Neues aus der Mongolei
14. bis 20. Oktober 2016

Renate Bormann, Berlin, Ulaanbaatar

26. November wieder arbeitsfreier Feiertag
Die DP-Regierung hatte 2012 den 26. November als offiziellen arbeitsfreien Feiertag zum „Tag der Verfassung und Gründung der Republik" umgewidmet. Arbeitsfrei war er nicht mehr.
Auf der Sitzung der Großen Staatsversammlung beschloss die Mehrheit der Abgeordneten die Annullierung der entsprechenden Passagen im Gesetz über die Feiertage und im Arbeitsgesetz.
Die Annahme der ersten Verfassung und die Proklamation der Mongolischen Volksrepublik am 26. November 1924 seien in der Geschichte des Landes herausragende Ereignisse gewesen, die entsprechend gewürdigt werden müssten.
Auch der zuständige Ausschuss hatte die Gesetzesänderung befürwortet.
Der 26. November ist wieder ein offizieller Feiertag und arbeitsfrei.


Handel 2016. Foto dnn.mn

Statistik Oktober 2016
Am 14. November hat das Nationale Amt für Statistik (NSO) die Zahlen über die wirtschaftliche und soziale Lage in den ersten zehn Monaten des Jahres 2016 veröffentlicht.
Die Staatsausgaben, einschließlich Schulden, erreichten 6,81 Billionen Tugrug, 1,4 Billionen mehr als 2015.
Das Haushaltsdefizit beläuft sich auf 2,32 Billionen, 268,7 Milliarden mehr als im September 2016.
Das durchschnittliche Einkommen der Haushalte beläuft sich auf 853.300 Tugrug, 84.400 weniger als 2015., dabei spielen gesunkene Löhne und Gehälter die größte Rolle.
Die Gehälter sanken durchschnittlich um 28.000 Tugrug, in der Landwirtschaft sogar um 37.700.
Die Ausgaben der Haushalte erreichten 962.000 Tugrug, 10.400 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Die Zahl der registrierten Arbeitslosen stieg auf 118.000, davon 72.700 Männer und 46.100 Frauen.
Die Arbeitslosenquote erreichte im 3. Quartal 2016 9,4 Prozent, 3,1 Prozent mehr als 2015 und ein Prozent mehr als im 2. Quartal 2016.
In den ersten zehn Monaten dieses Jahres unterhielt die Mongolei mit 157 Ländern Handelsbeziehungen.
Das Außenhandelsvolumen belief sich auf 6494,6 Millionen USD, davon entfielen 3726,2 Millionen auf den Export und 2768,4 Millionen auf den Import.
Damit sank das Außenhandelsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 595,8 Millionen USD oder 8,4 Prozent, der Export ging um 200,5 (5,1 %), der Import um 395,3 Millionen USD (12,5 %) zurück.
Der Außenhandelsüberschuss lag im Oktober 2015 bei 762,9 Millionen USD, in diesem Jahr stieg er auf 957,7 Millionen USD.
Im Gegensatz zum Handel und zum produzierenden Gewerbe konnte in der Landwirtschaft ein Wachstum von 2,8 Prozent (nach Preisen von 2010) im Vergleich zum Oktober 2015 konstatiert werden.
Es sind Waren im Wert von 2,4 Billionen Tugrug (nach aktuellen Preisen) erwirtschaftet worden.
Für ausführlichere Informationen sh. http://www.en.nso.mn/content/162 oder
http://www.nso.mn/content/1424

Ministerpräsident trifft Botschafter europäischer Länder
Ministerpräsident J. Erdenebat hat am 14. November 30 Botschafter aus europäischen Ländern empfangen.
Erdenebat erinnerte an die Politik des „Dritten Nachbarn" der Mongolei und dass die EU neben den beiden unmittelbaren Nachbarländern der Mongolei die bedeutendste Handelspartnerin und Investorin ist.
Der Regierungschef thematisierte die aktuelle schwierige wirtschaftliche Lage der Mongolei, die Maßnahmen seiner Regierung zur Stabilisierung, die Verhandlungen mit dem IWF und verschiedenen Staaten um Hilfen für die angeschlagene mongolische Wirtschaft in Form von Krediten.
Er informierte über die Einsetzung einer Regierungskommission mit dem Ziel, die Interessen der Investoren zu schützen.
Die Instabilität der vorherigen Regierung und die Inkompetenz einiger Regierungsagenturen hätten mit zum drastischen Rückgang der Auslandsinvestitionen geführt.
Er bat die Botschafter offiziell um Unterstützung dabei in ihren Ländern für Investitionen in der Mongolei zu werben.
Die mongolische Regierung forciere den Bau großer Erdöl, Kupfer und Kohle verarbeitender Betriebe.
Diese Vorhaben wären ohne ausländische Investitionen jedoch nicht zu realisieren.

