Die Deutsche Mongolei Agentur aus Ulaanbaatar präsentiert:

Neues aus der Mongolei
vom 18.-25. Juni 2000

von Renate Bormann, Berlin/Ulaanbaatar

Wahl 2000
Der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, S. Lkhagvasuren, informierte am 22.06. den Präsidenten N. Bagabandi über den Stand der Wahlvorbereitung. "Von ursprünglich 660 Kandidaten traten 60 zurück, zwei Kandidaten wurden nach Überprüfung von der Liste gestrichen, sieben Kandidaten nachnominiert, so dass 605 Bewerber am 02. Juli antreten, um einen der 76 Parlamentssitze zu erringen." Bisher sind 1,2 Millionen Wahlberechtigte registriert.
18 Beschwerden über Kandidaten, die die Konkurrenten verleumdet bzw. beleidigt oder das Wahlgesetz verletzt haben (Geschenke für Wähler etc.), mußten in der Zentralen Wahlkommission behandelt werden.
In seiner neuesten Ausgabe veröffentlichte der "Mongol Messenger" die Ergebnisse einer Meinungsumfrage, durchgeführt von der "Sant Maral Foundation" und gesponsert von der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Auf die Frage, "Welcher Partei würden Sie Ihre Stimme geben, wenn morgen Wahlen wären?", antworteten die 2504 Befragten (in Prozent):

Land (Khudoo) Ulaanbaatar
MRVP 51 50
MNDP 14 11
MSDP 9 6
"Neue Sozialisten" 14 9
MDP 1 1
Bürgermut-Partei
und Grüne
4 5

Auf die Frage, "Wenn morgen Wahlen wären, würden Sie teilnehmen?", antworteten 83 Prozent vom Land und 75 Prozent der Hauptstädter mit "ja". Acht Prozent (Land) und 11 Prozent (Ulaanbaatar) sind noch unentschlossen.

Tschingis Khans Geist wiedererweckt
Nach 80 Jahren feiert in der Mongolei ein schamanistisches Ritual zur Ehrung Tschingis Khans seine Wiederauferstehung. Initiiert von der Akademie der Nomadischen Kultur, der "Mondmutter-Gesellschaft", des Unternehmens " Xiongnu" sowie des Institutes zur Erforschung des "Großen Gesetzes", begann die Zeremonie mit einer Ehrerweisung für die Große Weiße Standarte. Der wohlbekannte Schamane Byambadorj führte einen schamanistischen Tanz auf, bei dem er in Trance verfallend, den Geist Tschingis Khans beschwor. An der Veranstaltung, die im Institut zur Erforschung des "Großen Gesetzes" stattfand, nahmen Mongolen, Mongolen aus der Inneren Mongolei und Burjaten teil.
Eine ähnliche Zeremonie wird für nächstes Jahr im Khentii-Aimak vorbereitet.

Fleisch aus der Staatsreserve
Auf Anordnung des mongolischen Ministerpräsidenten R. Amarjargal werden für den privaten Verbrauch 182,9 Tonnen Fleisch zur Verfügung gestellt. Der Preis für ein Kilo Rindfleisch aus der Staatsreserve soll 800 bis 900 Tugrik betragen.

Unwetter über Ulaanbaatar
Am Nachmittag des 20. Juni ging über Ulaanbaatar ein Unwetter nieder, dass in kurzer Zeit Straßen und Plätze überflutete. Besonders betroffen war der Distrikt Songinokhairkhan, wo zwei Menschen ertranken und mindestens sieben Familien ihre Behausung verloren.

Müllbeseitigung
Der in vielen Jahren entstandene riesige Abfallberg im Tal zwischen Gants Khudag und dem Ovoo Dari Ekh wurde im Rahmen des Programms zur Armutsreduzierung abgetragen und auf die Müllhalde nach Tsagaan Davaa gebracht. Für die 3,7 Tausend Kubikmeter wurden 497 Fahrzeuge benötigt und sechs Millionen Tugrik ausgegeben. Arbeitslose aus dem Bayanzurkh-Distrikt, die für die Tätigkeit eingesetzt wurden, verdienten in drei Tagen bis zu 47 000 Tugrik.

Eine Million für Weiterbildung
Für die Weiterbildung von örtlichen Polizei- und Sicherheitskräften stellte die Hanns-Seidel-Stiftung in der Mongolei den zuständigen Behörden eine Million Tugrik zur Verfügung.

Naadam 2000
Der Sekretär des Organisationskomitees zur Vorbereitung des Nationalfeiertages im Juli, Ts. Boldsaikhan, teilte mit, dass für das diesjährige Naadam-Fest 147,7 Millionen Tugrik zur Verfügung gestellt würden, davon 70 Millionen aus dem Staatshaushalt.
Gleichzeitig dementierte er frühere Meldungen über 768 Ringer, die im Ringerwettbewerb gegeneinander antreten. 512 Ringer werden antreten, von denen nicht mehr alle, sondern nur 110 Staatstitelträger zur Wettbewerbseröffnung die Neunzipflige Weiße Standarte umkreisen werden.


   

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Last Update: 01. Januar 2017