grüne Revolution
Im Laufe der "Grünen Revolution" ist die Pflanzenproduktion in und um Ulaanbaatar gestiegen. Auf 710 ha wird Getreide angebaut, auf 2600 ha Kartoffeln und auf 1400 ha Gemüse. Damit hat sich der Gemüseanbau im Vergleich zu 1999 verdoppelt.

18 mongolische Sportler werden an den Olympischen Spielen 2000 teilnehmen
Acht Judoka, vier Freistilringer, drei Schützen, zwei Leichtathleten und einen Boxer entsendet das NOK der Mongolei nach Sydney.
Die Mongolische Post gibt aus diesem Anlass Briefmarken heraus, die schießende, boxende und ringende Sportler zeigen.
Die Schweizer Uhrenfirma "Swatch Watch Company" unterstützt die mongolischen Olympioniken mit fünf Millionen Tugrik (ca. 10 000 DM) in bar sowie Uhren und Ausrüstung im Wert von vier Millionen Tugrik (ca. 8 000 DM).

Leben auf der Straße
Keiner vermag zu sagen, wie viele Kinder tatsächlich "auf den Straßen" Ulaanbaatars leben.
Die meisten Hilfsorganisationen, wie "Rettet die Kinder", "Temuulel" und "World Vision" gehen davon aus, dass für 1000 Kinder die "Straße" das einzige Zuhause ist. Sie genießen kaum Bürgerrechte, haben keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen und ihre Herkunft ist unbekannt. Noch mehr Kinder (ca. 7 000) leben am Tage auf der Straße und kehren am Abend nach Hause zurück bzw. im Winter.
Die Polizei von Ulan-Bator spricht von 300 obdachlosen Kindern.

Mongolisch-Italienische Handelskammer
Im Vorfeld des Besuches des italienischen Staatspräsidenten in der Mongolei plant Italien die Einrichtung einer gemeinsamen Handelskammer mit dem Ziel, die Geschäftskontakte zwischen beiden Ländern auszubauen.

600 Millionen Tugrik für die Renovierung des Wärmeversorgungssystems
Baasanjav, der Chef der hauptstädtischen Wärmekraftwerke, beklagt die Zahlungsmoral einiger Großbetriebe der Hauptstadt. "Buyan" (Kaschmir), "Fleisch-Impex", "Brot und Zucker", "Milch" und "Agro Amgalan" haben insgesamt eine Milliarde Tugrik Schulden.
Für die Renovierung der Wärmeversorgungssysteme werden allein im Jahr 2000 rund 600 Millionen Tugrik ausgegeben.

Direktwahl der örtlichen Volksvertretungen
Der Leiter der Ständigen Kommission für die Staatsorganisation, D. Demberel, hat in Vorbereitung der Wahlen zu den örtlichen Volksvertretungen die erarbeiteten Gesetzesänderungen und -ergänzungen dem stellvertretenden Parlamentsvorsitzenden Byambadorj unterbreitet. Darin wird u.a. für eine Direktwahl der örtlichen Volksvertreter plädiert.
Auf der am 28. August beginnenden Außerordentlichen Parlamentssitzung soll das Gesetz über die Kommunalwahlen diskutiert und verabschiedet werden.

Pressefreiheit in Gefahr?
Auf einer Pressekonferenz des Ministers für Justiz und Innere Angelegenheiten, Ts. Nyamdorj, betonte der, dass die Freiheit der Presse in der Mongolei nicht angetastet würde, aber es Grenzen hinsichtlich der Verletzung der Persönlichkeitsrechte und bei der Propagierung von Gewalt und Pornographie gäbe.
Die Journalistin der "Udriin Sonin", Saranchimeg, beklagte, dass den Vertretern ihrer Zeitung seit zehn Tagen der Zutritt zum Regierungspalast verwehrt sei.
Begründet wurde dies mit verleumderischer Berichterstattung gegen Mitglieder des neuen Parlaments.
40 Journalisten unterzeichneten einen Protestbrief an Ministerpräsident N. Enkhbayar, in dem sie forderten, keine Änderungen und Zusätze zum Gesetz über die Pressefreiheit zuzulassen sowie allen Korrespondenten die Möglichkeit einzuräumen, an den Parlamentssitzungen teilzunehmen.


   

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Last Update: 01. Januar 2017