IWF-Delegation reist erneut in die Mongolei
Nach dem Besuch und den Verhandlungen einer IWF-Delegation mit mongolischen Regierungsvertretern und der Mongolbank vom 24. Oktober bis zum 04. November über Hilfen, um die Finanz- und Wirtschaftskrise zu überwinden, ist für Dezember erneut ein Besuch der IWF in der Mongolei angekündigt worden.
Erwartet werden Gespräche über die Auswirkungen des von der Staatsversammlung bestätigten Haushaltsplanes für 2017.
Dieser Haushalt sehe ein Defizit von 9,1 Prozent des BIP vor.

250.000 USD für die Hauptstadt?
Der stellvertretende Bürgermeister Ulaanbaatars und Verantwortliche für die Infrastruktur und Entwicklung der Ger-Bezirke P. Bayarkhuu hat am 17. November bei einem Treffen mit dem Energieexperten der Weltbank Yun Ve auf die schwierige Energieversorgung in den Gervierteln und die Luftverschmutzung über Ulaanbaatar hingewiesen.
Yun Ve versprach, Hilfen in Höhe von 250.000 USD zur Verbesserung der Wärmeversorgung in den Gervierteln zu befürworten.

Aus der Regierungssitzung
Auf ihrer Sitzung am 16. November beschlossen die Mitglieder, die Zahlung der Mobile-Gebühren für 248 Personen aus dem Staatshaushalt einzustellen.
Die Betroffenen müssen die Kosten in Zukunft selbst tragen.
Damit würde der Haushalt in diesem Jahr um 90 Millionen, im nächsten Jahr um 265 Millionen Tugrug entlastet.
107 der Betroffenen gehören der Großen Staatsversammlung bzw. ihr unterstellten Einrichtungen an, 52 der Regierung und ihr nachgeordneten Einrichtungen, 89 sind Mitarbeiter der kommunalen Verwaltungen und Bürgerversammlungen.


Der Dalai Lama in der Mongolei November 2016. Foto montsame.mn

Der Dalai Lama zu Gast in der Mongolei
Vom 18. bis zum 23. November besucht das Oberhaupt der lamaistischen Kirche, der 14. Dalai Lama, zum neunten Mal die Mongolei - das erste Mal 1979, zuletzt 2011.


Warten auf den Dalai Lama. November 2002

Und wie jedes Mal protestiert China gegen den Besuch und wie jedes Mal beeilt sich die mongolische Regierung darauf hinzuweisen, dass der Besuch keinerlei politischen Zielen dient, die Einladung nicht von der Regierung ausging, sondern von den Oberlamas der mongolischen Klöster.
Der Außenminister Ts. Munkh-Orgil höchstselbst hat das noch einmal bestätigt, nachdem am 17. November aus dem chinesischen Außenministerium Forderungen laut geworden sind, die mongolische Regierung möge den Besuch des Dalai-Lama verhindern, ihn nicht einreisen lassen.
Der Sprecher des Gandanklosters S. Davaapurev erklärte auf einer Pressekonferenz in Ulaanbaatar, der Besuch des Dalai-Lamas diene ausschließlich Glaubenszwecken.


Der XIV. Dalai-Lama Tenzin Gyatso erhält 2002 die Ehrendoktorwürde der TU in Ulaanbaatar

Der „Oberste Heilige" werde mit den mongolischen Gläubigen beten und seine Weisheiten und Erfahrungen mit ihnen teilen.
Die Mongolei und Tibet verbinden eine lange gemeinsame Geschichte und Religion.
„Wir freuen uns auf den Besuch des geistlichen Führers der Tibeter und Friedensnobelpreisgewinners von 1989".
Sofort nach seiner Ankunft in Ulaanbaatar, zuvor hatte er Japan besucht, hat er seine Anhänger vor dem Tempel des Bodhisattva Avalokiteshvara (mong. Janraisag) im Gandankloster begrüßt.
Am 19. leitete er ein Seminar mit mongolischen Lamas.
Am 20. November nimmt er an der Internationalen Buddhismus-Konferenz im Kulturpalast der mongolischen Hauptstadt teil und am 21.November wird ihm in der Mongolischen Landwirtschaftsuniversität die Ehrendoktorwürde verliehen.
Die Ausrufung des X. Bogd Gegeen sei nicht vorgesehen, so ein Mitarbeiter der Presseabteilung des Gandanklosters.
Sh. auch „Neues aus der Mongolei" vom 04. – 10.11. 2002.

