Neues aus der Mongolei
25. bis 31. Mai 2015

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar

„Wir wollen Oyutolgoi nicht stoppen, wir wollen mehr Nutzen für die Mongolei"
Die drei Mitglieder des Rates der unabhängigen Mitglieder der Staatsversammlung haben auf einer Pressekonferenz am 25. Mai ihren Standpunkt zur kürzlich unterzeichneten Vereinbarung über die Finanzierung und Untertagebauentwicklung Oyutolgoi erläutert.
Die Vereinbarungen würden mitnichten eine Verbesserung zugunsten der Mongolei bedeuten.
Dem Unternehmen wäre ein großer Teil der nicht gezahlten Steuern erlassen worden.
Neue Kredite in Höhe von sechs Milliarden USD würden aufgenommen.
Schon jetzt belaufe sich die Auslandsverschuldung der Mongolei auf 20 Milliarden USD, davon entfielen allein auf Oyutolgoi 6,1 Milliarden.
Von 100 Tugrug an Profit bekäme die Mongolei laut Vereinbarung lediglich fünf.
Wir wollen die Inbetriebnahme und den Fortschritt bei Oyutolgoi nicht verhindern.
Wir wollen einen größeren Nutzen für unser Land bei der Ausbeutung unserer natürlichen Reichtümer, so Ts. Davaasuren, S. Ganbaatar und Kh. Bolorchuluun.

Kritik an Arbeitsgruppe
U. Enkhtuvshin (MVP-Fraktion) hat die Arbeit der Arbeitsgruppe zur Überprüfung der Tavantolgoi-Investitionsvereinbarungen kritisiert.
Bisher hätte die Arbeitsgruppe keine verwertbaren Ergebnisse vorgelegt.
Ihr gehörten zudem ausschließlich Mitglieder an, die gegen das Projekt bzw. gegen die Investoren waren.
Bald endeten die Frühjahrssitzungen und eine Lösung sei nicht in Sicht.
Im Gegenteil – die Vorsitzende der Arbeitsgruppe L. Erdenechimeg hätte die Forderung nach einer Neuausschreibung ins Spiel gebracht.

Botschaft Ungarns in Ulaanbaatar neu eröffnet
Während des Besuchs des ungarischen Ministers für Auswärtige Angelegenheiten und Handel Pêter Szíjjártó in der Mongolei wurde die Botschaft Ungarns in der Mongolei feierlich neu eröffnet.
Sie war 2006 geschlossen worden.
Außenminister L. Purevsuren wertete dieses Ereignis als gute Möglichkeit, die traditionell freundschaftlichen mongolisch-ungarischen Beziehungen auf eine neue Stufe zu heben.

Partei für Unabhängigkeit und Solidarität
Die „Partei für Unabhängigkeit und Solidarität" ist als 23. Politische Partei der Mongolei offiziell beim Obersten Gericht des Landes registriert worden.
Die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumente, Statut und Programm hätten die Anforderungen erfüllt.
Parteivorsitzender ist Ts. Bayanbileg.


Kinder- und Jugendzentrum Nairamdal

Wir Kinder des neuen Zeitalters
Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der Entstehung der Kinder- und Jugendbewegung in der Mongolei organisierte die nationale Kinderrechtsorganisation im internationalen Kinderzentrum „Nairamdal" (Freundschaft) ein Forum „Wir sind die Kinder eines neuen Zeitalters".
Ziel ist es, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre Interessen zu artikulieren, wobei Schule, Familien, Politik und Gesellschaft enger und effektiver zusammenwirken müssten.
Das Forum begann am 30. Mai und endet am 01. Juni, dem internationalen Tag des Kindes.
Insgesamt beteiligen sich an den Diskussionen und Workshops 500 Kinder aus Ulaanbaatar und den Aimags.
Gäste waren der Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit S. Erdene, der Repräsentant von UNICEF in der Mongolei Roberto Benes sowie der Repräsentant von World Vision in der Mongolei Vincent Edwards.

 


Kindertag

Kindertag 2015
Wegen der zahlreichen Veranstaltungen, Feste und Kindervorstellungen im Schauspielhaus, im Puppentheater, im Kulturpalast und im Opernhaus zum Weltkindertag am 01. Juni werden die Straßen um den Chinggis-Khaan-Platz am 01. Juni für den Autoverkehr gesperrt.


Kindertag

Gleichzeitig können speziell ausgewiesene Parkplätze, z. B. am Sportpalast, kostenlos genutzt werden.


Kindertag

Burkhan-Khaldun-Ehrung
Am 27. Mai nahmen Staatspräsident Ts. Elbegdorj, Mitglieder der Khentii-Aimagverwaltung, die Khamba-Lamas der örtlichen Klöster und des Gandanklosters, Mitglieder der Großen Staatsversammlung sowie hohe Militärs an der Opferzeremonie für den Burkhan-Khaldun, das Gebirgssystem im Khentii, das seinerzeit dem späteren Chinggis-Khaan Schutz vor seinen Verfolgern geboten hatte, teil.
Auf dem Berggipfel im Umnudelger-Sum waren neben der mongolischen Staatsflagge, die Große Schwarze Armeestandarte, die Flagge des Khentii-Aimags und ein Chinggis-Porträt aufgestellt worden, Soldaten aller vier Waffengattungen bildeten die Ehrenwache.
Nachdem die Nationalhymne verklungen war, wandte sich der Präsident an die Mongolen, an Leben und Werk des „Einigers aller mongolischen Stämme" erinnernd.
Chinggis selbst hatte den Berg zum „Heiligen Berg" erklärt, der regelmäßig zu ehren sei.
2010 hatte die Mongolei den Antrag gestellt, den Burkhan-Khaldun ins Natur- und Kulturerbe der UNESCO aufzunehmen.
Der Burkhan-Khaldun wird in der „Geheimen Geschichte" 25 Mal erwähnt, er galt seit alters her als Wohnsitz der Schutz- und Ahngeister der Khiyad-Borjigin, der Familie Chinggis-Khaans.
Einem Präsidentenbeschluss aus dem Jahr 1995 zufolge, findet die offizielle Opferzeremonie alle vier Jahre statt.

56. Biennale Venedig 2015
Zwei Wochen sind seit der Eröffnung der 56. Biennale in Venedig vergangen.
Zum ersten Mal ist die Mongolei mit einem Pavillon im Mora-Haus vertreten.
In dieser Zeit haben 9.000 interessierte Gäste die Installationen der Künstler Enkhbold und Unen-Ekh besucht.
Ihre Werke handeln von aktuellem Nomadentum, Menschen und Wohnen, von Verdrängung, vom Verhältnis Mensch und Natur.
Die eingesetzten Materialien basieren auf Produkten der nomadische Wirtschaft und Kultur – Leder, Pferdehaare, Pferdedung, Holz …
Die internationale Kunstzeitschrift Art Radar hat den mongolischen Pavillon zu einem der acht bemerkenswerten aus dem Asien-Pazifik-Raum, aus Afrika und dem Nahen Osten gekürt.
Bei der Eröffnung des mongolischen Pavillons waren unter anderem 40 mongolische Spitzenpolitiker sowie kunst- und Kulturfunktionäre anwesend.
In Zeiten harter politischer Auseinandersetzungen um den richtigen wirtschaftspolitischen Kurs in der Heimat demonstrierten dabei der Oberbürgermeister von Ulaanbaatar E. Bat-Uul (DP) sowie das
Mitglied der MVP Su. Batbold Einigkeit und gegenseitigen Respekt angesichts der großartigen Schau moderner mongolischer Kunst.

Moderne Transformationen – Neue Identitäten
Im Mittelpunkt der internationalen Kunstausstellung NordArt 2015 steht in diesem Jahr die Mongolei.
Im Kunstwerk Carlshütte (eine ehemalige Eisengießerei) in Büdelsdorf (Stadt nördlich von Rendsburg in Schleswig-Holstein) zeigen 34 mongolische Künstler und Künstlerinnen ihre Werke.
Die 17. NordArt empfängt ihre Besucher vom 06. Juni bis zum 04. Oktober.
Das seit 1999 in den Sommermonaten zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland anziehende Ereignis gehört zu den größten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa.
Sie wird jedes Jahr als Gesamtkunstwerk neu konzipiert.
Mehr als 200 ausgewählte Künstler präsentieren ihre Bilder, Fotos, Videos, Skulpturen und Installationen.
Bodibaatar Jigjidsuren und Oyuntuya Oyunjargal, die Kuratoren des mongolischen Pavillons, haben der mongolischen Werkschau den Titel „ Modern Transformations- New Identities" in Anlehnung an die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche in der Mongolei seit Mitte der 1980er und besonders seit Beginn der 1990er Jahre gegeben.
Die gesamte Gesellschaft war gefordert, Zugehörigkeiten, Identitäten, die eigene Kultur in Frage zu stellen und neu zu definieren.
Die mongolischen Künstler und Künstlerinnen nehmen sich dieser Themen an – teils aus utopischer Sicht, teils pessimistisch, teils optimistisch.
Ort: Vorwerksallee 3, D-24782 Büdelsdorf
Für mehr Informationen sh. www.nordart.de und
www.nordart-mongolianart.de

Sumo
Das Maiturnier der Sumoprofis hat Sekiwake Terunofuji G. Gan-Erdene mit 12:3 vor den Großmeistern Hakuho M. Davaajargal und Harumafuji D. Byambadorj (je 11:4) gewonnen.

„Neues aus der Mongolei" können Sie wieder am 14. Juni lesen. R. B.

 


Kindertag

 

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt Renate Bormann


   

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Last Update: 01. Januar 2017