Neue Botschafter ernannt
Die nominierten neuen Botschafter der Mongolei in Kasachstan, Vietnam, Kuwait, in der Türkei, in Österreich, Belgien, Tschechien, Bulgarien, Schweden und Großbritannien sind von der Großen Staatsversammlung bestätigt worden.
Unter ihnen befinden sich zwei ehemalige Ministerpräsidenten (M. Enkhsaikhan in Schweden und S. Bayar in Großbritannien), auch alle anderen sind erfahrene Diplomaten und Diplomatinnen (eine), die die Mongolei im Ausland und bei internationalen Organisationen erfolgreich vertreten haben.
S. Bayar erklärte, Diplomaten arbeiteten nicht für die Erfüllung persönlicher Wünsche, sie müssten für ihren Staat und die Instruktionen arbeiten, die ihnen von ihrer Regierung aufgetragen werden.

Mongolische Parlamentarier zu Gast in Russland
Die Mitglieder der Großen Staatsversammlung N. Uchral, G. Temuulen und N. Tserenbat absolvieren einen offiziellen Besuch in Russland.
Unter anderen trafen sie sich zum Erfahrungsaustausch mit dem Dumamitglied S. Jelesniak und dem Vorsitzenden der Russland-Europa-Gruppe A. Klimov.
Beide Seiten betonten die Bedeutung guter nachbarschaftlicher Beziehungen zwischen Russland und der Mongolei.
Wünschenswert sei die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern und den Parlamenten beider Länder.

Natsagdorj-Ausstellung eröffnet
Am 18. November ist im Mongolischen Nationalmuseum eine Ausstellung zu Leben und Werk des Mitbegründers der modernen mongolischen Literatur Dashdorjiin Natsagdorj (1906-1937) eröffnet worden.
Unter den Ausstellungsstücken befinden sich Handschriften seiner Werke „Minii Nutag" (Meine Heimat) oder „Uzegdeegui Yum" (Unsichtbare Dinge) genauso wie Übersetzungen Natsagdorjs („Das Kapital" oder „Der Goldkäfer" (Altan Tsokh) von Edgar Allan Poe.
Außerdem zu sehen sind das russisch-mongolische Wörterbuch, das der Schriftsteller genutzt hat, seltene Fotos, insgesamt werden 150 Exponate präsentiert.
Die Ausstellung ist gemeinsam vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, dem Literaturinstitut der AdW, dem Zentralarchiv, der Mongolischen Nationalbibliothek und dem Mongolischen Schriftstellerverband organisiert worden.


Railbus der Ulaanbaatar-Eisenbahn. Foto dnn.mn

Railbus zwischen Ulaanbaatar – Darkhan – Ulaanbaatar
Der November begann in der Mongolei mit starken Schneefällen, Schneestürmen und Glatteis.
Die Straßen nach und von Ulaanbaatar seien zurzeit noch offen, die Verkehrssituation aber nach wie vor schwierig.
Die „Ulaanbaatar-Eisenbahn" hat angekündigt, zwischen Ulaanbaatar und Darkhan Railbusse einzusetzen und die Ticketpreise von 15.000 auf 10.000 Tugrug für jeweils eine Strecke zu senken.
Auch die Zahl der Züge würde erhöht werden.
In den kommenden zwei Tagen sei mit weiteren Schneefällen zu rechnen, es werden Nachttemperaturen zwischen minus 40 und minus 45 Grad erwartet, am Tag steigen sie auf minus 32 bis minus 27 Grad.


Winter in der Mongolei. Foto sonin.mn.

Goldmedaille für mongolischen Judoka
Beim letzten Judo Grand Prix des Jahres in Qingdao (VR China) hat Amartuvshin Dashdavaa, Gewinner des Großen Preises von Ulaanbaatar in diesem Jahr und Grand Slam-Sieger 2013 in Baku (Aserbaidschan) bei den Männern bis 60 kg die Goldmedaille gewonnen.
Im Finale besiegte er Islam Yashuev aus Russland.
In der Klasse bis 66 kg gewann Altansukh Dovdon eine Bronzemedaille.


November in Zuun Mod

 

Fotos, wenn nichts anderes vermerkt, Renate Bormann


 

   

MongoleiOnline

MongoleiOnline
Postfach 130 154, D-53061 Bonn, Germany
Copyright © 1997-2017 Frank Voßen
Last Update: 01. Januar 2017